Elegoo Centauri Carbon – jetzt noch kaufen oder auf den Nachfolger warten?
Während bei einigen Herstellern mittlerweile sogar schon die zweite Generation der Multimaterialsysteme auf dem Markt ist, scheint ein eigentlich bekannter Name in diesem Bereich fast ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein: Elegoo mit dem Centauri Carbon.
Lohnt sich das Gerät trotzdem noch? Schauen wir uns das Ganze mal gemeinsam an.
kostenfrei zur Verfügung gestellt von Geekbuying. Dies beeinflusst in keiner Weise meine Meinung. Der Elegoo CC ist dort derzeit ab 299,- zu kaufen.
Ich mag Elegoo vor allem wegen der Namensgebung ihrer Geräte. Im Bereich der Resin Drucker gehören sie im Hobbysegment schon seit Jahren zu den beliebtesten Druckern überhaupt. Auch bei den FDM Druckern konnten die Modelle der Neptune Serie mit ihrer Zuverlässigkeit überzeugen (hier ein Testbericht zum Neptune 4 Pro)
Mit dem Centauri Carbon stellte Elegoo schließlich den ersten eigenen CoreXY Drucker vor, wobei wir den OrangeStorm an dieser Stelle einfach mal ausblenden. Der spielt noch einmal in einer anderen Liga.
Doch warum redet eigentlich kaum jemand über diesen Drucker? Wieso ist er doch eher unbekannt geblieben? Ein großer Teil der Antwort liegt vermutlich bei den Multimaterialsystemen der anderen Hersteller. Kaum ein Anbieter kommt heute noch ohne ein eigenes System aus, nur eben Elegoo bisher nicht.
Centauri Carbon 2?
Seit dem 26. Januar 2026 ist der Nachfolger, inklusive des neuen Multimaterial-Systems (CANVAS), offiziell verfügbar. Einen Link zum Vorverkauf habe ich euch am Ende des Artikels platziert. Ein entsprechender Test existiert derzeit noch nicht.
Im ersten Quartal 2026 (an dieser Stelle übrigens ein frohes neues Jahr euch allen! Wir haben tatsächlich schon Q1) soll bereits der Centauri Carbon 2 erscheinen. Dieser kommt dann auch direkt mit einem Multimaterialsystem. Ob der ursprüngliche Centauri Carbon überhaupt nachrüstbar sein wird, ist aktuell nicht ganz sicher. Da Widerspricht sich Elegoo teils selbst. Es gibt nämlich verschiedene Revisionen: Spätere Modelle besitzen bereits auf der Rückseite einen Anschluss, den ganz frühe Geräte nicht haben. Unser Testobjekt wäre diesbezüglich zwar vorbereitet, aber wir müssen mal schauen, ob da wirklich noch etwas kommt. Ich werde diesen Artikel auf jeden Fall ergänzen, sobald es Neuigkeiten gibt.
Das macht den aktuellen Drucker aber nicht automatisch schlechter. Ja, er ist ein Auslaufmodell, aber nicht jeder braucht zwingend ein AMS, ACE, CFS oder wie die Systeme alle heißen. Manchmal möchte man einfach nur zuverlässig drucken. Und ich kann euch eines vorab verraten: Das kann der kleine Kerl echt gut.
Es ist sicher nicht alles perfekt, aber wir haben hier einen Drucker mit einer erstklassigen Verarbeitung und wirklich guten Druckqualität. Das ist kein einfacher Plastikwürfel, sondern wirkt echt hochwertig – und das zu einem Preis, der in Angeboten auch mal unter 300 Euro landen kann. Das schauen wir uns jetzt mal genauer an. Denn neu ist nicht automatisch besser und so kann der „normale“ Centauri durchaus für einige noch genau DER Drucker sein.
Unboxing und Lieferumfang
- Blick von oben in den Bauraum
- mit rot sind die Transportsicherungen markiert
- Zubehör
- Mülltrennung in Deutschland … wieso klebt man denn da Pappe dazwischen?
Der Drucker kommt gewohnt ordentlich verpackt in einem Paket an, das tatsächlich sogar für mich gut tragbar ist. Elegoo nutzt hier kompakte Kartons mit praktischen Tragegriffen.
Beim Zubehör hat der Hersteller allerdings wie auch schon beim Neptune 4 Pro eher gegeizt. Natürlich lässt der niedrige Preis keine großen Sprünge zu, aber dann würde ich die fünf Meter (sicher wieder feuchtes) PLA ehrlich gesagt auch noch streichen. Denn abseits vom nötigsten Werkzeug und einem USB Stick war es das eigentlich schon. Ein Ersatzhotend oder ein Filamentknipser fehlen komplett.
Der Aufbau
- Display anstecken
- USB Port direkt vorn mittig
Der Aufbau ist unkompliziert und einfach. Das Display wird lediglich eingehängt, nachdem man das Flachbandkabel eingesteckt hat. Im Inneren befinden sich drei markierte Transportsicherungen, die man herausschraubt. Dazu kommen natürlich noch die üblichen Klebestreifen hier und da. Insgesamt ist das ein gewohntes Erlebnis direkt „out of the Box“.
Das Display ist übrigens ein 4,3 Zoll großes Farbdisplay mit einem sehr guten Druckpunkt. Es reagiert tadellos und lässt sich sehr schön per Touch bedienen.
Erste Inbetriebnahme
Die erste große Kalibrierung braucht circa 30 Minuten Zeit und der Drucker zeigt hier schon sein ganzes Lautstärkepotential, auf das ich später noch einmal zurückkommen möchte. In dieser Zeit muss man absolut nichts machen und kann sich anderen Sachen widmen.
Allgemein wird man über das Display auch ohne Vorkenntnisse schön durch die Einrichtung geführt. Viel zu erledigen gibt es hier nicht und bis auf die große Kalibrierung kostet euch das Ganze nur wenige Minuten Zeit.
Filament laden
- Filament verkantet beim Laden gern
- Winkel zu steil wenn die Glasabdeckung aufsitzt
- Kleines Hilfstool wirkt Wunder beim Filament Laden
Das erste Teil, das ich immer drucken möchte, ist das Speed Benchy. Dieses liegt bereits fertig gesliced im internen Speicher bereit. Das mitgelieferte Filament habe ich direkt ignoriert und eigenes Material geladen. Meine Güte, war das schwergängig! Der Platz zwischen dem Schlauch und der Glasplatte ist wirklich gering und das Ganze wird ordentlich gestaucht. Der Winkel in den Extruder ist allgemein schon grenzwertig, wodurch ich mehrfach mit Kraft nachschieben musste. Ich dachte ständig, dass es jetzt endlich durch sei, aber nein, es hing nur wieder irgendwo fest und ließ sich extrem schlecht durchschieben. Das habe ich später auch noch einmal mit TPU in der Härte 95A probiert und das ist wirklich nicht schön.
Es gibt ein paar einfache Modifikationen, die hier helfen, aber die müssen natürlich erst einmal gedruckt werden. Wenn man eine bessere Schlauchführung druckt, muss man zusätzlich auch zwingend einen Riser verbauen. Aufgrund der Optik wählte ich einen Low Riser und es funktioniert zwar irgendwie, aber mit dem Wissen von heute würde ich genau diesen Low Riser nicht mehr drucken, denn genau der ist mit der angepassten Schlauchführung weiterhin grenzwertig niedrig. Hinterher ist man halt schlauer…
Technische Daten
| Bauvolumen | 256 × 256 × 256 mm |
| Heizbett-Temperatur (max.) | 110 °C |
| Düsentemperatur (max.) | 320 °C |
| Verbindungsmethode | USB, WLAN |
| Nozzle | Gehärtet (0,4) |
| Extrudertyp | Dual-Gear Direct Drive Extruder |
| Besondere Merkmale | vollständiges Autolevelling Kamera Zeitraffer Filament-Sensor Wiederaufnahme nach Stromausfall |
| Stromverbrauch (gemessen) | ca. 170Wh bei PLA |
| Lautstärke (gemessen) | 65 / 70db (Tür zu / Tür auf) |
| Platzbedarf | 398 × 404 × 490 mm |
Funktionen
- Bambu Lab Druckplatte passt
- neuere Versionen haben diesen rückseitigen Stecker
- Filamentsensor
- Beleuchtung könnte besser sein
- Kamerabild ist ok
Der Funktionsumfang umfasst alles, was man sich derzeit bei einem günstigen Drucker wünscht und sogar noch ein wenig mehr. Da der Centauri Carbon eingehaust ist sowie das Druckbett bis auf 110 °C (heizt wahnsinnig schnell auf) und das Hotend bis zu 320 °C unterstützt, eignet er sich auch hervorragend für technische Filamentsorten. Hierfür gibt es sogar eine Modifikation, bei der man das Filament statt von außen nach innen bringen kann, wo es warm und trocken bleibt. Der Bauraum ist zwar nicht aktiv beheizt, wir besitzen jedoch eine Temperaturanzeige und können das Heizbett vor einem Druck nutzen, um den Bauraum entsprechend vorzuwärmen. Dieses Thermometer empfinde ich allgemein als sehr angenehm, denn wir werden es noch brauchen, wenn wir später zum Thema Lautstärke kommen.
Ansonsten ist der Bauraum auf 256 x 256 x 256 mm begrenzt und die Druckplatten sind optisch fast eine exakte Kopie von Bambu Lab. Ihr habt eine P1, A1 oder X1-Reihe? Dann könnt ihr eure Druckplatten am Centauri Carbon einfach weiter verwenden. Das ist eine sehr tolle Sache, die mich persönlich riesig gefreut hat.
Und weil wir gerade bei den Druckplatten sind: Es gibt hier immer eine Vorderseite und eine Rückseite. Die meisten mir bekannten Hersteller liefern in der normalen Ausführung zwei identische Seiten, doch nicht so Elegoo beim Centauri Carbon. Die Druckplatte hat eine normale Seite und eine feine Seite, was simpel und doch sehr praktisch ist.
Die Kamera ist dabei gar nicht so schlecht, die Beleuchtung leider hingegen schon. Das Bild ist insgesamt recht dunkel. Man kann zwar alles sehen, aber es wirkt ein wenig wie aus einem alten Film in Sepia-Optik. Mit einer externen Beleuchtung wird das minimal besser. Der Videostream ist wahnsinnig flüssig, schade nur, dass es farblich weniger realistisch ist.
Nozzle-Wechsel
- Hinter dem Hotend befinden sich noch 2 kleine versteckte Stecker
- Viel Platz damit man auch mal schrauben kann
Leider setzt auch der Centauri Carbon noch auf das Prinzip, bei dem man das komplette Hotend herausschrauben muss. Das lädt zwar nicht unbedingt zum regelmäßigen Wechsel ein, ist jetzt aber auch nicht wahnsinnig schwer. Ich vergleiche das gern mit meinem P1S, bei dem man sogar noch Lüfter umschrauben müsste, falls man sich die fertige Baugruppe spart.
Die Frontklappe vom Druckkopf hält magnetisch + 2 obere Rastpunkte und ein einzelner Stecker befeuert den darin befindlichen Lüfter. Die nimmt man entweder komplett ab oder legt sie vorsichtig nach hinten, ohne dabei das Kabel zu beschädigen. Jetzt müssen lediglich zwei Schrauben gelöst sowie zwei Stecker (sitzen dahinter) abgezogen werden und man ist fertig. Das Ganze macht man dann noch einmal in umgekehrter Reihenfolge, um alles wieder einzubauen. Es geht schnell. Es ist zwar nicht die schönste Lösung, aber sie ist schnell erledigt. Werkzeugfrei wäre natürlich schöner.
Orca Slicer
- Orca Slicer nutzen
- inkl. Kammertemperatur
- Diese Fehlermeldung ließ sich nie beheben
Während die ersten Nutzer mit ihren Druckern noch auf den hauseigenen Elegoo Slicer ausweichen mussten, kann das Gerät jetzt vollständig im Orca Slicer genutzt werden. Die IP Adresse findet ihr direkt im Drucker und könnt sie anschließend in der Nutzeroberfläche vom Orca eingeben. Stellt hier aber unbedingt auf Elegoo Link um, da sich die beiden Geräte sonst nicht finden. Das war es auch schon, denn danach stehen euch sämtliche Orca Versionen und Funktionen zur Verfügung.
Einzig das Senden vom Druckauftrag ist durchaus ein wenig holprig, allerdings ist das in der Elegoo Variante vom Orca leider genauso. Man kann nämlich in der normalen Oberfläche die Druckplatte nicht ändern. Schickt man den Druckauftrag ab, fragt das Programm, ob man mit Seite A oder B der Druckplatte drucken möchte. Die Seiten sind entsprechend beschriftet und A ist grundsätzlich vorausgewählt. Stellt man jedoch auf B um, meckert die Software, weil die Einstellung nicht zur geslicten Datei passt. Nur lässt sich das eben nirgends vorher umstellen, oder ich bin an dieser Stelle schlichtweg blind. Also lasse ich es halt auf ‚A‘ stehen… Sollte jemand eine Lösung hierzu haben, dann schreibt mir gern hier in den Kommentaren oder im Forenbeitrag.
Die Standard Filamentprofile sind völlig in Ordnung, allerdings war mir beim ersten Benchy direkt ein Problem beim Z-Offset aufgefallen. Dieses Problem existiert nicht, wenn ihr vor jedem Druck den kompletten Kalibrierungsprozess durchlaufen lasst. Allerdings dauert dieser oft länger als manch kleiner Druck selbst. Tut euch daher selbst einen Gefallen und passt den Offset allgemein in den Druckereinstellungen an.
Natürlich könnt ihr den Drucker auch mit einem USB Stick füttern und die Daten vom Stick auch in den internen Speicher des Druckers übertragen.
Eine Cloud-Anbindung oder Mobile App gibt es hier übrigens nicht. Den einen mag das freuen, andere vermissen etwas. Man merkt hier deutlich, dass Elegoo anderen Herstellern ein Stück weit im FDM Bereich nachläuft.
Z-Offset
- Menüeinstellung
Etwas Recherche zeigte, dass dies wohl allgemein eine Schwachstelle sein soll. Wenn ihr vor dem Druck die Druckbettkalibrierung durchführt, fällt das Problem gar nicht weiter auf. Da diese Kalibrierung aber gerade bei Kleinteilen im Verhältnis gehörig viel Zeit in Anspruch nimmt, solltet ihr den Wert über das Druckermenü direkt festlegen. Auf diese Weise spart ihr euch zukünftig bei jedem Start wertvolle Zeit.
Natürlich kann bei eurem Modell auch alles direkt in Ordnung sein.
Klipper
- Installationsinterface
- Neue „Begrüßung“ beim Start
Auf dem Centauri Carbon läuft eine Variante von Klipper, auch wenn anfangs mit dem Begriff Elegoo OS geworben wurde. Aufgrund der geltenden Lizenzvereinbarungen veröffentlichte Elegoo daraufhin im Herbst die gesamte Firmware. Dadurch konnte die Community Variante OpenCentauri, die es auch vorher bereits gab, noch einmal deutlich verbessert werden. Übrigens habe ich gegen Ende des Testberichts selbst auch die aktuellste Version davon auf meinen Centauri Carbon aufgespielt.
Druckqualität
Die Druckqualität ist vollkommen in Ordnung. Bei den Benchys handelt es sich um ein 15 Minuten Speed Benchy mit einem Overture Gradien Filament das nicht das trockenste ist. Natürlich lässt die Qualität nach, sobald man schneller druckt. Das kann der Drucker zwar auch, aber auf dem Geschwindigkeitsprofil ‚Balanced‘ gefiel mir die Qualität ohne weitere Anpassung am besten. Ihr könnt sowohl am Drucker als auch im Slicer während des Vorgangs problemlos die Geschwindigkeitsprofile anpassen, ohne den Druck vorher beenden oder neu starten zu müssen.
Abgesehen vom anfangs falschen Z-Offset hat der Drucker mir ohne weiteres Zutun sofort eine sehr gute Druckqualität geboten. Tatsächlich habe ich vermehrt Kleinigkeiten gedruckt die auf Fotos leider nur wenig Aufschluss über die Qualität geben. Weitere Druckprojekte stehen an, wodurch ist die Bildergalerie noch erweitern kann.
Übrigens: Alle meine Drucker stehen meist auf Kallax Regalen, aber keines hat bisher so gewackelt wie bei diesem Drucker. Der sorgt schon ordentlich für Bewegung. Entweder müssen meine darunter liegenden Weinflaschen umziehen oder der Drucker… (jetzt geschüttelt, nicht gerührt 😀 )
Maßhaltigkeit
Als Testobjekte dienten mehrere Würfel mit den Maßen 20 x 20 x 20 mm. In der Ebene (X- und Y-Achse) überzeugte der Drucker auf ganzer Linie: Drei von vier Würfeln lieferten exakt 20,00 mm, lediglich einer wich in X minimal mit 19,99 mm und Y mit 20,01mm ab. Ein sehr vorbildliches Ergebnis.
In der Höhe (Z-Achse) zeigten sich hingegen deutlichere Abweichungen, die direkt mit dem Z-Offset korrelieren. Erstaunlicherweise schnitten jene Würfel, bei denen der Z-Offset noch zu gering eingestellt war, mit Werten von 19,99 mm und 20,00 mm am genauesten ab. Man sieht bei diesen aber sehr eindrucksvoll die deutlich gequetschte und ausgeblutete erste Schicht.
Bei den Würfeln mit korrekt angepasstem Z-Offset und optisch sauberem First Layer lag die Abweichung in der Höhe bei bis zu 0,1 mm (20,06 mm und 20,10 mm). Möglicherweise ließen sich diese Ergebnisse durch weiteres Finetuning des Offsets noch verbessern. Da diese minimalen Differenzen für meine Projekte jedoch nicht entscheidend sind, ist das Gesamtergebnis für mich absolut praxistauglich.
Lautstärke
- Tür geschlossen
- Tür geöffnet
Meine größte Kritik an diesem Gerät liegt in der Lautstärke. Wer meinen Testbericht zum Elegoo Neptune 4 Pro gelesen hat, weiß vielleicht noch, dass ich den dortigen Hilfslüfter bereits kritisierte. Nur hatte dieser dort wenigstens einen mechanischen Schalter. Der Centauri Carbon besitzt ebenfalls diesen Lüfter, allerdings ohne die Möglichkeit zu sagen, dass man ihn nicht braucht. Und ich brauche ihn wirklich nicht.
Wir kommen teils auf bis zu 70 dB. Da die original Firmware nicht zuließ, dass ich diesen Lüfter permanent ausschalte, habe ich mir OpenCentauri aufgespielt. Das ist einfach gemacht und bietet den vollen Funktionsumfang sowie noch mehr Extras. So lassen sich jetzt alle Lüfter ausschalten und man kann selbst entscheiden, was man wirklich benötigt.
Unser „Brülllüfter“ macht übrigens unglaubliche 5-10db aus. Schaltet ihr den aus, sinkt die Geräuschkulisse von permanent über 70db auf direkt 60db (bei offener Tür 62db). An dieser Stelle frage ich mich ehrlich gesagt nur eins: Wie zum Teufel kommt Elegoo darauf, in ihren eigenen technischen Datenblättert etwas von weniger als 55db anzugeben? Da sind wir aber Meilenweit entfernt.
Da sind wir auch wieder beim Temperatursensor für den Bauraum. Tatsächlich kann ich sogar den Gehäuselüfter in den jetzigen Wintermonaten ausgeschaltet lassen. Der Drucker steht beheizt in einer Umgebung von 21 °C und der Bauraum ist trotz ausgeschalteter Lüfter mit PLA nie über 33 °C gegangen. Damit hatte ich noch keine Probleme. Da verhalten sich manche Filamentsorten jedoch auch unterschiedlich. Versuch macht kluch 🙂
Stromverbrauch
Der Brülllüfter allein macht beim Stromverbrauch schon etwas mehr als 10W aus, was für ein einzelnes Bauteil eine ganze Menge ist. Auch ansonsten gehört der Stromverbrauch für diese Gerätegröße nach meiner Einschätzung ins obere Mittelfeld. Wir haben inklusive aller Lüfter bei einem Druck mit PLA einen Durchschnittsverbrauch von 170Wh, was immerhin 50 mehr sind als bei meinem P1S. Schaltet man den Hilfslüfter aus, bewegen wir uns bei etwa 155 bis 160Wh.
Der Stromverbrauch ist immer das Erste, was ich bei allen neuen Geräten kontrolliere. Im Standby ist der Drucker mit knapp 5W eher sparsam, aber trotz des geschlossenen Gehäuses ist der Verbrauch insgesamt recht hoch. Die Isolierung scheint nicht ideal zu sein, wodurch das Gerät mehr nachheizen muss. Das würde im Umkehrschluss auch direkt erklären, wieso die Temperatur trotz ausgeschalteter Gehäuselüfter nie nennenswert hoch ging.
Modifikationen
Was mir am Centauri Carbon besonders gut gefällt, sind die vielfältigen Möglichkeiten der Anpassung. Das geht weit über das einfache Erhöhen der Abdeckung hinaus. Da das Gehäuse aus Metall besteht, bietet es sich zubehörtechnisch wahnsinnig gut für Magnete an. Ob eine Halterung für den Filamentschneider oder viele andere Dinge, man kann sie einfach per Magnet anheften.
Die Seite, auf der die Filamentrolle aufgehängt wird, ist verschraubt und kann abgenommen werden. Man druckt sich einen Abstandhalter, schraubt alles wieder zusammen und kann daraufhin die Rolle von innen aufhängen. Das ist gerade für Nutzer mit anspruchsvolleren Filamenten interessant. Auch das Türscharnier kann getauscht werden, wodurch man die Tür komplett öffnen kann, bis sie wieder auf der Seite des Druckergehäuses anschlägt.
Sogar für einen Poop-Behälter findet sich eine Lösung, da auch der Centauri Carbon Abfall in geringen Ausmaßen produziert. Direkt unter dem Schacht befinden sich zwei kleine Schrauben. Dreht man diese minimal heraus, ergibt sich die perfekte Möglichkeit, dort einen kleinen gedruckten Behälter aufzuhängen.
Es gibt noch so viele weitere Sachen, die diesen Drucker wahnsinnig vielseitig machen, gerade wenn man zusätzlich noch auf eine Community Variante der Firmware umsteigt.
Fazit
Der Elegoo Centauri Carbon bietet ein ordentliches Gesamtpaket, das vor allem durch den Preis und die Materialwahl überzeugt. Die Verarbeitung mit Aluminium statt Kunststoff ist in dieser Preisklasse positiv hervorzuheben. Die Inbetriebnahme verlief ohne größere Hürden und dank der gehärteten Komponenten lassen sich viele Materialien direkt ab Werk verarbeiten.
Kritikpunkte sind vor allem die hohe Betriebslautstärke, denn für das Wohnzimmer ist der Drucker schlichtweg nicht geeignet. Dazu war der Z-Offset ohne manuelle Korrektur erst einmal ungenau. Da es sich mittlerweile um ein Auslaufmodell handelt, sollte man den Kauf primär über den Preis rechtfertigen.
Er eignet sich dennoch sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Nutzer. Zwar liefert uns Elegoo kein vollständig freies Klipper, da das Board dies nicht unterstützt, aber durch die Anpassung der Firmware und die mechanischen Modifikationsmöglichkeiten bietet der Drucker eine Menge Potenzial für Spielereien. Und ihr müsst schon zugeben, hübsch ist er auch!
Am Ende stellt sich die Frage: Jetzt beim Centauri Carbon zuschlagen oder auf den Nachfolger warten? Wer immer das neueste haben möchte, dem stellt sich diese Frage sicher nicht. Wer aber hier und jetzt ein gutes Gerät sucht, hat in diesem Drucker eine passende Alternative gefunden. Und zwar zu einem, wie ich finde, attraktiven Preis.
Werbung
Den Elegoo CC gibts bei Geekbuying in verschiedenen Bundles, mit Fila, mit Trockenbox und mehr. Oder einfach nur das nackte Gerät, für 299,- aus dem DE Lager
Seit dem 26. Januar 2026 ist der Centauri Carbon 2 Combo auch bei Geekbuying im Vorverkauf verfügbar: 439,- aus dem DE Lager
Transparenzhinweis:
Bei den Links im Beitrag handelt es sich um Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links kauft, entstehen euch keine zusätzlichen Kosten – wir erhalten jedoch eine kleine Provision, mit der wir den Betrieb von Blog und Forum unterstützen.














































Der Centauri Carbon ist immer noch ein toller 3D-Drucker. Haben jetzt aber auch den Carbon 2 Combo getestet und er liefert absolut ab. Im vergleich zu Bambu lab halt doch noch etwas erschwinglicher. Bekommt man ja aktuell schon unter 450€
https://shop.bfi-it.de/elegoo-centauri-carbon-2-combo/
Einen sehr ausführlich und gut geschriebenen Testbericht hast Du hier abgeliefert, danke dafür.
Ich nutze einen Kobra S1 combo,der,nach anfänglichen Schwierigkeiten, jetzt inzwischen rund läuft.
Für meinen Neffen habe,das erste Mal überhaupt,mit ASA gedruckt und bin echt überrascht, wie gut schon im Standard Profil die Teile rauskommen. Leider kann das Teil wegen der Nozzle halt nicht mit technischen Filamenten umgehen. Alternative Hotends scheue ich ein wenig, da ich bisher eher von Problemen gehört und gesehen habe. Daher steht die Überlegung an, mir den CC als gebraucht Gerät günstig zu ergattern und halt auf ihm die technischen Teile zu drucken. Was darf der Drucker, deiner Meinung nach, gebraucht max. kosten? Wäre der Creality K1 eine Alternative? Ich danke für Aufmerksamkeit und freue mich auf Anregungen und Input.
‚Ich mag Elegoo vor allem wegen der Namensgebung ihrer Geräte‘
Ja, genau deswegen kaufe ich auch Bamboos weil ich die Teddys so mag 🙂
Nee Scherz beiseite, wieder mal Danke für den ausfürlichen Bericht/Test.
Ich bleibe bei meinen Bambus und warte auf einen Dualhead/Idex der in der unteren Preisklasse
Die sind halt sinnvoll vergeben… jedenfalls im Resinbereich.
Mars = kleiner Planet = kleinster Drucker
Saturn = großer Planet = größerer Drucker
Jupiter = größter Planet = größter Drucker
Ich kann dir nicht sagen wieso… aber ich finde das toll 😀
Erst mal Danke für den Top Bericht.
„… Leider setzt auch der Centauri Carbon noch auf das Prinzip, bei dem man das komplette Hotend herausschrauben muss. …“
Das stimmt so nicht ganz, denn man kann, wenn man’s kann ganz nach alter Väter Sitte auch nur die
Düse alleine Tauschen. Zu gegeben ist das tricky und es besteht die Gefahr für grob Motoriker sich
das Hotend abzureißen.
Multi Color System ist noch in der Entwicklung soll aber definitv kommen.
https://forum.drucktipps3d.de/forum/thread/36517-elegoo-centauri-carbon/?postID=570146#post570146
Hab mir den Drucker vor ein paar Monaten als meinen ersten Drucker gekauft. Mir fehlt also der Vergleich komplett, aber ich kann trotzdem sagen, dass ich zufrieden bin. Das Gerät wurde auf heise angepriesen und war damals auch schon günstig. Ich wollte halt was haben, was ein gutes Preis-Leistungsverhältnis bietet und das einfach funktioniert ohne viel basteln zu müssen.
Die Lautstärke ist schon recht hoch, und das Kamerabild ist wirklich recht dunkel. Dass das Gerät nicht an einen Cloud-Service gebunden ist finde ich gut. Das Auseinandernehmen des Druckkopfs um die verstopfte Düse zu reinigen war erst mal ein wenig einschüchternd, hat dann aber mit Hilfe von Youtube super geklappt.
Falls du mal wieder eine verstopfte Nozzle hast, kann sich auch ein Coldpull lohnen. Da musst du eigentlich nur den Schlauch, der oben in den Druckkopf geht, abziehen. Ist oft unkomplizierter als das Hotend auszubauen und zu reinigen 🙂
Prima Drucker und super Testbericht! Danke!
Gruß Fritz
Vielen Lieben Dank!
Wie immer! Dem Bericht gibt es wohl nichts hinzuzufügen. Ja. Der Drucker muß sich nicht verstecken. Es fehlt aber ein Alleinstellungsmerkmal. Das hat auch Elegoo begriffen. Besonders der Hickhack mit dem Filamentwechsler hat die Interessenten verprellt. Nun greifen die lieber zur Version 2 oder haben sich schon umentschieden. Das macht sich im Preis bemerkbar. Danke für den ausführlichen Bericht!
Elegoo hängt halt wirklich ein wenig hinterher. Die ganze Zeit dachte ich, sie brüten vielleicht ein stilles Geheimnis aus und bringen plötzlich etwas unerwartetes wie Snapmaker. Aber scheinbar hatten sie die ganze Zeit nur technische Probleme.
Mal schauen wie das mit dem Nachfolger wird. Man muss es positiv sehen: aus Fehlern lernt man. Wenn sie also Probleme hatte, kann man hoffen, dass der CC2 entsprechend sehr gut wird.
Ab 26.01.26 ist der Nachfolger verfügbar:
https://de.elegoo.com/products/centauri-carbon-2-combo