Detailfotos: Alfawise U20

Unboxing ist schön und gut. aber hier wieder ergänzende Fotos, was mir am Alfawise U20 so aufgefallen ist..

Y-Idler

Y-Motor & Y-Endstop

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Y-Achse zeigt wenig interessantes. Y Idler vorne ist glatt – einfaches Kugellager und nicht verstellbar, der Metallbügel ist direkt durch die Profilschiene geschraubt. Ein Nachspannen des Riemens geht also nur am Bett selber.

Verstellbar ist der Y-Endstop (Bild rechts), der sitzt mit einer Hammermutter in der Nut.

Lustig: die Stepper Motoren tragen den Aufdruck TronXY.. ob Gearbest die Alfawise Drucker bei TronXY fertigen lässt? Oder wird hier einfach nur gekauft, was als Postenware günstig am Markt ist?

X linke Seite, Extruder Schlitten

X-Idler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die linke Seite der X-Achse mit dem neuen Blech als Halter für den X-Endstop gefällt mir recht gut, nettes kleines Detail.

X-Endstop ist fix. der linke Schlitten für die X-Achse muss ohne Exzenter-Hülse auskommen, das ist ja beim CR10 glaub auch schon so. Auf der rechten Seite haben wir eine Exzenterhülse, dort können die Rollen also justiert werden.

Die Idler Halter ist auch wieder direkt in Bohrungen im Profil geschraubt, die Riemenspannung kann aber durch die Langlöcher hier angepasst werden.

Als Idler selber dienen auch hier einfach nur wieder Kugellager anstatt gezahnter Riemenscheiben.

T-Stück mit Z-Endstop

T-Stück rechts

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch die beiden T-Stücke an der Seite (zur weiteren Stabilisierung des Rahmens) sind bei mir komplett durchgeschraubt, bei CR10 / Tornado sind die hier mit Hammermuttern befestigt. Im Grunde ist das mit den Bohrungen die stabilere Variante, aber der Unterschied ist wohl am Ende belanglos.  Lustigerweise existieren hier wohl unterschiedliche Versionen, wenns ich richtig gesehen habe, hatte Nerys U20 hier Hammermuttern.

Ein Verstellen des Z-Endstops ist auch beim U20 nicht vorgesehen, das wird immer dann interessant, wenn wir den Bettaufbau ändern, sprich Glasplatte weg oder dünnere / dickere Auflagen. Ist aber bei der Konkurrenz auch nicht anders, von dem her..

Wenn wirs grad vom Bett haben..

Stabiles Bett, 24V, Glasauflage mit Faketak

Hier gibts nix zu meckern, Bettträger recht massiv, 3mm Alu-Heizbett, 4mm Glasauflage mit einer Art Buildtak Folie oben drauf – das ganze zusammengehalten mit 4 Bulldog / Foldback Clips. Ich mag diese gelben Federn.. und ich kann schon wieder das Geheul über die kleinen Rändelmuttern hören, mir sind die gut genug. Nicht auf die Größe kommt es an, sondern wie gut man an die Dinger rankommt.

Nicht so schön: ohne Zugentlastung

Das Heizbett angelötet, so ein bissl mit Kaptonband „isoliert“, aber keinerlei Zugentlastung, das geht schöner..

Der mit Kapton angeklebte Thermistor naja.. Prusa macht das auch.

Zur Geschwindigkeit: das Bett heizt von 20°C auf 60°C in etwa 5 Minuten. Maximaltemperatur und Zeit bis 100°C muss ich mal noch nachtragen.

Schlitten fürs Bett

Mit 6 Rollen läuft das Bett auf einem 2040 Aluprofil – übrigens korrekte V-Slot Profile. Die oberen 3 Rollen besitzen Exzenter-Hülsen, die unteren 3 sind fix. Standard.

Hier auch nochmal im Bild: der Rahmen wird mit insgesamt 4 Bolzen solide verschraubt. Machen aber glaub alle Drucker in der Klasse so.

Einseitiger Z-Antrieb

Der U20 hat nur einen einseitigen Z-Antrieb. Und ich sags immer noch und ich bleib dabei: das reicht für den „Werkszustand“. Klar, wenn man da nun riesen Aufbauten auf den Extruder-Schlitten packt, kanns schon mal eng werden, aber so wie die Drucker ausgeliefert werden, reicht ein Z. Ich hab jetzt wieviel Drucker dieses Typs? 4 oder 5? Die sind alle völlig OK so. DoppelZ hat seine ganz eigenen Probleme. Wenn man DoppelZ will, dann muss das richtig, wie beim Anycubic i3 Mega gemacht werden: 2 Motoren, 2 Endstops, damit sich die Achse immer sauber ausrichtet beim Homing, das wäre zumindest mein favorisierter Ansatz, ansonsten verzichte ich auf DoppelZ.

Oben (die gedruckte Abdeckung hab ich fürs Foto entfernt) klemmt die Trapezspindel in einem Kugellager, unten haben wir eine flexible Kupplung. Auch hier wieder: Standard.

Der Extruder des Alfawise U20

 

 

Der Feeder ist Allerweltsware MK8, Alfawise hat hier ein kleines 3D-gedrucktes Teil eingesetzt, um die Führung von flexiblen Filamenten zu verbessern, wie gut das taugt muss ich noch testen. Bin kein Freund der MK8/MK10 Extruder, ich halte die für die „billigste funktionsfähige Möglichkeit“, die bei mir früher oder später dann gegen Titan oder Bondtech getauscht werden. Aber, und das ist ja der Punkt hier: der CR10 machts auch nicht besser. Tevo allerdings schon: der Titan Clone des Tevo ist mir sehr viel lieber.

Sehr nett dagegen, der Filament-Ende Sensor, auch wenn er nicht perfekt umgesetzt wurde: meldet der Sensor Filament aus, dann bleibt die Düse auf dem Druckbett stehen. Nun muss man irgendwie versuchen, das Filament da wieder raus zu fummeln, damit man das Neue nachladen kann. Das ist nicht gut gelöst, das machen andere besser. Ähnlich ist es auch mit der Pausenfunktion, auch da bleibt er einfach auf dem Druckteil stehen.

Das HotEnd ist nahezu 1:1 von Creality gecloned, nur das Lüfterdesign ist anders. Das Microswiss AllMetal HotEnd passt übrigens auch auf den U20. (silbriges HotEnd in einem der Bilder unten).

Als HotEnd Lüfter dient ein 30 mm 24V Lüfter, der Bauteillüfter ist ein 24V Axiallüfter. Inkl. Abstandhalter hat der Bauteillüfter 15mm Höhe. Die Höhe muss beachtet werden, sonst kommt die Luftdüse nicht da hin, wo die hin soll. Aber auch so schon: die 3D-gedruckte Düse bläst bei mir eher munter auf den Heizblock & Düse als aufs Druckteil. Der 40mm Lüfter ist übrigens schon kaputt: Lagerschaden.

Der HotEnd Schlitten hat die obligatorische Exzenterhülse und läuft in einem korrekten V-Slot Profil.

    

Controlbox

Micro-SD Kartenslot, aber immerhin passend ausgeschnitten, ich hätte trotzdem lieber einen normalen SD-Karten Slot. USB Kabel „normale“ Typ A Buchse. Touchscreen oben auf. Nicht so gut ablesbar, reflektiert hier mit den Lampen arg, auch nicht wahnsinnig „feinfühlig“. Aber es geht.

Von hinten siehts aus wie bei den anderen auch, die komischen PVC Schutzrohrdinger erfüllen ihren Zweck, mögen tue ich die aber auch nicht. Es ist OK. Ordentlicher Ein-/Ausschalter immerhin. Ich mag keine externen Controlboxen, ich mag die hier auch nicht, aber was so Boxen angeht, ist die wohl OK.

Entschuldigt das Bild Recycling aus dem Unboxing, ich hab die Fotos verloren und reiss die Box jetzt nicht schon wieder auf, der soll jetzt drucken.

Und bevor nun gleich wieder einer fragt, ob der kein Mosfet hat. Hier, hinter diesem riesen Kühlkörper steckt der Mosfet für das Heizbett:

Mosfets.. auf dem Alfawise Board

 

      

Der Boardhersteller ist mir völlig unbekannt, die Firmware ist unbekannt, ein Sourcecode wurde nicht freigegeben. Das macht mir etwas Bedenken. Zumal ich den U20 aktuell auf Teufel komm raus nicht mit dem Repetier-Server zum Laufen bringe.

Das Board nutzt eine 32bit Cortex ARM CPU, fest verlötete Allegro A4988 Stepper Treiber. Auf der einen Seite ist man nun versucht zu sagen: schöneres Board als beim CR10, aber die freien Buchsen helfen uns nix, solang es keine Infos zur Firmware bzw. den Quellcode dazu gibt. Die fix velöteteten Stepper-Treiber sind wohl dem Preis geschuldet. Nun, immerhin gibt es nun wieder einen Anlass mit TL-Smoother zu hantieren.

Vref scheint reihum auf ca. 0.8V eingestellt zu sein, ich war allerdings der Meinung in den ersten Drucken, dass mein Extruder-Stepper etwas unterversorgt ist und viel zu früh skippt. Ich habe den daher mal auf 1.0V erhöht und nun gefällt mir die Extrusion bzw. das fehlende Skipping doch merklich besser.

Zum Thema Board des Alfawise U20 schauts auch mal hier in den Forentopic rein, da hab ich auch mal die Buchsenbelegung gepostet..

 

360W 24V Sompon Netzteil

Der Vorgänger Alfawise U10 ist bei einigen Youtubern wohl aufgrund miserabler Verkabelung im Bereich des Netzanschlusses mit Rauchzeichen ausgestiegen. Der U20 ist hingegen fast schon vorbildlich verdrahtet.

Das 24V 360W Sompon Netzteil ist ebenfalls in Ordnung. Der dort verbaute 60mm Lüfter ist übrigens der einzige Lüfter in der Controlbox – leise isses trotzdem nicht.

Zum Thema Hitzestau: nach einem 6 Stunden Druck war da eigentlich noch nix wirklich heiss, die großen Lüftungsschlitze scheinen ausreichend – aber da werd ich mal nochmal genauer gucken. Von den befürchteten Hitzeproblemen merk ich allerdings erstmal nichts.

Verkabelung der Buchsen hinten

Das Touchscreen Interface des U20

Mir erscheint es etwas dürftig. Aber es ist klar verständlich, alles andere als überfrachtet und wohl erst mal ausreichend:

    

Der Assistent zum Bett Leveln ist sehr bequem. Den mag ich. Eine Pause Menü gibt es nicht, drückt man im laufenden Druck auf Pause bleibt der Drucker einfach stehen, sonst passiert rein gar nix. Das ist zu wenig, hier gehört ein weiteres Menü hin, mit Filamentwechsel, der Extruder gehört geparkt, etc.

Mir fehlen Optionen zum Einstellen der Steps, ein PID Tuning als Option, Babystepping, etc. pp. Sehr rudimentär alles.

Gerade weil die Firmwaresituation unklar ist, die Kontrolle über Repetier-Server nicht gelingen mag, nagt das zu simple Touchinterface etwas an meiner Begeisterung.

Aber immerhin: Ein Defekt der Thermistoren wird sofort von der Firmware bemängelt:

 

Meinung dazu:

Ich seh im Alfawise U20 einige kleine eher evolutionäre als revolutionäre Verbesserungen zum CR10. Dazu 24V & Filament Sensor, das hat der kleine CR10 nicht. Aber halt auch Nichts, was ich jetzt unbedingt haben müsste. Ein solider Konkurrent in der Gruppe der 300x300mm Drucker, dessen Hauptvorteil allerdings am Ende auch eher der Preis ist.

Die Firmware Situation ist unbefriedigend.

Das Touchding ist nett, aber wie war das? Nett is die Schwester von.. wem auch immer. Merkwürdiges Board, unbekannte Display, die Ersatzteilsituation da also eher unklar. Der Rest sind Standard Komponenten.

Ich hab an der Funktion des Druckers nix zu meckern. Die Druckqualität scheint konkurrenzfähig zu sein, aber da warte ich mit einem Urteil noch bis ich mehr Testdrucke fertig habe.

Kann man durchaus kaufen, ist auch recht günstig, hat keine eklatanten Schwächen. Ob man damit aber erfolgreich gegen die Konkurrenz ankommt?

Vorsicht Bug?

Ich hab jetzt 5 mal versucht, in Anlehnung an das Ergebnis von Rics 3D ( https://youtu.be/SPoPhW7IgwU?t=1019 ), eine simple Vase im Vasenmodus zu drucken, jedesmal ist nach ein paar Minuten das Display gecrashed, der Drucker wurde schnarchlangsam und die Qualität des Drucks wird total schlecht. Hier muss ein Bug sein, das macht kein Sinn, der Selbe gcode druckt auf dem Tornado.

3 Kommentare

  • Ich hab schon befürchtet, die haben die Profile nicht sauber miteinander verschraubt! Wenn dem aber nicht so ist dann ist die direkte Verschraubung der T-Verbinder schlechter als die Nutensteine der Konkurenz! Warum? In dem Aluprofil hat die Schraube der T-Verbinder garnicht genug Material um sich ordentlich fest zu ziehen oder die Schrauben der direkten Verschraubung sind zu kurz. Faustregel: Für Aluminium sollte die tragende Gewindelänge 2x dem Gewindedurchmesser betragen. Das funktioniert so nicht. Geht nicht schlechter? Oh doch! Der Zonestar mit den Blechwinkelchen zeigt wie es garantiert nicht funktioniert! Umlenkrollen ohne Zähne! Ich bin es so leid! Warum muß da ein Loch gebohrt und Gewinde geschnitten werden wo ein Nutenstein es viel besser kann? Um die Möglichkeit den Riemen zu spannen zu eliminieren? Und immer wieder diese nicht verstellbaren Endschalter. Das versteh ich beim Ender-3 auch nicht. Das der linke Z-Schlitten keine Exzenter zum einstellen hat ist verständlich. Eine Einstellung auf beiden Seiten würde die Führung zunichte machen. Um den Hebelarm zu nutzen also auf der gegenüberliegenden Seite der Spindel. Wenn ich das richtig sehe ist die Spindel in einem Loslager geführt. Wie beim CR-10 fehlt die Fixierung in der Höhe. Die Flexkupplung kann das nicht bringen. Extruder und Lüfter für Hotend und Bauteil: Naja! Die große Freude kommt nicht auf. Lüfter sind wohl das ewige Thema bei den China-Druckern. Warum? Ich weiß es nicht. Der Ender-3 oder CR-10 bekleckern sich auch nicht mit Ruhm. 24V sind gut! Wenn ich mal von der gleichen Leistung am Bett ausgehe muß nur der halbe Strom durch das MosFet. Beim CR-10 heizt das MosFet besser als das Heizbett! Zusammen mit der schlechten Luftführung in der Kontrollbox und 3 lauten Lüftern gibt das Krach. Schlimmer geht es eigentlich nicht. Da wird es langsam Zeit, daß Creality-3d nach Ender-3 und CR-20 dieses Problem am CR-10 endlich beseitigt. Diese Stecker am CR-10 waren schon ein guter Schritt von Creality-3d! Wenn dann die Kabel aber ohne ordentliche Zugentlastung da ran gefrickelt werden ist der gute Eindruck gleich wieder verflogen. Das gilt auch für das Kabel am Heizbett! Da hat Creality-3d den Tipp der User inzwischen umgesetzt. Warum das Display ohne Not so flach motiert ist erschließt sich nicht. Zu dem Board kann ich auch nichts sagen. Vermutlich war es günstig zu haben. Ich hoffe, der Drucker setzt Creality-3d unter Druck damit der CR-10 endlich verbessert und die Mängel beseitigt werden.

    • Ah, wieder was gelernt. Also Nutenstein für die T-Verbinder doch vorzuziehen. Ich sag ja, so’n Uwe is ganz praktisch 🙂

      Warten wir mal den CR20 ab..

    • Na irgend wo ist das Gewinde zu kurz und könnte ausbrechen. Also schön vorsichtig anziehen! Aber Zonestar hat ja gezeigt, das geht noch viel schlechter! Der Filamentsensor ist ja schön aber wenn der so unmotiviert im Bauteil stehen bleibt anstatt eine Parkposition anzufahren wie der CR-10 beim Pausebefehl ist das wieder verschenkt. Sehr schade!
      Hast Du Hoffnung, daß der CR-20 den höheren Preis gegenüber dem Ender-3 wert ist? Da find ich den Geeetech A10 deutlich spannender! Das ist der Frontalangriff! Könnte natürlich sein, daß Creality-3d dadurch zum nächsten Zug gezwungen wird.

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