Zonestar Z8PM4 Pro > der neue 4farbige „Stern in der Zone?“

Der Zonestar Z8PM4 Pro trudelte bei uns ein und wollte getestet werden. 4 Farben, ein Mischsystem, großer Bauraum, flexible Druckmatte und einfache Handhabung stehen auf der „finde ich spannend“ Seite.

Ob er die Erwartungen nun erfüllen konnte oder gar meine Gedanken dazu verändert hat, frei nach dem Motto von Mark Aurel „Auf die Dauer der Zeit (des Tests) nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an“, verrate ich euch in dem Artikel.

Der Drucker wurde uns von Geekmaxizur Verfügung gestellt. Es gibt keine Absprachen oder Bedingungen für den Test.

Zonestar Z8PM4 Pro 3D Drucker mit 4 Extruder LCD Display 300 x 300 x 400 mm – GEEKMAXI.COM

Die technischen Angaben:

  • Großer Bauraum von 300x300x400mm
  • Titan Extruder
  • 32bit Mainboard
  • Auto Leveling
  • sowohl Multicolor
  • als auch Gradient Color
  • 4in1 System > 4 Extruder > 1 Hotend > 1 Düse
  • neues User Interface
  • WIFI Modul und RunOut Sensor sind optional erhältlich

Einleitung:

Es fällt auf das der Karton recht klein ist, für einen Drucker dieser Größe erstaunlich. Die Chinesen wissen wie man platzsparend verpackt. Trotzdem ist alles sicher untergebracht und für längere Transporte gewappnet. Um direkt loslegen zu können liegen 4 Proben PLA Filament bei.

Auffällig waren unter anderem eine Vielzahl an Macken auf den Profilen, man könnte meinen er wäre schon mal in Gebrauch gewesen (scheint aber ein Neugerät zu sein, wenn man sich die anderen Bauteile anschaut) und es purzelten 2 Madenschräubchen im Karton umher.


Später stellte ich fest, dass eine weitere Schraube (Halter für den Z Motor) ganz fehlte. Der gut sortierte Hobbyist hat in der Regel Ersatz zu Hause.
Ein Neueinsteiger wäre aber gezwungen in den nächsten Baumarkt zu fahren.
Am Ende des Zusammenbauens stellte ich fest das auch die beiden Spindel Halter/Führungen für die Z Achse fehlten. Da der „Non“ Pro diese nicht hat, stellt es bei dem Pro kein Problem dar. Es wäre aber schön gewesen einen vollständigen Bausatz zu haben.

Der Zonestar im Detail:

Auf dem Gehäuse befindet sich, ähnlich wie beim Sunlu S8 Pro, ein Aufkleber mit den wichtigsten Technischen Daten.
Modell/Serie Z8, 300x300x400mm Build Volume, 400 Watt Netzteil, 11kg Gewicht und 52x58x80cm Platzbedarf des Druckers.

 

Wir haben eine offene Bauweise, das Netzteil und Mainboard sind leicht zugänglich. Das Netzteil trägt die Bezeichnung XR-400H-24 und ist entweder ein MeanWell oder Clone. Da sich die Bilder zum verbauten leicht unterscheiden will ich dafür nicht meine Hand ins Feuer legen.

Das Mainboard ist ein ZM3E4 V2.0 mit einem ARM Cortex M3 sowie TMC2225 Stepper Treiber und 4 Stück A4988 Extruder Treiber. Das Board bietet zudem die Möglichkeit ein optional erhältliches WIFI Modul, den Filament Run-Out Sensor und einen Laserkopf anzusteuern.

 

Die Verkabelung könnte besser gelöst sein, aber das ist eher selten anzutreffen, von daher will ich das nicht abwertend beurteilen. Etwas ärgerlicher ist da schon das ein Kabel den Lüfter berührt und somit im Betrieb zunächst für Geräusche und im späteren Verlauf vielleicht sogar zu einem Defekt führen kann. Nichts was 2 oder 3 Kabelbinder beheben könnten. Der normale User schaut aber eher selten unter das Kleid, daher sollte es nicht unerwähnt bleiben.

Im Allgemeinen ist die Kabelführung/Verlegung eher unterer Durchschnitt und auch die Befestigung der Heizbettkabel (eine Führung gibt es gar nicht, eine Befestigung am Druckbett ebenso wenig, nur ein Klebeband) erwecken in mir nicht das größte Vertrauen. Ebenso wie die Schrauben, die nahezu alle nicht fest angezogen waren (ich erinnere an die beiden umherwandernden Madenschrauben). Daher auch an dieser Stelle der dringende Rat, vor der Inbetriebnahme alle Schrauben prüfen und ggfls. nachziehen sowie die Kabel ordentlich verlegen und fixieren.

Am Ende ist der Aufbau jedoch keine so große Hürde und auch für Einsteiger leicht zu schaffen. Ich selber bin ein Fan von flexiblen Druckbettauflagen, bevorzuge aber Federstahlt/Rough PEI. Die hier verbaute ist vermutlich ein BuildTak Clone. Die Haftung bei PLA ist gut, sehr gut wenn man etwas zu knapp levelt, für immer und ewig verbunden wenn man deutlich zu dicht levelt… Ersatz ist günstig und es ist ein Verschleißteil, daher keine Abwertung.

Es gibt vermutlich schlechtere, aber bestimmt auch bessere. Da schon eine Magnetfolie verklebt ist, steht dem Einsatz einer hochwertigen Druckbettauflage nichts im Weg.

Der erste  Start:

Der erste Start, über den seitlichen Druckknopf (erinnert stark an den CR-10 Smart/Pro, ist beim Zonestar nur deutlich kleiner) wollte nicht klappen, das Display blinkte immer nur kurz auf, das war es dann. Der Trick, länger gedrückt halten, bis das Logo erscheint, dann startet der Drucker. Ein Blick in den Reiter „Info“ ergab das die FW von Anfang 2022 war, aber Zonestar hatte schon eine aktuellere auf deren Seite.
Link zur Firmware > https://github.com/ZONESTAR3D/Firmware/tree/master/Z8/Z8P

 

Das flashen selbst ist sehr simpel, Datei ins Hauptverzeichnis der Micro SD-Karte entpacken, den Drucker starten und dabei die Powertaste für ca. 30 Sekunden gedrückt halten, das war es schon.
Die firmware.bin muss im Hauptverzeichnis liegen.

Was auffällt, der Netzteil und Mainboard Lüfter sind, wie sollte es anders sein, recht laut/störend für mein Empfinden, ich bin da aber eher empfindlich.
Gemessen aus ca. 1m Entfernung sagt meine Schallmessung App rund 55dB. Sämtliche „Verfahrenswege“ aller Achsen sind allerdings sehr leise. Wenn man den/die störenden Lüfter austauscht, hat man einen sehr leisen Drucker.

Jetzt geht’s aber wirklich los:

So, nun wollen wir schnell aufheizen und Leveln, für den ersten Testdruck…schnell war dann mal.

Die Nozzle benötigte gute 3 Minuten um auf 200° und das Heizbett sogar noch eine ganze Minute länger. Da sollte man etwas Geduld mitbringen.
(die 4% zeigt er schon an bevor die Temperatur erreicht ist, einfach ignorieren)

Der Zonestar Z8PM4 Pro verfügt über ein Autolevel System, verstellbaren Bettschrauben und mechanischen End Stopps an allen Achsen.


Gelevelt wird zunächst klassisch über die 4 Schrauben unter dem Bett. Diese werden über das Menu angefahren. Danach ermittelt man den Z-Offset gefolgt vom Autolevel Vorgang (auch da wird man sauber durch das Menu geführt).

Ich hatte in den ersten Versuchen jedoch deutliche Probleme, so gab ich auf und habe mich aufs manuelle Leveln verlassen. Des einen Freud ist des anderen Leid, in dem Fall ist es gut, dass noch via Schrauben eingestellt werden kann

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Die Probleme waren folgende, der Sensor löste zunächst gar nicht aus. Er fuhr vor die Endstops welche er gekonnt ignorierte, um dann ein Loch im Druckbett zu hinterlassen. So viel zu „Catch Z-Offset“ Der Verdacht ging in Richtung defekter Sensor.
Dank der Unterstützung von @mehrwiedu konnten wir den Sensor aber zur Arbeit bewegen.

Das Problem war jedoch immer noch nicht gänzlich behoben, er reagierte nun zwar und stoppte, der Abstand zum auslösenden „Metall“ war aber zu hoch. Das quittierte er mit den Unterschiedlichsten Werten und wiederholten Error Meldungen beim Autolevel Vorgang.

Abhilfe schaffte eine Aluminiumfolie die zwischen Magnetfolie und flexiblem Druck Bett gelegt wurde. Grundsätzlich ist der Sensor einige mm verstellbar, aus einem mir nicht bekannten Grund klappte es am Ende nur mit der Alufolie.

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Ein Bettlevel Test liegt als G-Code auf der Karte.

Ein Highlight:

Apropos Karte. Der Inhalt und die Dokumentation sind absolut vorbildlich. Egal wieviel Stirnrunzeln es bis hierhin gegeben hat, das machen sie prima.
Eine Vielzahl an PDF-Dokumenten, links zu Videos, Testdateien, Firmware, Zubehörteile als STL, FAQ und Hilfestellung.

Erste Ergebnisse und Qualität:

Der Bettlevel Test ging so gerade noch als OK bis gut durch, also an das erste Testmodell, die Vase im Gradient Modus. Ja, er hat sie gedruckt und die Oberfläche würde ich als recht gut bezeichnen, die Probleme mit den ersten Layern und der Mischgeschichte waren aber noch nicht gelöst. Außerdem hat er irgendwie die Sache mit dem Gradient nicht richtig verstanden. Er sollte Weiß bis Blau drucken, auf den Bildern sieht man schön wie er das gekonnt ignorierte.

Den Kalibration Cube von unserem Uwe, hat er, vom ersten Layer bzw. Misch Problem abgesehen, gut gedruckt. Filament gewechselt und wiederholt, alles prima gelaufen.

Ein darauffolgender 3 farbiger Pinguin hatte dann wiederum deutliche Probleme, sowohl mit der Zufuhr eines Filaments (Extruder 3) als auch der Mischung, oder andersrum. Der Filament Wechsel ist im Übrigen recht hakelig. Die Öffnung geht schräg nach hinten/oben raus, der Feeder sitzt recht straff und durch die Anordnung der 4 Extruder, dicht beisammen plus die knapp darüber schwebenden Filament Rollen ist Geduld und Hornhaut an den Fingerspitzen vonnöten.

Zu Erwähnen an dieser Stelle, die 4 Extruder berühren sich wenn man sie „normal“ verbaut. Das Zahnrad des linken Extruders reibt am Feeder des benachbarten Extruders. Also alle gelöst und so gut es ging schräg montiert.
2mm Abstand hat das gebracht und ein Problem weniger.

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Auch hier die Probleme im Einzelnen. Sowohl die Gradient Funktion als auch der Mehrfarbdruck wurden nicht sauber ausgeführt. Ich bin der Meinung in Cura alles „richtig“ gemacht zu haben und vermute das der Zonestar die Befehle fehlinterpretiert?!? Ist das überhaupt möglich? Fakt ist jedoch, er mischt wie vorgegeben die Farben bis kurz über die Füße vom Hund, um dann damit aufzuhören. Beim Pinguin das gleiche Problem, zum einen ignoriert er Farbe Nr. 3, zum anderen säubert er im Bereich des Schnabels nicht mehr, druckt einfach blau weiter (siehe Prime Tower)

Die Vase im Gradient Modus ist augenscheinlich gut geworden, jedoch sollte er von unten nach oben, von weiß nach blau einen Übergang/Gradient drucken. Das Ergebnis spricht für sich selbst.
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Also, ran an den Hund und weiter drucken. Da konnte man schon die ersten Problem mit Unterextrusion erkennen. (diesem Problem stelle ich mich später)
Stringing war sekundär, da ferige G-Code Datei von der Karte.

Slicen und Profile:

Die zuvor gemachten Sorgen betreffend des einpflegen ordentlicher Profile in Cura verschwanden ganz schnell wieder. Zonestar legt auf der Karte (wir erinnern uns an den tollen Inhalt) sowohl eine Cura Version 4.1.1 als auch einen Cura Ressourcen Ordner ab. Den Inhalt dieses Ordners braucht man nur in das entsprechende Gegenstück vom installierten Cura kopieren und schon kann man den Zonestar als „Non Network Printer“ problemlos hinzufügen, Zonestar möchte den Z9M4 angelegt haben…
(das Druckbett von 310x310x400mm noch auf 300x300x400mm ändern)

Eine sehr ausführliche Anleitung, wie der Drucker eingepflegt wird und welche Einstellungen man wie anpassen sollte, liegt als PDF bei. Auch das Erstellen und Positionieren eines Prime Towers (zum Abstreifen der „alten“ Farbe vor einem Wechsel) wird sehr ausführlich erklärt.

Das Einzige das man bemängeln könnte, es ist nichts in deutscher Sprache vorhanden, keine Anleitung und kein Menu. Ein Handbuch sucht man auch vergebens > alles auf der Micro-SD Karte.

 

Vorläufiges Fazit:

Licht

  • großer Bauraum
  • flexibles Druckbett bzw. Auflage
  • normale Lautstärke, nach Lüfter Umbau sehr leise
  • 3 fache Bauteilkühlung
  • Cura Profile vorhanden
  • sehr gute Dokumentation und Inhalte der Micro-SD Karte
  • übersichtliches Bedienmenu

Schatten

  • optische Beschädigungen der Profile
  • fehlende Bauteile und Schraube
  • die Micro-SD Karte lässt sich nur fummelig einsetzen
  • lange Aufheizphasen sowohl für das Bett als auch die Nozzle
  • einsetzen und wechseln von Filament sehr hakelig

 

Ich könnte noch die Problematik mit der Autolevel Geschichte und das falsche?!? Mischen der Farben auf die Schattenseite packen, möchte dem Drucker aber noch Chancen einräumen und werde mich in der nächsten Zeit eingehender damit befassen. Einen Single Farbdruck meistert er problemlos, die Ergebnisse sind vorzeigbar und ich habe die Profile noch gar nicht optimiert. Da steckt also ein gewisses Potential drin.

Die bis dato aufführbaren Schattenseiten sind kein KO-Kriterium für den Zonestar.
Ich hege die Hoffnung die anderen „Ungereimtheiten“ in den Griff zu bekommen.

Stellt sich jedoch heraus dass die Probleme nicht lösbar oder auf mangelhafte Bauteile zurückzuführen sind, werde ich das hier nachtragen.

Solltet ihr Fragen zu dem Drucker haben oder ihr vermisst bestimmte Angaben, so lasst es mich wissen. Ich werde dann versuchen so gut es geht, Lücken zu füllen

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Mitte August:

Zonestar hat auf unsere Anfrage hin, einen „neuen“ G-Code und 2 Tipps zur Verfügung gestellt. Nun, wir sehen einen weicheren Farbverlauf, aber es zeichnen sich schon deutliche Probleme ab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Anfang September:

Ich wollte den Drucker nicht aufgeben und habe weiter auf Hilfe/Infos von Zonestar gedrängt.

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Heute, der 21.09.2022

Zonestar hat geantwortet und ich bin ehrlich zu euch. Wir haben viel Zeit und Nerven investiert, unterschiedlichste Einstellungen und Empfehlungen versucht…

Das wird nichts mit Zonestar und mir. Warum? Ich zeige euch deren „alllösende“ Antwort.

1. First, the color mixing hot end is more suitable for printing gradient models.
2. When you print multicolor models, if you encounter the problem of hot end blockage. It is recommended that you:
a. Increase the hot end temperature (205 ℃ for PLA, 215 ℃ for PLA+).
b. Reduce the printing speed to about 40mm/s.

Sie sagen im Grunde dass ihr Drucker eigentlich nicht für Mehrfarbdrucke geeignet ist und wenn man es trotzdem versuchen will, sollte man den Speed runter und die Temperatur erhöhen. So „könnte“ man ein Verstopfen verhindern.

Als hätten wir nicht alles versucht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anbei ein paar Bilder. Das Hotend neigt, „egal welchen Namen man im Kreis tanzt“ zu Verstopfung. Die Filament Kanäle fahren gerade runter, um dann kurz vor der Düse im rechten Winkel irgendwie zum Ausgang zu finden.

Das Loch in der Bauteilkühlung stammt von der Befestigung/Schraube > von Zonestar!
Die Chinesen sind da wohl eher einfach gestrickt und nebenbei hat man einen Kanal wo das Filament, wenn er mal wieder verstopft, sauber ablaufen kann.

 

Leider, und ich betone das „LEIDER“, kann man nicht zu dem Zonestar Z8PM4 Pro Mischer raten. Er hat jede Chance bekommen, versprach doch tolle Druckergebnisse und verschiedene Anwendungsgebiete. Auch mit Hilfe einiger sehr kompetenter Leute, gerade im Bereich „Mischer“, konnte der Drucker nicht zuverlässig zum Arbeiten bewegt werden.

Mag sein das wir ein Montagsgerät erwischt haben, aber die Informationen die ich während der längeren Testphase sammeln konnte, zeigen recht klar, dass das System schon von der technischen Seite eher in die Kategorie gehört: „Ich kann mit vielen Farben drucken“. Zonestar so: „halt mal mein Bier!“

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17 Kommentare

  • Hallo hat jemand die Hex Datei für Zonestar Z8PM4 Pro Bei mir war keine auf der Karte das ist traurig weil mein Drucker der hat gerade ein an der Waffel vielleicht kann mir jemand helfen danke in voraus mfg sven

  • Ik heb dus ook een Zonnestar Pro gekocht. Langzaam krijg ik deze onder de knie. Leuke hobby. Ben er nog wel een tijdje mee zoet. Weet alleen niet waar ik de onderdelen om de printer mee op te leuken kan downloaden. Ze staan net op mijn sd kaart. Heb er 2 op de site van Zonestar kunnen vinden

    Groet Geert

  • Danke für den Test. Habe wirklich ein Auge mehr auf diesen 3D Drucker geworfen und tja… – Ernüchterndes Ergebnis und dazu wohlwollende Kommentare.

    Sehen wir es nüchtern. Die 3D Drucker Hersteller wollen uns etwas verkaufen, was sie nicht zu bauen vermögen.
    Passt ja irgendwie so richtig in die heutige Zeit. Und nein, Nachsicht macht es nicht besser.
    Erweckt nur den Gedanken an die Langform der Handelskette „KONSUM“: Kauft ohne nachzudenken schnell unseren Mist. Parallelen zur aktuellen Politik und Teil der Industrie sind nicht rein zufällig.
    Fehlende Teile und laute Lüfter runden das alles dann noch ab.
    Das schöne an einer Endtäuschung ist halt, dass die Täuschung ein Ende hat.

    Lasst es euch gut gehen, so lange es noch gut geht.

    • Tatsächlich habe ich mich immer mal wieder mit dem Drucker befasst, leider ohne Erfolg. Als Single Drucker ganz brauchbar, aber das können andere auch in kleiner Preisklasse UND man kauft keinen Mischer um dann nur eine Farbe zu drucken

  • Bei mir steht ein Zonestar Z9M3, quasi eine Mischergeneration älter. Auch da waren die Probleme schon die gleichen und durch das Hinzufügen weiterer Farben wird das Kernproblem des Mischers nicht gelöst.
    Mittlerweile benutze ich ihn mit einem einfachen Druckkopf.

    Dass die Gradienten nicht sauber werden könnte an der Pigmentierung des Filaments liegen. Für weiß reicht wohl schon recht wenig Pigment, während kräftige Farben deutlich mehr davon bekommen. Beim Mischen kann das dann recht schnell dazu führen, dass eine Farbe die andere übertüncht. Insofern klappt der Gradient vielleicht besser, wenn man ähnlich starke Farben nimmt.

    Wenn ihr mal darauf achtet, sind die „mehrfarbigen“ Show-Modelle auch immer in Vollfarben gedruckt, also im Prinzip dasselbe, was man auch durch ein MMU oder Filamentweichen erreichen könnte. Wahrscheinlich genau aus dem Grund, dass jedes Filament anders ist.
    „Mischen“ geht zwar grundsätzlich, aber mit Einschränkungen. Jemand hat das Ergebnis mal als „Zahnpasta-Effekt“ bezeichnet und genau das ist es auch, weil die Farben sich nicht wirklich mischen sondern eher parallel rausgedrückt werden und je nach Richtung das Modell dann mehr die eine oder andere Farbe hat.
    Der Tipp mit der erhöhten Temperatur ist auf jeden Fall wichtig, sonst kommt die dickflüssige Masse nicht durch den Kopf. Aber selbst das hilft nicht immer, der Gegendruck beim Mischen kann groß genug werden, dass der Extruder sich ins Filament gräbt und wenn dann eine Farbe verstopft ist, gibt es interessante Spinnweben.

    • Du sprichst da mehrere Probleme an. Um es mal ganz nüchtern zu betrachten, gibt es auf dem Markt zur Zeit weniger als eine Hand voll funtionierende Mischer. Selbst nahmhafte Hersteller wie E3D haben nichts funktionierendes im Angebot. Der Cyclops von denen hat das gleiche Problem wie dieser Zonestar oder der Geeetech Mischer. Das Filament soll 2x 90° um die Ecke abbiegen. Das macht das Filament schon beim ersten Versuch nur wiederwillig um beim 2. Mal findet es Kanäle in Fließrichtung vor. Warum sollte es also plötzlich im 90° Winkel zur Düse abbiegen. In der Fluidtechnik gibt es eine Regel, nie über 45° Umlenkung zu gehen. Ein 90° Winkel wird dann mit 2×45° ausgeführt. Das läß sich natürlich sehr schwer fertigen und die Hersteller versuchen es mit 90° um damit zu scheitern. Was beim Vorschub noch irgendwie funktioniert ist beim Rückzug dann unmöglich. Das Filament läßt sich da nicht zurück ziehen. Die Spinnweben sind also unumgänglich. Derzeit kenne ich genau 2 Mischer, die das Problem im Griff haben. Da ist die Diamond-Nozzle und das Hotend vom A30M. Beide ordnen die Kanäle schräg an und kommen ohne Knick in der Zuführung aus. Ein echtes Mischen ist auch da nicht möglich. Darum haben wir das Zahnpastaeffekt genannt. Sieht halt wie die Rot/Weis Zahnpasta aus. Weises Filament gibt es in 2 Ausführungen. Reinweis mit viel Pigment und starker Deckkraft und weis fast ohne Pigment. Bei PLA auch mit extrem unterschiedlichem Druckverhalten und mechanischen Eigenschaften. Ich hab da schon sehr umfangreich im Beitrag zum A10M darüber geschrieben und im Forum diskutiert. Thisoft testet im Moment meinen Entwurf für ein 2in1out Hotend.

      • Hallo Uwe, vielen Dank für deine Antwort.

        Du hast absolut Recht, die Kanalwege sind nicht sehr durchdacht. Mit entsprechend dünnem Hydauliköl und wenig Durchfluss mag das so gehen. Wir haben stattdessen eine erst feste, dann zähflüssige Masse. Hinzu kommt, dass das Filament erst kurz vor dem ersten Knick in den heißen Teil des Hotends eintritt, wobei es entsprechend viel Gegendruck erzeugt. Wenn es an der Mündung über der Nozzle ankommt, ist das Filament schon viel flüssiger und kann dementsprechend auch leichter in die anderen Kanäle zurück fließen.

        Da sind die Diamond-Nozzles oder V-förmigen Hotends schon erheblich besser unterwegs. Es ist dann natürlich nicht mehr so kompakt, aber was nützt der gesparte Platz, wenn der Drucker nicht zuverlässig druckt? Davon abgesehen gibt es ja auch die Volcano und Supervolcano, die sind dann auch erheblich größer.
        Habe mir gerade mal den Link angesehen, sieht auch sehr vielversprechend aus! Und dazu noch eine vergleichsweise schlanke Form!

        Kann sogar sein, dass ich den einen oder anderen Punkt, den ich angesprochen habe, hier mal gelesen habe. Irgendwo habe ich auch eine Thesis gefunden, wo ein Extruder mit mechanischem Mischer entworfen wurde. Das scheint mir auch die einzige Möglichkeit zu sein, wirklich zu mischen.

        Mit Spinnweben meinte ich eigentlich nicht die dürftige Retraction, sondern mehr, dass nur noch ein Filament raus kommt, weil die andere Zuführung aufgegeben hat. Da der Drucker arglos weiter läuft, entstehen Objekte, die quasi nur noch aus Stringing bestehen.

  • Vielen Dank für den Test! Es ist zum Haare raufen mit Zonestar! Die haben noch nicht einen vernünftigen Drucker hier abgeliefert! OK! Der Grundaufbau scheint nicht mehr ganz so haarstreubend zu sein. Nun ist Multi-Color auch nicht ganz so einfach zu beherrschen wie der Druck mit einem Extruder. Dann gleich mit 4 Farben in den Ring zu steigen ist schon sehr ambitioniert aber das würde ich keinem Käufer zumuten. Andere Hersteller haben da auch schon Federn gelassen aber es gibt schon paar brauchbare Ansätze und der Drucker könnte dafür eine brauchbare Basis bieten. Wie gesagt, der Rahmen , Bett, Mechanik, Board… ist ja soweit OK. Was dem Drucker fehlt ist ein funktionierender Druckkopf. Ich würde den erstmal auf 2 Extruder abrüsten und den Druckkopf vom Geeetech A30M sammt X-Schlitten dort rein setzen. E2 und E3 werden einfach im Slicer nicht angesprochen. Den Mischer kann man dann auf E4 oder höher setzen. Dann sollte das auch mit dieser Firmware funktionieren. Eine Anpassung der DWIN-Firmware ist halt immer ein Problem. Thilo testet im Moment meinen Entwurf des 2in1out Hotends. Das kommt dem von Geeetech recht nahe.

    • Ja Uwe, der Ansatz mit dem „Abrüsten“ ist gut und wird eventuell irgendwann durchgesetzt. Mal sehen was die Zeit so bringt 😉 Wenn da was bei rumkommt, melde ich mich noch mal.

    • Ist ein Bastelprojekt für die kalte Jahreszeit… Liegt bei mir auch noch rum und wartet auf den passenden Einsatz.

    • Die Geeetech T Serie hatt das mittlerweile wohl gut im Griff. Hatte damals alle Treiber zu Silent Treibern getauscht und stundenlang Facebook Foren durchstöbert und rumprobiert, dazu passende Profile gesucht und verschiedene Slicer ausprobiert. Ergebnisse waren dann auch wirklich gut und der Drucker leise. Hatte teilweise 3 Farb Drucke über mehrere Tage am Laufen.
      Die 2 Color Filamente die es jetzt zu kaufen gibt – so konnte man schon mit dem M Modell (noch zu anfällig und brauchte viele Stunden Zeitaufwand) von Geetech drucken und mit dem T noch besser.
      Warum hab ich ihn dann wieder verkauft? Einfach weil zu viel Abfall rauskam. Der Purge Tower von der 3 Farben Vase hatte doppelt so viel Gewicht. Es lohnte sich nur wenn man mehr Teile druckte, dann war der Nutzen höher als der Verbrauch.
      Ist ja beim Bambulab auch enorm der Abfall.

      • So schön ich die 4 Farb Lösung finde, solange die mit dem Mischer Kopf um die Ecke kommen, sehe ich da kein Land.

        Die Menge Abfälle betreffend Purge Tower oder Ooze Shield verstehe ich nicht so ganz.
        Mein IDEX ist so sauber justiert + modifizierte Abstreifeinrichtung, da drucke ich ganz ohne verschwenderische „Hilfsmittel“ 🙂

  • Vielen Dank für den sehr ausführlichen Test !!!
    Hatte mich auf den Z8PM4 Pro Mehrfarbdrucker gefreut, aber das was die „Fabrikanten“ da wieder an Hardware abgesetzt haben… Ich frage mich auch immer wieder: Wollen die keine zufriedene Kundschaft, is denen das echt egal ???
    Ich lasse die Frage mal unbeantwortet.
    Echt schade, aber (meine)Nerven geschont.

    • Dafür testen wir, um euch den Mist mit Problemen zu ersparen 😉

      Was die Kundenzufriedenheit angeht, der Händler war da schon bemüht eine Lösung zu finden und hat am Ende sogar die Kommunikation mit dem Hersteller „beobachtet“.
      Zonestar selbst war es dann, der mit einer vorgeschobenen Ausredeantwort nicht wirklich geholfen hat.

      Schade…

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