Automatische Multi-Heißpresse von HTVRONT
Egal ob man Bügelbilder plottet, DTF- oder DTG-Transfers druckt oder regelmäßig Patches nutzt: Früher oder später reicht das Bügeleisen einfach nicht mehr aus und man braucht eine Heizpresse. In diesem Beitrag schauen wir uns ein echtes Multitool an und werfen auch gleich einen Blick darauf, welche sinnvollen Alternativen es sonst noch gibt.
Das Gerät wurde uns kostenfrei von HTVRONT zur Verfügung gestellt. Es gab keine weiteren Absprachen.
Wozu braucht man eine Heißpresse?
Wer sich mit Textilien und dem Personalisieren beschäftigt, kommt um ein wichtiges Werkzeug nicht herum: die Heißpresse, auch Transferpresse genannt. Einfach gesagt ist eine Heißpresse ein Gerät, das durch die perfekte Kombination aus Hitze, Zeit und Druck Motive dauerhaft auf verschiedene Materialien überträgt. Während man früher oft das heimische Bügeleisen nutzte, liefert eine Heißpresse immer gleichbleibende Ergebnisse. Man kann nicht nur eine konstante Temperatur einstellen, sondern meist auch einen festen Anpressdruck. So muss man sich nicht mehr selbst ungleichmäßig auf das Gerät stützen. Ein Timer hilft uns zudem dabei, die Dauer genau im Blick zu behalten, anstatt die Sekunden grob im Kopf mitzählen zu müssen.
Die HTVRONTt A100 Auto Multi Heat Press ist ein kleiner Allrounder. Sie ist nicht nur eine einfache Presse für T-Shirts, sondern ein multifunktionales 3-in-1-Gerät. Sie kommt mit insgesamt 3 Aufsätzen für:
- flachen Textilien
- Kappen
- zylindrische Gefäße wie Tumbler oder Gläser
Unboxing
Der Karton der Presse war erstaunlich groß und auch deutlich schwerer, als ich anfangs dachte. Das Gerät war absolut sicher verpackt und macht einen extrem hochwertigen Eindruck. Die Ersteinrichtung bestand aus nur wenigen Handgriffen: Platte einhängen, Stromkabel verbinden und das Kissen mit den Gummis befestigen, fertig. Was mir zudem sehr positiv aufgefallen ist: Beim ersten Aufheizen gab es keinerlei unangenehme Gerüche. Nur bei sehr hohen Temperaturen, wie z.B. beim sublimieren, riecht es wie damals bei Oma wenn sie gerade Handtücher bügelte.
Aufbau und erster Eindruck
Das Design ist kompakt und die Maschine arbeitet mit einem werkzeuglosen Klick-Mechanismus. Möchte man vom T-Shirt- auf den Kappen- oder Tumbler-Modus wechseln, wird der Heizaufsatz einfach mit einem Handgriff entriegelt, abgehoben und der neue Aufsatz eingeklickt. Jedes Zubehörteil hat einen eigenen, speziellen Stromanschluss, den man dafür nur kurz mit der Heißpresse verbindet.
Auf der Vorderseite befindet sich ein Display für die Zeit- und Temperatureinstellungen, die Bedienung erfolgt über die Knöpfe darunter. Plus und Minus sind selbsterklärend: Je nachdem, welche Funktion man auswählt, erhöht oder reduziert man den jeweiligen Wert. Das ist anfangs vielleicht etwas ungewohnt, geht aber schon nach wenigen Minuten völlig automatisch von der Hand. Einzig das Umstellen der Einheiten, etwa von Fahrenheit auf Celsius, musste ich kurz in der Anleitung nachschlagen: dafür muss man den Temperatur-Knopf einfach etwas länger gedrückt halten.
Je nach Modus lässt sich die Heißpresse auch noch nach oben Ausfahren. So, wie sie ankommt, wirkt sie schön kompakt. Aber wenn man natürlich einen Tumbler oder Basecap bedrucken möchte, muss das entsprechende Zubehör auch drunter passen. Hier schaltet man einfach in den jeweiligen „Heizmodus“ über die Einstellen-Taste und die Heißpresse fährt den „Kopf“ nach oben.
Das ist auch praktisch, falls man vielleicht gar keinen Pullvoer bedrucken möchte, sondern beispielsweise eine Holzschachtel (ja, es muss nicht immer nur ein Kleidungsstück sein!)
Technische Details
Maße der Maschine: 43 x 32 x 35 cm
Gewicht: ca. 16,8 kg
Temperaturbereich: 100 °C bis 210 °C
Zeitbereich: 1 bis 999 Sekunden
Anpressdruck: 20 kg bis 80 kg in Schritten von 10 kg
Heizplattengrößen:
- Flachpresse für Shirts: 30 x 25 cm (12 x 10 Zoll)
- Tumblerpresse: passend für Standard 20 oz Tumbler oder Gläser
- Kappenpresse: große Kappenform
Sicherheit: Automatische Abschaltung nach 15 Minuten Inaktivität.
Materialdicke: Durch die Automatik passen auch etwas dickere Materialien wie Hoodies problemlos unter die Presse. Der Maximale, von mir gemessene Abstand, von Unterseite Heizelement zum Kissen beträgt ca. 14cm.
Stromverbrauch: Während der Heizphase 1200W, anschließend schwankend 20-80 und auch 120W um die Temperatur halten zu können.
Aufheizzeit: Es dauert ca. 4 Minuten um von Zimmertemperatur 180°C zu erreichen.
Lautstärke: Es gibt keine permanent laufenden Lüfter. Einzig das Piepen wenn ein Pressvorgang beendet wurde, oder der Motor, wenn sie sich hebt/senkt verursachen Geräusche.
Funktionsweise
Das Highlight der A100 ist ihre automatische Pressfunktion. Bei einigen traditionellen Transferpressen, die natürlich oft günstiger sind, muss man den Druck manuell mit ordentlich Körpergewicht ausüben oder einen schweren Hebel herunterdrücken.
Die HTVRONT A100 erledigt das komplett auf Knopfdruck. Man zieht den Werktisch heraus, auf dem ein Kissen liegt. Dort wird das Shirt oder was auch immer man bedrucken möchte platziert und am besten noch mit Backpapier abgedeckt, damit garantiert nichts an der heißen Platte festklebt. Anschließend stellt man Temperatur sowie Zeit ein und wählt den gewünschten Anpressdruck am Display. Ändert man nichts, übernimmt die Maschine einfach die Werte vom letzten Durchgang. In der Anleitung sind übrigens praktische Richtwerte für verschiedene Projekte und Materialien aufgeführt, auch wenn man anfangs natürlich ein wenig experimentieren muss.
Eine Sache ist mir hierbei besonders aufgefallen, die man leicht übersieht, wenn es mal schnell gehen soll: Die Play-Taste leuchtet rot, solange die Presse noch nicht bereit ist, meistens weil die Temperatur noch zu niedrig oder noch zu hoch ist. Das hindert einen allerdings nicht daran, die Taste trotzdem zu drücken. Sobald die Schublade mit dem Textil eingeschoben ist, startet die Presse sofort und zählt die Sekunden herunter, selbst wenn noch 40°C zur Zieltemperatur fehlen.
Erst wenn die Presse wirklich bereit ist, leuchtet das Symbol grün und es ertönt ein leises Piepen. Dieser Signalton erklingt auch wieder, sobald der Pressvorgang beendet ist. Die Presse fährt danach vollautomatisch wieder nach oben, die Schublade selbst zieht man anschließend einfach von Hand heraus.
Man sollte also nicht zu ungeduldig sein, um nicht versehentlich bei zu niedriger Temperatur zu pressen. Im Zweifel presst man einfach noch einmal ein paar Sekunden nach. Gut zu wissen: Man kann den Vorgang jederzeit sofort abbrechen, indem man die Play-Taste einfach erneut drückt. Das ist vor allem beim Vor- oder Nachpressen praktisch.
Ich bügle meine Shirts vor dem eigentlichen Pressen ca. 5 Sekunden und nachdem die Schutzfolie vom Bügelbild abgezogen wurde, lege ich erneut ein Stück Backpapier darüber um es so auch nochmal 5-10s zu fixieren. Hier braucht ihr nicht erneut eine Zeit einstellen, sondern drückt auf Play und drückt ein paar Sekunden später nochmal.
Gefällt mir sehr gut.
Gehäuse & Hitzeabstrahlung
Natürlich entsteht bei den benötigten Temperaturen viel Hitze, aber die Maschine wirkt gut isoliert. Die Oberseite des Gehäuses, auf der sich sinnvollerweise Warnhinweise befinden, wird zwar heiß, aber das dauert seine Zeit. Nach etwa 20 Minuten auf sehr hohen Sublimationstemperaturen lag die Oberfläche bei max. 35-40°C, bei kurzen Anwendungen von ca. 10 Minuten blieb sie sogar unterhalb von 30°C. Vorsichtig sollte man natürlich trotzdem sein, denn nur weil man die Oberfläche anfassen kann, sollte man besser nicht ansatzweise an die Unterseite kommen.
Übrigens lässt sich das flache Heizbett auch ohne die Aufhängung nutzen. Die Heizfläche ist mit einem 80cm langen Kabel verbunden und kann durchaus auch ausgehängt werden um sie an den Griffen selbst auf etwas zu pressen. Das ist praktisch falls mal eine Sache übermäßig groß ist und nicht gut auf diese Schublade passt wie z.B. Abdeckhauben oder Deckenbezüge. Dann breitet man das einfach neben der Presse aus und kann fast schon bügeln. Achtet hierbei nur auf eine Hitzebeständige Unterlage.
Beispiele
Sublimation: Putztücher (Brillen, Smartphone, Tablets)
Für die Sublimation braucht man zwingend einen hohen Polyesteranteil. Die schönste Farbwiedergabe erreicht man bei 100 % Kunststoff. Auf reiner Baumwolle funktioniert Sublimieren schlichtweg nicht und würde sich unter Wasser größtenteils rauswaschen.
Der Vorteil der Sublimation gegenüber DTF/DTG oder Heat Foil ist riesig: Die Farbe schmilzt in die Fasern ein. Ihr könnt waschen, wie ihr wollt und die Farbe hält ewig. Nachteil: Polyester ist nun nicht unbedingt der hochwertigste Stoff.
Aufbau: Flache Heizplatte (30 x 25 cm)
Temperatur: ca. 190 °C
Zeit: 40 Sekunden
Druck: 20 kg (war geschätzt, hat aber ideal gepasst)
Der Ablauf
- Unterlage vorbereiten: Legt ein Stück Backpapier auf das Kissen, bevor ihr das Tuch darauf platziert. Das schützt den Untergrund vor austretender Farbe – besonders bei Sublimation extrem wichtig.
- Vorpressen: Drückt das Tuch zunächst etwa 3 bis 5 Sekunden lang vor, um Restfeuchtigkeit und Falten zu beseitigen.
- Motiv platzieren: Legt das Sublimationspapier mit der Farbseite nach unten auf den Stoff.
- Abdecken: Legt nun eine weitere Lage Backpapier über das Motiv. Damit bleibt auch die obere Heizplatte vor Farbdämpfen geschützt.
- Pressen: Schiebt die Schublade wieder hinein (sie piept kurz, sobald sie richtig eingerastet ist) und drückt auf Play. Die Maschine senkt sich ab und presst völlig automatisch.
- Entnehmen: Passt beim Herausnehmen gut auf – alles ist sehr heiß. Die beiliegenden Schutzhandschuhe sind zwar nett für grobe Handgriffe, aber für das feine Greifen einer Folie ungeeignet. Wer längere Fingernägel hat, hat direkt das passende Werkzeug dabei: Hitzeunempfindlich und wortwörtliches Fingerspitzengefühl 😀
- Zieht das obere Backpapier ab und entfernt vorsichtig das Sublimationspapier.
Je nach Dicke des Tuchs könnt ihr sogar auf dem unteren Backpapier Farbrückstände sehen. Spätestens jetzt weiß man, warum es dort liegen sollte (siehe Bild unten).
Tipp: Falls ihr später beispielsweise T-Shirts sublimiert, solltet ihr immer auch eine Lage Backpapier in das Innere des Shirts schieben. Sonst überträgt sich die Farbe auf die Rückseite.
Hinweis: Die Farbe am Backpapier kann ebenfalls nochmal abfärben. Man kann es zwar mehrmals nutzen, sollte es aber mit Sublimationsfarbe dreckig sein, tauscht es aus. Lieber das Backpapier, als ein Kleidungsstück.
Eine Kappe für Kinder oder Erwachsene
- Auf Kappe umstellen
- in die Basis schrauben
- Einsatzbereit!
- Kappe vorbereiten
- Backpapier drüber
- Fertig!
Kappen sind wegen ihrer Rundung schwer zu bearbeiten. Hier kommt der spezielle Kappen-Aufsatz zum Einsatz, um einen fertigen Patch, Aufnäher oder simple Bügelbilder anzubringen.
Aufbau: Kappen-Aufsatz
Temperatur: ca. 150 °C bis 160 °C
Zeit: 35 Sekunden (kommt auf das Material an)
Druck: Mittlerer bis hoher Druck
Der Ablauf
Die Kappe wird über die gebogene Unterlage gespannt. Legt die Kappe auf den „Pilz“, als wäre es ein Kopf, zieht den seitlichen Hebel runter und der Stoff wird so in die Richtige Form gespannt, dass die gebogene Presse anschließend optimal anliegt. Die Motive müssen zuvor mit hitzebeständigem Klebeband fixiert werden, damit sich nichts während des Pressens verschiebt.
Beim Ausrichten sollte man sich hier etwas Zeit nehmen um sicherzustellen, dass die Motive so platziert sind, dass der Aufsatz alles abdeckt. Für mich war es auch das erste mal und es hat ein paar Anläufe gedauert bis alles so saß, wie ich wollte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Ein Glas-Tumbler mit Sublimation
Natürlich könnte man ein Glas auch einfach mit Vinylfolie beplotten. Doch es gibt nur eine einzige Sache, bei der ein Glas, eine Tasse oder ein Tumbler wirklich Geschirrspülgeeignet ist: Sublimation. Ist die Farbe erst auf dem Glas, bleibt sie da. Man kann kratzen wie man will, es bleibt wo und wie es ist. Sogar nach 50 Runden im Geschirrspüler.
Nachteil? Es muss ein Sublimations-Glas sein bzw. ein Sublimationsrohling. Ein normales, sauber gemachtes Gurkenglas funktioniert leider nicht. Das liegt daran, dass auf Sublimations-Rohlingen eine unsichtbare Polymer-Schicht aufgebracht wird, um die Farbe aufzunehmen.
Aufbau: Tumbler-Aufsatz
Temperatur: ca. 200°C
Zeit: ca. 180 Sekunden
Druck: 30 kg (wird von der A100 bei diesem Modul automatisch geregelt).
Der Ablauf
Das Motiv wird mit hitzebeständigem Band eng um das Glas gewickelt. Eine zusätzliche Schicht Backpapier schadet danach auch nicht. Danach kommt das Glas in den vorgeheizten Zylinder. Die Maschine presst so lange zu, bis der nötige Anpressdruck erreicht ist.
Bei einem größeren Glas, so wie meinem, bleibt auf der Front allerdings ein kleiner Spalt, und dort reicht die Hitze schlicht nicht aus. Ich habe die Presse daher auf 90 Sekunden gestellt. Nach dieser Zeit gibt sie das Glas kurz frei, und ich kann es mit den beigelegten Handschuhen ein Stück in der Presse drehen, sodass eine andere Stelle zum Spalt zeigt. Einfach wieder auf „Play“ drücken und weitere 90 Sekunden pressen lassen.
Danach das Glas mit den Handschuhen herausnehmen und die Klebestreifen lösen, um das Motiv abzuziehen. Die Handschuhe sind recht dick, dadurch hat man kaum Fingerspitzengefühl. Entweder ihr habt Fingernägel, oder ihr helft euch mit einem Zahnstocher beziehungsweise einer Pinzette. Die Hitze des Glases solltet ihr keinesfalls unterschätzen: Es dauert nur rund 20 s, dann merkt man die 200 °C selbst durch die Handschuhe hindurch.
Zum Abkühlen das Glas anschließend auf eine Hitzeunempfindliche Unterlage stellen (z.B. Holzbrettchen). Auf keinen Fall mit kaltem Wasser abschrecken! Sonst habt ihr hinterher eine ungeplante Zusatzaufgabe: Glasmosaiksteine kleben 😉
In die Presse passen übrigens auch Tassen. Schaut einfach im ausgeschalteten Zustand nach, ob die Tasse hineinpasst und ob der Henkel beim Pressen nicht im Weg ist. Ist die Tasse dick genug, schaut der Henkel einfach vorne zum Schlitz hinaus.
Der Klassiker: T-Shirt
Wer an Heißpressen denkt, hat meist als erstes T-Shirts oder Beutel im Kopf. Auf diese werden gerne entweder Fotos oder Hitzetransferfolie (IronOn, Flexfolie usw.), die zuvor auf einem Plotter geschnitten wurden, aufgebügelt.
Wir nehmen als Beispiel ein Shirt mit einem zweilagigen Bügelbild. Zuerst pressen wir den bunten Hintergrund, ziehen die Transferfolie ab und pressen dann die zweite Schicht, die schwarze Heatfoil, darüber.
Aufbau: flache Heizplatte
Temperatur: 160°C
Zeit: 15s (pro Schicht)
Druck: 20 kg
Der Ablauf
Damit das Shirt faltenfrei aufliegt, presse ich es zuerst für ca. 5 Sekunden ohne Motiv. Dabei sieht man auch den Umriss der Heizplatte viel besser, und das Positionieren der Bilder fällt leichter.
Nun kommt die untere, bunte Schicht aufs Shirt. Farbschicht nach unten, ein Stück Backpapier darüber und den Play-Knopf drücken. Nach ein paar Sekunden ist die Folie etwas abgekühlt und kann vorsichtig abgezogen werden.
Genau bei solchen Dingen zahlt sich die Schublade der Heatpress aus. Das Shirt bleibt die ganze Zeit ruhig darauf liegen, man hat genug Platz zum Ausrichten und kann sich nicht an der heißen Heizplatte verbrennen.
Also legen wir Teil 2 des Bügelbilds auf die bereits bunte Schicht, decken es wieder mit unserem Backpapier ab, schieben die Schublade nach hinten und starten den nächsten Pressvorgang.
Nachdem auch die zweite Transferfolie abgezogen ist, schadet es nicht, noch einmal Backpapier aufzulegen und alles gemeinsam für 5 bis 10 Sekunden zu fixieren.
Bei diesen einzelnen Schritten merkt man schnell, warum einem eine automatische Presse das Leben erleichtert. Immer und immer wieder ein Bügeleisen aufdrücken, vielleicht sogar mehrfach, weil das Motiv größer ist als das Eisen selbst, und dazu noch die Sekunden zählen: Das ist auf Dauer einfach anstrengend und raubt einem jeden Spaß.
Tipp: Um besser die Mitte einschätzen zu können, habe ich mir mit einem Bleistift mittig eine Linie angezeichnet. Hilft wahnsinnig gut beim Ausrichten von Bügelbildern und den zu bedruckenden Shirts.
Bilder und Fotos auf eine Leinwand

Ich bin sicher nicht die Einzige, die sich schon mal eine Fotoleinwand hat drucken lassen. Bei Formaten ab A3 aufwärts kann ich das nicht empfehlen, aber A4 oder kleiner? Das kann man ruhig selbst machen. Last-Minute-Weihnachtsgeschenk für die Großeltern? Ein hübsches Foto des Enkels auf einer Leinwand? Das ist leichter als man denkt.
Aufbau: flache Heizplatte
Temperatur: 160°C
Zeit: 35s
Druck: 20 kg
Der Ablauf
In diesem Fall habe ich eine Leinwand aus Pappe genommen. Auf Keilrahmen funktioniert es aber genauso gut. Hierbei solltet ihr unter den gespannten Bereich etwas Hitzebeständiges wie Holzlatten hinterlegen, damit der Anpressdruck wirklich ankommt und die Leinwand in der Mitte nicht durchhängt, sonst bleibt das Bild dort nicht haften.
Legt die Leinwand auf das Kissen der Presse und dreht euer Bild oder Foto mit der Farbseite nach unten. Deckt es vorsorglich wieder mit Backpapier ab.
Nach dem Pressvorgang nehmt ihr die Leinwand von der Presse und legt sie beiseite, damit sie abkühlen kann. Das Transferpapier muss in diesem Fall kalt abgezogen werden.
Vorsichtig abziehen und fertig: ein Foto eurer Wahl auf einer Leinwand. Kleine Ränder, die überstehen, schneidet ihr anschließend einfach weg. Dieses Transferpapier braucht vergleichsweise lange, deshalb ist eine Heißpresse hier wirklich angenehm: Sie übt an allen Stellen gleichzeitig dieselbe Temperatur und denselben Druck aus.
Tipp: Es handelt sich um ein günstiges spezielles Transferpapier, das mit dem ganz normalen Tintenstrahldrucker bedruckt wird. Mit einem Sublimations- oder DTF-Drucker würde das sicher noch schöner aussehen, aber diese Variante ist kostengünstig und eignet sich hervorragend für alle möglichen Stoffe bei z.B. Schulaufführungen oder Kindergärten. Waschen lässt sich das Ganze übrigens auch, angeblich bis zu 30 Mal. Damit auch für T-Shirts geeignet.
Wünsche
Es gab tatsächlich nur eine winzige Sache die mir noch gefallen hätte.
Profile
Eine Vorauswahl für z. B. Shirt, Kappe oder Tasse ist zwar vorhanden, hat aber wenig mit gezielten Pressparametern zu tun. Toll wäre es, wenn man für Shirts zusätzlich zwei bis drei eigene Profile speichern könnte, etwa eines für Sublimation und eines für normale Flexfolie. Beim Tumbler-Tool wäre es schön, einfach zwischen Glas und Keramik wechseln zu können. Am schönsten fände ich drei Tasten, die mit 1 bis 3 beschriftet sind und hinter denen man für jedes Profil zusätzlich seine Temperaturprofile ablegen kann.
Klagen auf hohem Niveau. Ich habe verzweifelt nach irgendwelchen Kritikpunkten gesucht und am Ende keinen gefunden.
Fazit
Da ich vorher nur mit einer winzigen Minipresse gearbeitet habe, bei der ich den Druck selbst aufbauen musste, ist die A100 für mich ein gewaltiger Unterschied. Anfangs unter- oder überschätzt man die Größe des Heizbetts leicht.
Es ist eine kompakte Presse, die wenig Platz auf dem Arbeitstisch einnimmt und trotzdem Bügelbilder in A4 abdeckt. Die austauschbaren Tools sind für sich genommen deutlich kleiner als jeweils ein eigenes Gerät, und das ist vor allem dann toll, wenn man keinen riesigen Hobbyraum zur Verfügung hat.
Wer absolut kein Interesse an den Aufsätzen für Tumbler und Kappen hat, für den ist vielleicht die größere HTVRONT Auto Press 2 die bessere Wahl (um auf die Ausgangsfrage der Alternativen zurückzukommen). Die hat allerdings nicht nur ein größeres Heizbett, sie ist insgesamt auch deutlich größer.
Lohnt sich die Anschaffung? Definitiv, und zwar durchaus auch im privaten Bereich, zum Beispiel wenn man Kinder hat. Schon nach wenigen Versuchen stand für mich fest, dass ich auf gar keinen Fall mehr zu meiner alten Minipresse zurückmöchte. An die ungleichmäßige Wärmeverteilung eines Bügeleisens mag ich sowieso nicht denken. Es ist einfach wahnsinnig bequem: Stoff drauflegen, abdecken, Knopf drücken, warten.
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Die Heatpress A100 bekommt ihr direkt beim Hersteller für 369,99 Euro. Die Aufsätze für Kappen und Tumbler sind dabei inklusive.
HTVRONT A100 Automatische Multifunktions-Transferpresse
Wer mehr Platz für größere Projekte braucht, dafür aber weder an Sublimation von Tassen noch an Basecaps Interesse hat, kann sich ruhig auch die große Auto Heat Press 2 für 289 Euro ansehen. Hübsche Farben, mehr Platz und sogar günstiger:
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Danke für den Test Quisa. Der Preis ist ja auch im Bereich der Wonderpress, die sehr ähnliche Features hat.