Update: Ender-3 unsere Anpassungen

Seit ein paar Wochen druckt das neue Spielzeug fleißig vor sich hin und ich bin begeistert von dem Ender-3. Es ist der erste Selbstbau-Drucker bei mir der auch ohne Eingriffe gut druckt und der Aufwand der Montage bleibt überschaubar und unkompliziert was ihn zum guten Einsteigerdrucker macht und auch Fortgeschrittene gut bedient.
Es gibt Stimmen, denen fehlt die Innovation. Mag sein! Dafür funktioniert er halt einfach. Aber kein Drucker ist so gut das es nicht auch besser ginge doch für den Preis bis 200€ hab ich noch keinen vergleichbaren Drucker gesehen. Wie gesagt, man muß ihn nicht umbauen um damit ordentlich zu drucken. Ich möchte ihn auch nicht zur Unkenntlichkeit verändern aber den ein oder anderen kleinen Mod zur besseren Nutzung oder Individualisierung gibt es immer.

Was macht jetzt der Zonestar auf dem Titelbild? Nun zum ersten gibt er einen guten Vergleich, zum zweiten hab ich ihn für paar Versuche hervor geholt um nicht gleich den Ender kaputt zu basteln und beim Druck einiger Teile für den Zonestar tauchten plötzlich ein paar Merkwürdigkeiten auf. Wie Ihr seht hat der Zonestar von mir eine Netzteilabdeckung und eine Abdeckung für das Board erhalten. Lief alles sehr gut. Bei mir lag kein Filamenthalter von Zonestar bei also auch einen gedruckt und dann kam das.

Was Ihr seht sind nicht 2 Teile. Mit den selben Einstellungen und dem selben Material tauchte plötzlich dieser Spalt auf. Als hätte einer ein Trennmittel aufgetragen. Der nächste Druck brachte das gleiche Ergebnis an anderer Stelle. Die Schichten davor und danach sind völlig unauffällig. Der 3. Versuch brachte das gewünschte Ergebnis und ich hab noch keine Erklärung dafür. Verrückter Weise hat auch Stephan dieses Phänomen bei sich beobachtet.

Um jedem Mißverständnis vorzubeugen! Nicht alle hier gezeigten Änderungen sind von mir. Mods aus anderen Quellen sind mit ihrem Ursprung verlinkt und ich möchte hier nur darauf verweisen! Die Rechte der Eigentümer sind davon nicht betroffen!

Zu meinen Mods hab ich bereits einiges im Forum gezeigt und werde es hier zusammenfassen und ordnen. Neben mir hat auch MagicBugsBunny kräftig Hand angelegt und den Ender-3 umgebaut. Leider konnte ich ihn nicht dazu überreden seine Änderungen mit mir im Beitrag vorzustellen. Also seht es Euch im Forum an. Das ärgerliche beim Umbau ist das Warten auf die Teile. Die Druckbettauflage kam nach 4Wochen zerknickt hier an, zum bestellten Fotozelt steht nach 4Wochen warten bei Ali, daß es in den nächsten 95Tagen bei mir eintrifft. Das macht jeden Spaß zunichte! Zum Glück ist das Zelt gestern bereits nach 5 Wochen eingetroffen und ich werde es testen und berichten.

magnetisches Flexbett mit BuildTak

Also beginnen wir! Egal wie gut die Bettauflage sein mag, irgendwann ist die verschlissen und benötigt Ersatz. Das Druckbett hat eine ungebräuchliche Größe von 235x235mm. Bislang hab ich keine passende Auflage gefunden. Das BuildTak vom Ender macht einen guten Eindruck aber ich mußte es noch vor der ersten Nutzung vom Bett lösen. Es überdeckt die Schraubenköpfe vom Bett. Da diese nicht gekontert sind drehen sich diese beim Versuch das Bett zu leveln. Es macht keinen Sinn das ohne Muttern zu versuchen. Besorgt Euch 4 Muttern M4 und kontert die Schrauben. Ein neues BuildTak muß auf das passende Maß zurecht geschnitten werden. Zunächst hab ich eine Ultrabase verwendet. Mit 220x220mm ist die aber zu klein und die Klammern konnten sie nicht zuverlässig halten. Kleben wollte ich nicht da es keine Dauerlösung sein sollte. Es gibt da unzählige Varianten für Dauerdruckplatten. Von Glas, Spiegel bis irgendwelche Flexplatten. Das BuildTak hat sich bei mir bewährt bereitet aber mitunter Probleme und klebt dann fest auf dem Druckbett. Die Klammern an den Flexplatten stören oft beim Druck. Schön finde ich die magnetische Flexplatte von Prusa und so hab ich gesucht und bei BuildTak eine schöne Lösung gefunden. Leider nicht passend und fast so teuer wie der Drucker. Bei Ali hab ich eine ähnliche Lösung gefunden und bestellt. Eine magnetische Matte wird auf das Druckbett geklebt. Ein Blech wird mit BuildTak-Folie beklebt und dient als flexible Dauerdruckplatte. Ist die Folie verschlissen wird diese gewechselt. Mit 228x255mm paßt es mit leichtem Überstand auf das Druckbett und gewährleistet einen Druckbereich von 220×220 plus Brim/Skirt. Der Überstand erleichtert das Abnehmen der Platte. Die Zugentlastung des Druckbettkabels und ein zusätzlicher Anschlag erleichtern das Positionieren der Platte. Das Blech läßt sich auf der magnetischen Matte nicht verschieben und hält bombenfest.

Das ist bereits die größte und auffälligste Änderung an meinem Ender-3 gewesen. Viele kleine Dinge fallen kaum ins Auge und einige sind nur kosmetisch. So die 4040 Endkappen, die Abdeckung für die Rückseite des Displays, eine Ablage zum Verdecken des Displaykabels. Wie sich herausstellte ist der Endschalter der Y-Achse nicht verstellbar und falsch positioniert. Also gibt es eine neue Halterung. Für die Umlenkungen der Zahnriemen gibt es Zahnriemenscheiben. Die fehlende Lagerung der Z-Spindel hab ich meinem CR-10 gemopst. Nicht jeder hat einen CR-10 oder möchte dem ein neues Lager verpassen. Da sich an der Stelle die Schrauben für den Rahmen und der Filamentrollenhalter treffen hab ich ein passendes Lagergehäuse für 608er-Lager mit Aufnahme für den Rollenhalter erstellt. Dann kam der Wunsch nach einstellbaren Gerätefüßen. Winkel mit Gewinde für Sechskantschrauben M8 mit Rändelknopf. Für den gefräßten Kabeldurchgang am Profil ein Kantenschutz.

Das Netzteil hat eine geänderte Abdeckung erhalten. Die steht jetzt auf dem unteren Profil und wird darin geklemmt. Das versteift den Rahmen und schafft zusätzlich Platz für die Aufnahme der XT-60 Buchse und eine USB-Steckdose. Einsetzen der USB-Steckdose bei 21,4mm eine Pause zum einfügen im Druck setzen. Leider gibt es keine Befestigung für die USB-Steckdose und ich hab einen Kleks mit Heißkleber gesetzt. Alternativ können auch XT-60 Einbaubuchsen verwendet werden. Ein verdeckter Kabelausgang für eine LED-Beleuchtung an der Nut des Profils und fertig. Also noch eine Halterung für 2 12V-LED-Streifen am Rahmen ähnlich der an meinem Prusa MK2X.

Da der Ender-3 sehr geeignet ist für Einsteiger, die üblichen Slicer wie der Cura diese aber gern etwas überfordern hab ich mich mal an die Arbeit gemacht ein Programm von Prusa anzupassen. Schon der CR-10 hat gezeigt, die mit Prusa-Control erstellten gCode sind recht brauchbar und das Programm ist nicht mit Einstellungen überladen. Leider wurden dem Programm alle Möglichkeiten zum Einstellen des Druckers genommen. Irgendwo muß das Programm aber die Informationen her bekommen und da es im Hintergrund den Slic3r nutzt jedoch eine neue Oberfläche mitbringt hab ich mich mal in dem Verzeichnis umgesehen und bin fündig geworden. Der Ender-3 war schnell hinzugefügt und der Bauraum angepaßt. Etwas komisch sieht es aber schon aus mit dem Prusa-Druckbett. Also hab ich noch eine neue stl und 2 neue Bilder für das Druckbett erstellt. Jetzt wird es komisch. Das Druckbett wurde unsichtbar. Keine Ahnung was ich falsch mache oder die Programmierer da reingezaubert haben. Wenn mal jemand sein Glück versuchen möchte… Funktioniert aber trotz optischer Verwirrung recht gut.

OctoPi-Zero

Nicht nur der Ender-3 läßt sich mit einem Netzwerkanschluß aufwerten. Am besten eignet sich der Raspi zur Fernsteuerung. Es gibt inzwischen einige Systeme dafür. Ich hab das neue OctoPi verwendet. Auf der Homepage wird von dem Raspi-Zero abgeraten. Das wiederspricht der Variante von Prusa am Einsy im MK-3. Also die Rechenleistung ist nicht das Problem! Das WLAN ist sehr schwach. Ich verwende den Zero ohne WLAN mit einem USB-Hub mit integriertem Ethernet. Das ist der sicherste Weg zum Einbinden in das eigene Netzwerk. Wenn in unmittelbarer Nähe ein Access-Point steht geht auch WLAN. Ein neuer Beitrag zum aktuellen OctoPi ist bei Ralph in Arbeit. Für einen Filamentsensor werden noch GPIO-Anschlüsse benötigt und ein passender Halter. Ein Gehäuse für den Raspi gibt es auch.

Roy hat mich mit seinem Filamentwechselvideo auf eine Idee gebracht. Wie schon am CR-10 vermisse ich einen Filamentsensor am Ender-3. Der läßt sich mit OctoPi nachrüsten aber geht das nicht auch direkt am Drucker? Ein Steckplatz ist nicht frei aber der Z-Endschalter wird während dem Druck nicht abgefragt. Wenn der Filamentschalter in Reihe geschaltet wird könnte er bei entsprechender Abfrage bei Filamentende eine Pause auslösen und anschließend den Filamentwechsel anstoßen. Eine fertige Lösung gibt es hier. Ich bin ja nicht der einzige Besitzer des Ender-3 und so gibt es schon einige Umbauten auf thingiverse zu sehen. Auch in die Firmware wurde bereits eingegriffen. Leider versteh ich nichts davon und halte mich mit Respekt zurück. Wenn was schief geht macht das mehr Schaden als ich verkraften und beheben kann. Also wenn einer von Euch eine Idee dazu hat…

Die Dokumentation des Ender-3 ist vorbildlich. Die Einstellungen für den Ender-3 im Slicer sind ordentlich dokumentiert. Bei den Anpassungen von Prusa-Control ist mir aufgefallen, es handelt sich 1:1 um die Prusa-Einstellungen. Eine akustische Rückmeldung fehlt bislang für die Beendigung des Drucks. Im Internet bin ich fündig geworden. Kein Meisterwerk von Bach oder Beethoven aber OK. Einfach an das Ende des End-Script setzen.

;Pinky and the Brain

M300 S987 P112

M300 S0 P75

M300 S2637 P225

M300 S0 P75

M300 S2489 P112

M300 S0 P75

M300 S2637 P225

M300 S0 P75

M300 S3135 P112

M300 S0 P75

M300 S2489 P450

Die Zeile G28 X0 Y200 ; home x and y axis erledigte aber aus irgend einem Grund nicht mehr die Fahrt des Druckbetts nach vorn und mußte geändert werden. G28 X0 ;home x funktioniert noch. Mit G1 Y200 fährt der Schlitten nach vorn. Einen Grund kann ich nicht liefern. Danke MagicBugsBunny.

Das Ärgernis muß Creality-3d kennen. Im Netz bieten sie einen SD-Karten-Adapter/Verlängerung. Wie im Einführungsvideo von Stephan zu sehen so hab auch ich meine Probleme mit den microSD-Karten. Ich hab schon öfter das Gehäuse am CR-10 geöffnet um die Karte zu suchen und am PC brauch ich einen Adapter oder den USB-Kartenleser. Für den Adapter von Creality-3d gibt es verschiedene Halter im Netz. Ein unscheinbares winziges Teil Ender-3 SD Card gap filler von Supavitax auf thingiverse hat geholfen!

Der kleine Knopf auf dem Stepper des Extruders darf natürlich nicht fehlen und ein Schutz vor der Spindel für das Filament. Die Dateien von mir findet Ihr im Forum. Ich würde mich freuen wenn Ihr Eure Änderungen auch vorstellt und Eure Meinung mitteilt.

 

 

Update 11.06.18: Wie oben berichtet ist es grade erst bei mir eingetroffen. Entdeckt hab ich es bei JPrusa im Blog. Ein Fotozelt 50x50x50 cm als Druckereinhausung.
Es geht doch recht eng zu und da der Zonestar etwas flacher ist muß der zunächst in das Zelt. Im Moment weiß ich noch nicht so recht wie und wo ich den Temperatursensor platzieren soll. Bedienung, Filamentzufuhr, Strom alles etwas eingeschränkt. An der Stelle dürfte sich das magnetische Flexbett bewähren. Der Zugang zum Entnehmen des Druckobjekts ist eingeschränkt. Eine kontrollierte Temperatur wird sicher nicht so einfach. Im Moment fehlt mir das ABS. Bestellt aber noch unterwegs. Bei den sommerlichen Temperaturen sollte es funktionieren! Mit PETG hat es zumindest recht gut ausgesehen aber das funktioniert auch ohne Zelt. Eine Nummer größer wär vermutlich nicht verkehrt gewesen. Hoffentlich verträgt sich das Material mit den 100°C vom Druckbett und schmilzt nicht bei Berührung. Die läßt sich leider nicht ausschließen.

Update 22.06.18:

Zunächst geht der Dank an Stephan für den Tipp! Seit einiger Zeit haben wir ein merkwürdiges Erscheinungsbild am Ender-3 und keine Erklärung dafür. Ohne ersichtlichen Grund verbinden sich plötzlich einzelne Schichten nicht miteinander. Als hätte jemand ein Trennmittel darüber gekippt. Nach dem Druck läßt sich das Teil ohne Kraftaufwand an dieser Stelle auseinander ziehen. Beide Schichten sehen völlig normal aus. (siehe Bild oben im Beitrag) Keine Verstopfung und kein Rattern am Extruder. Bis mich Stephan jetzt auf 2 Schrauben aufmerksam gemacht hat. Alle Drucker bei mir außer dem Zonestar besitzen ein MK10 und keiner hat auch nur die Bohrungen dafür. Ich bin also gar nicht auf den Gedanken gekommen, daß da diese Schrauben sein könnten! Keine Ahnung wer auf diese bekloppte Idee gekommen ist diese zusätzlichen Wärmebrücken da rein zu basteln. Raus damit! Prüft bei der Gelegenheit auch den festen Sitz der Madenschraube! Jetzt bekommt der Block noch diese sexy Silikonsocke und der Staub muß natürlich auch noch weg!

Wenn ich schon ein Update mache kann ich gleich noch auf die geänderte Befestigung für den Filamenthalter hinweisen. Es kann so einfach sein.

8 Kommentare

  • winfried schulz

    ja – würde ich machen – wenn ich einen häte

  • MagicBugsBunny

    Die Platten habe ich auch … am Anfang war auch zufrieden.
    Nachdem ich sie geputzt habe, ist die Haftung sehr schlecht.

    Isoalkohol, Fensterreiniger, Nitroverdünnung, Pinselreiniger, Bremsenreiniger, …. alles getestet 🙁

    • Die Haftung auf dem Druckbett bei der magnetischen Flexplatte ist wie bei BuildTak-Folie gewohnt gut. Wenn die verschlissen ist wird gewechselt. Einzig die Handhabung wird durch das Blech und die Magnetfolie vereinfacht. Ich bin sehr zufrieden.

      • MagicBugsBunny

        muss ich glaub auch noch bestellen … oder selber machen 🙂 bin Schwabe 🙂
        Die Oberfläche gefällt mir einfach super, da kanns das erste Layer oder Rillen drucken 🙂

      • Ja! sieht man sehr gut bei dem Filamentsensor. Die Linien sind kaum zu erkennen. Bei PLA-silber sieht das verständlicher Weise etwas anders aus. Der Preis inkl. 2 Folien und Versand unter 40€. Das kosten bei BuildTak schon die Folien allein.

  • Meine Layerprobleme „Null Haftung“ irgendwo hin und wieder mitten Druck sind nicht mehr aufgetreten, nachdem ich ich die Z-Achse kontrolliert und nochmal sauber „eingestellt“ habe. Das hat ordentlich geklemmt, wenn man den Extruder in Z Richtung verschieben wollte. Zum Test: die Spindel aus der Motorkupplung lösen und entfernen, dann mal gucke, was passiert wenn man das Ganze Geraffel einfach so mal hoch und runter schiebt, war bei mir sehr schwergängig und „ruckte“.

    Als Druckbett nutze ich eine bilige FR4 GFK Platte mit 1.5mm, die für wenige Euros bei Ebay auf Maß 235x235mm zugeschnitten bestellbar ist ( https://www.ebay.de/itm/FR4-GFK-Epoxy-Platte-1-5-mm-274-x-265-mm/142727644640 ) . Für PETG und PLA klappt das sehr gut.

    Mehr hab ich beim Ender3 noch nicht geschafft. 🙁

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