Was ist ein UV-Drucker?
Was passiert, wenn man die Technik eines Tintenstrahldruckers mit der eines 3D-Druckers kombiniert? Am Ende kommt so etwas wie ein 2,5D-Drucker heraus. Oder auch: UV-Drucker. Aber was ist das eigentlich genau? Was kann sowas? Und braucht man das überhaupt? Schauen wir uns das mal an.
Marktüberblick
3D-Drucker kennt inzwischen fast jeder. UV-Drucker dagegen sind den meisten noch ziemlich fremd. Viele verwechseln sie mit Resin-3D-Druckern oder sogar UV-Lasern, dabei handelt es sich um eine völlig andere Technik.
Im Industriebereich gibt es UV-Drucker schon seit Jahren. Der breiten Öffentlichkeit wurden sie vor allem durch EufyMake bekannt. Vor etwa 1,5 Jahren starteten die mit dem Modell E1 eine Kickstarter-Kampagne. Die Nachfrage war enorm: Über 20.000 Backer und 40 Millionen USD innerhalb von 60 Tagen führten zu Lieferschwierigkeiten. Die Produktionskapazitäten reichten bei Weitem nicht aus und die Lieferzeiten verzögerten sich um mehr als ein halbes Jahr.
Diese Entwicklung blieb nicht ohne Folgen. Mittlerweile haben mehrere Hersteller eigene Produkte im Angebot, stehen kurz vor der Serienfertigung oder befinden sich in der Entwicklung. Dabei haben sie natürlich aus den Fehlern von Eufy gelernt und ihre eigenen Produkte weiterentwickelt.
So wie Bambu Lab vor Jahren mit ihrem Multimaterialsystem (AMS) den Stein der Multifarbdrucke ins Rollen brachte, so hat EufyMake mit dem E1 den UV-Drucker für uns Privatanwender zugänglich gemacht.
- EufyMake
- Longer
- xTool
- HeyGears
- Morpho
Aktuell verfügbare Modelle:
- eufyMake E1
- E1 Longer ePrint
- xTool Omni O1
- HeyGears G1 / G1X (derzeit nur über Kickstarter)
- Morpho (derzeit nur über Kickstarter)
Während Morpho noch ein weitgehend unbekannter, neuer Hersteller ist, bringen die anderen schon mehr Erfahrung aus dem 3D-Druck oder Laserbereich mit.
Vor allem HeyGears wählt hier einen besonderen Weg, hat aber von allen genannten Herstellern auch die größte Erfahrung im Resin-Bereich. Dazu später mehr.
In der Entwicklung befindliche Modelle weiterer Hersteller:
- Bambu Lab
- Anycubic
Es ist davon auszugehen, dass weitere folgen werden.
Funktionsprinzip
Da in Zukunft noch zwei Beiträge zu UV-Druckern kommen und ich im Forum bereits über meine ersten Erfahrungen mit dem xTool berichte, möchte ich hier erstmal die groben technischen Grundlagen herstellerübergreifend erklären.
UV-Drucker arbeiten mit normalen Druckköpfen, wie man sie auch aus Tintenstrahldruckern kennt (dazu mehr im Abschnitt „Druckköpfe“). Es handelt sich um ein spezielles Resin, das über CMYK-Farben im Prinzip wie normaler Fotodruck funktioniert – nur eben mit einer völlig anderen Tinte. Die Kartuschen sind auch deutlich größer und anders zusammengesetzt als bei herkömmlichen Druckern.
Ausgehärtet wird das Resin durch UV-Licht, das direkt im Gerät verbaut ist. Jede Schicht wird sofort nach dem Auftrag gehärtet. Man kommt während des Drucks also nie mit flüssigem Resin in Kontakt. Das ist auch wichtig, denn an der Luft trocknet es nicht.
Einzige Ausnahme bilden die Textildrucktinten, da diese wasserbasiert sind und anschließend mit Pulver (“Kleber”) und/oder Heizpresse nachbehandelt werden müssen, um so zu trocknen. Diese wasserbasierten Tinten trocknen nicht durch UV-Licht sondern durch Verdunstung, wie bei einem normalen Haushaltsdrucker.
Durch das schichtweise Auftragen lassen sich mit UV-Druckern auch 3D-Effekte erzeugen. Man kann Bildern eine Struktur geben oder über eine Tiefenkarte ein richtiges Relief drucken. Höhere Schichten brauchen natürlich länger und verbrauchen entsprechend mehr UV-Tinte.
Die Druckzeit ist nicht mit der eines Tintenstrahldruckers zu vergleichen. Ein UV-Druck dauert länger, aber nicht so lang wie ein 3D Druck.
Ein vollständiger 3D-Druck ist mit den meisten Geräten nicht möglich. STL-Dateien lassen sich auch nicht einfach öffnen und drucken. Primär geht es um Fotos, Bilder und SVG-Dateien.
Das funktioniert dann auch genauso unkompliziert wie bei einem normalen Drucker. Man braucht nur das Bild auf dem PC (egal ob selbst gemalt, fotografiert oder heruntergeladen) und schickt es über die Herstellersoftware an den UV-Drucker. Ein paar Einstellungen kann man noch machen, aber der Funktionsumfang ist weit entfernt von dem, was man von 3D-Druckern kennt. Es ist insgesamt deutlich einfacher.
Eine Ausnahme bildet hier der HeyGears G1X. Der kann gezielt 3D-Drucke erstellen. Über eine wasserlösliche, druckbare Stützstruktur (ähnlich wie PVA-Filament) lassen sich damit komplett farbige Resin-Objekte herstellen. Für den Tabletop-Bereich ist das durchaus interessant, auch wenn die Qualität aktuell noch nicht an klassische Resin-3D-Drucke herankommt. Der UV-3D-Druck wirkt bisher noch relativ unscharf. Aber wer nicht malen kann oder will, ist dankbar für diese Option.
Single UV / Dual UV / DT-Drucker
Manche Hersteller werben noch mit Single UV / Dual UV oder DT-Druckern. Single/Dual steht für etwas relativ einfaches: 1 Druckkopf (Single), oder 2 Druckköpfe (Dual). 2 Druckköpfe sind natürlich teurer, bringen jedoch Vorteile. Während der günstige F1080 Druckkopf 6 Farbkanäle besitzt (mehr dazu im Bereich Druckköpfe), verdoppeln sich diese mit 2 Druckköpfen entsprechend auf 12 wodurch Spezialtinten (sofern der Hersteller welche anbietet) genutzt werden können oder doppelte Kartuschen von z.b. weiß. Denn vor allem weiß wird viel verbraucht, da die weißen Schichten für den Aufbau von Strukturen und Reliefs genutzt werden. Auch die Druckzeit verringert sich mit 2 Druckköpfen, da beim Schichtaufbau mit weiß 2 Druckköpfe gemeinsam arbeiten können.
Eine weitere Variante sind die DT-UV-Drucker. Von dieser Sorte gibt es bisher ausschließlich den xTool Omni O1 Drucker, der wieder 2 gleiche Druckköpfe kombiniert. Während jedoch Druckkopf 1 mit UV-Tinte genutzt wird, bekommen die 6 Farbkanäle in Druckkopf 2 wasserbasierte Textilfarben. Das Druckprinzip bleibt ähnlich.
Auch andere Hersteller setzen auf die Möglichkeit den Textildruck zu ermöglichen. xTool hat hierfür lediglich ein eigenes Modell, während andere Hersteller oft den Wechsel der Kartuschen und entsprechende Spülvorgänge, um die alte Tinte hinaus zu befördern, als ihren Weg wählten. Das hat alles seine Vor- und Nachteile.
Während ein eigenständiges Gerät jederzeit für diesen Anwendungszweck zur Verfügung steht, ist es jedoch auch darauf eingeschränkt. Ein Modell mit Wechselkartuschen verschwendet zwar eine Menge Tinte, damit die neue anliegt, lässt aber überhaupt die Möglichkeit zu. Man kann das ein wenig mit 3D-Drucker mit AMS und einem Toolchanger vergleichen. Nur das die Spülmenge im Vergleich dazu kein kleiner „Poop-Haufen“ wäre, sondern umgerechnet direkt 100g einer Rolle vernichtet.
Software und Open Source
Alle derzeit erhältlichen UV-Drucker laufen ausschließlich mit der Software des jeweiligen Herstellers. Eine offene Lösung wie den Orca Slicer gibt es hier (noch) nicht.
Bei den Tinten gehen die Hersteller unterschiedliche Wege: Manche erlauben das selbstständige Nachfüllen der Kartuschen, andere setzen auf ein geschlossenes System und lassen nur die eigenen Produkte zu. Die Tintenpreise unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller teilweise um bis zu 40 %. Das sollte man bei der Kaufentscheidung unbedingt beachten.
Sicherheitshinweise: UV-Tinte und Resin
Das verwendete Resin ist giftig und nicht lebensmittelecht. Der fertige Druck ist zwar unbedenklich anzufassen, weil er komplett ausgehärtet ist, direkten Kontakt mit dem Mund sollte man aber trotzdem vermeiden. Das ist besonders wichtig, weil man quasi jedes Material bedrucken kann, also auch Gläser oder Flaschen, aus denen man später trinkt. Den Trinkrand lässt man deshalb besser unbedruckt. Teller und Frühstücksbrettchen, die nicht nur zur Deko an der Wand hängen, sollten ebenfalls nicht bedruckt werden.
Beim Drucken entstehen außerdem – genau wie bei Resin-3D-Druckern – gesundheitlich bedenkliche Dämpfe. Ein gut belüfteter Raum ist daher Pflicht. Idealerweise mit Luftreiniger oder einer Abluft nach draußen. Die meisten Hersteller bieten mittlerweile auch eigene Luftreiniger an. Die sind allerdings nicht gerade günstig. Wer seine Gesundheit nicht riskieren will, öffnet einfach das Fenster, denn das ist oft der schnellste und günstigste Weg. Falls man gewerblich druckt, sollte man sich allerdings vorher noch über eventuelle Auflagen zur Vorfilterung informieren.
Sobald Kartuschen gewechselt werden, besteht die Gefahr mit flüssigen Resin in Kontakt zu kommen. Ihr solltet immer wenigstens 1 Paar Nitrilhandschuhe im Haus haben. Aber kein Latex, wirklich nur Nitril. Der regelmäßige Kontakt mit flüssigen Resin kann zu allergischen Hautreaktionen führen.
UV Licht
Das UV-Licht ist schädlich für die Augen. Normalerweise schützt das Gehäuse mit seinen getönten Scheiben. Sobald man jedoch die größere A3-Druckplatte einlegt, bleiben die Klappen offen. In dem Fall einfach die meist mitgelieferte Schutzbrille aufsetzen. Ein UV-Drucker ist längst nicht so gefährlich wie ein Laser, der permanent beaufsichtigt werden muss. Man kann den Raum also auch verlassen oder einfach wegschauen. Da fängt nichts an zu brennen.
Das UV Licht ist zudem auch nicht im gesamten Druckraum zu sehen. Es sitzt direkt bei den Druckköpfen um das Resin, so wie es aufgebracht wurde, direkt knapp über der gedruckten Schicht auszuhärten. Besonders hell wirkt es bei der Nutzung eines Rotary Tools (zum bedrucken runder Gegenstände).
Druckköpfe
Aktuell gibt es nur einen einzigen Hersteller für die passenden Druckköpfe: Epson. Egal für welchen UV-Drucker man sich entscheidet, der Druckkopf ist immer derselbe. Die Hersteller bauen lediglich ihr eigenes Gehäuse drumherum, weshalb man ihn (zumindest bisher) nicht einfach selbst tauschen kann.
Zum Einsatz kommen zwei verschiedene Modelle:
F1080/XP600:
Das ist der günstigere Druckkopf, der eigentlich auch in normalen Tintenstrahldruckern steckt. Er hat 6 Farbkanäle. Mit UV-Tinte leidet die Lebensdauer allerdings deutlich, weil die chemischen Bestandteile das Material angreifen.
Preislich liegen die Köpfe je nach Hersteller zwischen 300 und 600 Euro.
Bei intensiver (industrieller) Nutzung kann es im schlechtesten Fall schon nach 3 Monaten zu Druckfehlern kommen, im besten Fall hält er etwa 12 Monate. Die Hersteller geben auf die Druckköpfe meist nur eine verkürzte 1-Monats-Gewährleistung, weil es offiziell Verbrauchsmaterial ist.
I3200:
Das ist der industrielle Druckkopf von Epson, der speziell für UV-Tinte entwickelt wurde. Er hat 8 Farbkanäle und hält deutlich länger. Bei industrieller Nutzung kann man im Schnitt mit 12 Monaten rechnen, unter guten Bedingungen sogar bis zu 24 Monaten.
Entsprechend teurer ist er auch. Nicht alle Hersteller verbauen ihn, deshalb kenne ich die Preisspanne noch nicht ganz genau. Beim HeyGears fängt es jedenfalls bei 1.299 Euro an.
Hinweis: In einem Gerät mit F1080 lässt sich der Kopf nicht einfach gegen einen I3200 tauschen.
Angesichts dieser Preise stellt sich natürlich die Frage nach den Gesamtkosten eines UV-Druckers. Die liegen klar über dem, was man von den meisten 3D-Druckern kennt. Für den normalen Hobbymarkt sind sie deshalb eher ungeeignet.
Dazu kommt: Wer den Druckkopf selbst beschädigt (z. B. von unten mit Isopropanol reinigt), zahlt teuer. Ein Ersatz-Hotend beim 3D-Drucker ist günstig. Ein kompletter Druckkopf beim 3D-Drucker ärgert schon, bleibt aber machbar. Beim UV-Drucker entspricht so ein Schaden schnell dem Wert eines kompletten 3D-Druckers.
Pflege und Wartung
Die Druckköpfe von UV-Druckern sind Verschleißteile. Das gilt nicht nur bei intensiver Nutzung, sondern auch, wenn das Gerät länger unbenutzt herumsteht.
Die Hersteller haben deshalb verschiedene Wartungssysteme eingebaut. Die funktionieren aber nur richtig, wenn der Drucker dauerhaft am Strom hängt. Ein kurzer Stromausfall ist meist kein Problem, tagelang steckerlos stehen lassen eher schon.
Falls ihr euch für ein gebrauchtes Gerät interessiert, solltet ihr den Druckkopf vorher anschauen oder besser gleich einen Probedruck machen lassen. Wenn der Vorbesitzer sagt „zuletzt hat er noch einwandfrei gedruckt“, lügt er euch damit nicht an. Der Kopf kann trotzdem in der stehenden Zeit kaputtgegangen sein.
Um den Betrieb etwas pflegeleichter zu machen, gibt es verschiedene Systeme. Ein Beispiel ist die Zirkulation der weißen Tinte, damit sich die Pigmente nicht absetzen. Für längere Pausen (z. B. Urlaub) gibt es in der Regel einen speziellen Wartungsmodus. Den muss man vorher aktivieren, denn dann wird eine Reinigungsflüssigkeit in den Druckkopf gepumpt, die ihn feucht hält und gleichzeitig die aggressive UV-Tinte entfernt. Dieser Modus aktiviert sich aber nicht von allein „ich habe seit 3 Tagen nicht gedruckt, ich schütze mich selbst“. In der Regel helft ihr euch bereits, wenn ihr einfach alle 1-2 Tage eine Kleinigkeit druckt. Ansonsten spült der Drucker selbstständig eine kleine Menge Tinte in sogenannte Reinigungskartuschen um den Druckkopf zu schützen. Diese Form der Reinigung ist jedoch nicht so schonend wie die spezielle Reinigungsflüssigkeit.
Grundsätzlich ist eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit im Raum von Vorteil (ab ca. 50 %). Deshalb muss aber nicht der gesamte Raum zu einer Sauna werden, es reicht im Zweifel auch ein Luftbefeuchter in der Nähe des Druckers. Zu warm sollte es gleichzeitig nicht werden. Es gibt vermehrt Meldungen, dass an sommerlichen Tagen in einer Dachgeschosswohnung UV-Drucker ihre Dienste einstellen und erst wieder drucken, sobald es kühler wird.
Unterm Strich bringt der Betrieb also einen spürbaren Wartungsaufwand mit sich.
Anwendungsbereiche
Bedrucken lässt sich quasi alles mit einer wichtigen Ausnahme: Silikon. Selbst mit Vorbehandlung hält der Druck darauf nicht richtig und lässt sich relativ leicht wieder abrubbeln. Bei Apple-Watch-Armbändern wirds also schwierig. Hier greift man besser zu TPU, Leder- oder Stoffbändern. Bei Handyhüllen sollte man genau hinschauen, ob sie wirklich aus reinem Silikon sind.
Ansonsten sind die Einsatzmöglichkeiten ziemlich breit: Man kann 3D-Drucke „anmalen“ (PLA, PETG & Co.), aber auch Gläser, Flaschen, Textilien, Kopfhörer, Holz, Acryl, Computergehäuse, Controller (z. B. PlayStation), Leinwände oder Patches bedrucken. Im Prinzip fast alles außer eben Silikon.
Für größere Objekte, die nicht mehr in den Drucker passen (Fahrräder, Autos, Türen und Co.), gibt es spezielle Stickerfolie. Die wird bedruckt und anschließend auf das Objekt übertragen.
Bei den aktuell verfügbaren UV-Druckern liegt die maximale Grundfläche der Druckplatte ungefähr bei DIN A3. Die mögliche Höhe unterscheidet sich von Gerät zu Gerät.
Was UV-Drucke besonders macht: Sie sind wasserfest und relativ beständig gegen UV-Licht. Spülmaschinenfest sind sie trotzdem nicht. Das liegt weniger am Wasser selbst, sondern an den Reinigungsmitteln und der Hitze. Bedruckte Gläser und Flaschen wäscht man deshalb besser von Hand.
Entscheidet man sich für ein DT-Modell, erhält man noch die Möglichkeit Textilien im DTG und DTF Verfahren zu bedrucken. DTG ist in diesem Fall der Druck direkt auf den Stoff, wodurch aber ein hoher Baumwollanteil nötig ist und DTF ist das gute alte Bügelbild. Für beide Druckverfahren sind noch ein paar zusätzliche Verbrauchsmaterialien notwendig, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.
Vorbehandlung
Einige Materialien sind von Natur aus sehr glatt und brauchen deshalb eine Vorbehandlung. Die meisten Hersteller bieten dafür Primer als Zubehör an. Das ist vergleichbar mit dem Anstreichen von Möbeln, die man vorher anschleift und grundiert. Nicht jedes Material braucht das, aber bei sehr glatten Oberflächen wie Glas, Acryl oder Metall ist es oft sinnvoll. Die Farbe hält auf den ersten Blick zwar, lässt sich mit dem Fingernagel aber relativ leicht wieder abkratzen.
Weiß ist nicht gleich Weiß
Um auch auf dunklen Objekten drucken zu können, haben UV-Drucker weiße Tinte verbaut. Und hier gibt es gleich zwei Varianten: flexibles Weiß und hartes (Rigid) Weiß. Optisch sehen beide vollkommen identisch aus. Der Unterschied liegt in der Anwendung: Flexibles Weiß kommt auf alles, was sich biegen kann, also zum Beispiel Leinwände oder Patches. Rigid Weiß nimmt man für harte Oberflächen. Die dürfen beim Bedrucken durchaus gebogen sein, sollten sich danach aber nicht mehr weiter verformen oder dehnen.
Während ‚Flex weiß‘ sich biegen kann, würde ‚Rigid weiß‘ dabei anfangen zu brechen.
Wie kompliziert ist so ein Druck?
- unbedruckt
- bedruckt
Nachdem wir jetzt einiges über die UV-Drucker erfahren haben, stellt sich die Frage: Wie druckt man damit überhaupt?
Im Vergleich zu einem 3D-Drucker ist das Ganze deutlich einfacher. Eher lässt es sich mit einem ganz normalen Tintenstrahldrucker vergleichen.
Ihr braucht im Grunde nur drei Dinge:
- die Software eures UV-Druckers (+ Computer),
- den Gegenstand, den ihr bedrucken wollt,
- das, was ihr drauf drucken möchtet.
Die UV-Drucker werden in der Regel ausschließlich über die Software gesteuert. Am Gerät selbst findet ihr weder ein Touchdisplay noch irgendwelche Tasten zur Steuerung. Alles läuft über den PC.
In der Software öffnet ihr einfach ein Bild, das sich auf eurem Computer befindet. Egal ob selbst fotografiert, aus dem Internet runtergeladen oder eingescannt. Auch das Format ist weitgehend egal. PNG, JPG, SVG und viele andere Formate werden ganz normal erkannt.
Sobald das Bild geladen ist, könnt ihr auf eurer Arbeitsfläche, die Größe und Position des Bildes anpassen. Häufig gibt es in der Software noch verschiedene Möglichkeiten das Bild zu bearbeiten. Teilweise auch mit Hilfe von KI.
Damit das Positionieren leichter fällt, besteht bei den meisten Druckern eine Scanmöglichkeit vom Druckraum. Per Kamera wird euch das Bild der aktuellen Druckplatte in die Software übermittelt damit ihr genau sehen könnte wo ihr eure Sachen angeordnet habt.
Jetzt kommt die eigentliche Einstellung: ihr sagt nicht wie dick die Schicht gedruckt werden soll, es müssen keine Temperaturen oder Geschwindigkeiten angepasst werden. Ihr sagt lediglich, ob ihr weiß unter das Bild drucken wollt und wenn ja, wie viele Schichten. Auch die Anzahl der Farbschichten kann eingestellt werden gefolgt von einer Lackschicht (matt und glänzend zur Auswahl). Die benötigte Anzahl ergibt sich durch probieren und persönlichen Vorlieben.
Bei dunkleren Untergründen druckt man zuerst eine weiße Unterschicht und darüber erst die Farbe. Ansonsten würde das Motiv ähnlich blass wirken wie Buntstifte auf schwarzem Papier. Ich habe auf z.B. schwarzem PLA bisher mit 2 Schichten weiß die beste Erfahrung gemacht. Ist die Oberfläche bereits weiß (weißes Filament, weiße Leinwand usw.), kann man auch direkt farbig drucken.
Für kräftigere Farben nimmt man einfach zwei Farbschichten. Persönlich hat 1 Schicht bei mir immer gereicht. Bei Gegenständen, die oft in die Hand genommen werden, lässt sich optional noch eine matte oder glänzende Lackschicht darüber drucken. Das muss man nicht machen, kann es aber. Wie glänzend man es haben möchte, ist dann wieder persönliche Vorliebe.
Möchtet ihr Texturen erzeugen, stellt ihr die gewünschte Höhe ein. Der Drucker baut diese dann automatisch aus vielen weißen Schichten auf. Die Farbe kommt erst ganz zum Schluss als Schichte darüber.
Und das komplizierteste: Ihr legt vorher die Reihenfolge dieser Schichten fest. Druckt ihr beispielsweise auf Glas und wollt das bunte Motiv von beiden Seiten sehen, würde man als Farbe-weiß-Farbe drucken. Das ergibt sich spätestens, wenn ihr es einmal selbst gesehen habt.
Das wars im Wesentlichen mit den Einstellmöglichkeiten. Der Rest der Software dreht sich eher um das Erstellen von Schriften, das Bearbeiten von Bildern und ähnliche Sachen. Der eigentliche Druckvorgang selbst ist dagegen ziemlich unkompliziert.
Kosten
Anschaffungkosten
Geräte mit dem günstigeren Druckkopf bekommt man in „Frühbucheraktionen“ (wie xTool es nannte) schon ab etwa 1.550 Euro. Der reguläre Verkaufspreis liegt meist über 2.000 Euro. Sobald ein gewissere Wettbewerb unter den Herstellern entsteht, dürften die Preise aber noch etwas sinken.
Modelle mit dem industriellen Druckkopf starten in der Regel bei rund 3.000 Euro und haben aufgrund des Preises nur 1 Druckkopf (mit 8 Farbkanälen)
Materialkosten
Während die Anschaffungskosten abschreckend wirken und auch der Tausch eines Druckkopfes nicht günstig ist, sind die reinen Druckkosten für einfache Sachen oftmals im Centbereich.
Nehmen wir als Beispiel dieses kleine gedruckte Schiebepuzzle, das ich euch unter ‚Wie kompliziert ist eigentlich so ein Druck?‘ zeigte. Ich hatte es mit schwarzem PLA ausgedruckt und dann in den UV Drucker eingelegt.
Da es schwarz ist, habe ich zuerst 2 Schichten weiß drucken lassen, damit die Farben schön kräftig leuchten können und anschließend eine einzige Farbschicht.
Den Verbrauch könnt ihr im oberen Bild sehen. Die Tintenpreise sind die xTool UVP Preise (derzeit wären sie noch günstiger, da noch eine Rabattaktion läuft). Bei anderen Herstellern können die Preise aber wieder ganz anders aussehen. Der Verbrauch ist jedoch immer ähnlich. In diesem Fall hätte mich das bedrucken ca. 3 Cent gekostet. Die Endkosten entstehen vor allem durch den Gerätepreis und dem Druckkopf als Verbrauchsmaterial. Die Tinten selbst sind zu vernachlässigen.
Fazit
Dieses Gerät ist nicht für jeden geeignet, das will ich ganz klar sagen. Wer nur zu Weihnachten ein paar Geschenke druckt und ihn dann bis Ostern wieder in die Ecke stellt, ist hier falsch. Die Folgekosten sind einfach zu hoch. Wenn einem der Nutzen und die Neugierde das wert ist, kann man es natürlich trotzdem machen. Manchmal fallen einem erst mit der Nutzung neue Möglichkeiten ein.
Ansonsten ist ein UV-Drucker eine Gerätekategorie, die sich der eigenen Kreativität anpasst. Umso mehr Ideen man hat, desto mehr kann man damit anstellen.





























Danke Quisa! Mein Beitrag platzt schon auseinander. Dabei hab ich den eufy noch längst nicht fertig getestet. So kann ich diesen Punkt deutlich kürzer fassen. Schöner Beitrag!