Erste Drucke mit dem Flashforge Creator Pro (2016)

Zu jeden Drucker im Test die ersten Drucke.. heute der FFCP

Ich kanns noch gar nicht fassen, wie unproblematisch der FFCP doch ist.. Auspacken, Einschalten, geht. Das Schwierigste am Ganzen war, die schwarzen Pseudo-Bowden hinten am Drucker einzuklippsen, die gehen nämlich so gut wie nicht rein (der FFCP ist ein DirectDrive Drucker, die Schläuche mit sehr großem Innendurchmesser dienen rein nur zu Zuführung). Ungewohnt ist Sailfish, das x3g Format ist jetzt auch nicht unbedingt mein Favorit. Aber damit kann man soweit gut leben, auch wenn ein paar der Einstellmöglichkeiten für Anfänger eher heikel sind: das ändern der Vref der Stepper Treiber im Menü ist zwar praktisch, aber da sollte man nicht blind dran rum fummeln)

Das in Simplify3D vorgefertigte Profil funktioniert hervorragend und auch Flashforges eigene Software Flashprint hat sehr viel zu bieten. Wer genau hinschaut erkennt in Flashprint die Dremel Software wieder – allerdings um einige hundert Funktionen durchaus sehr sinnvoll und brauchbar erweitert. Flashprint kann z.B. Manuelle Supports, was nicht mal Cura & Slic3r hinbekommt.

Das Titelbild zeigt einen 9 Stunden Druckjob im billigsten ABS, dass hier noch rum lag, eine Gratisbeilage zu irgendeinem Chinadrucker – das Druckteil: 2 neue Spulenhalter, weil die Flashforge Halter sind zu kurz und zu dick für meine favorisierten Rollen. Der Druck: einwandfrei. ABS out of the Box absolut problemlos.

Druckbetthaftung ist mit Flashforges FakeTak und dem geschlossenen Bauraum absolut kein Thema: hier mal mein Warptest, einfach mal auf >90% der maximalen Druckbettbreite aufgezogen:

Hält absolut probemlos, ganz ohne Geschiere, ABS wohlgemerkt – mit anderen Drucken schaff ich die Länge nicht mal mit PLA. Flashforges Faketak sieht zwar auf Fotos immer aus wie ein einfaches Stück Malerkrepp, ist es aber nicht. Es hat eine grobe Struktur wie geschätzt 100er Schleifpapier, ist ähnlich dick wie Buildtak und funktioniert wirklich Prima.

Wenn wir grad bei ABS sind: hier noch Uwes M8 Schraube mit Mutter – kann man im Foto nicht erkennen, aber die läuft butterweich gleich beim ersten Mal. Die hatte ich von der Passung her noch nie besser.

Ok, das mit dem Fokus üben wir noch *seufz*.

Ein nicht seetaugliches Boot gefällig? Bitte sehr:

Jetzt mal ehrlich: da ist man bei anderen Druckern ne Weile am optimieren bis das so gut raus kommt.

Soweit die ABS Abteilung,
schauen wir mal rüber zu PLA

Der Moai gesliced mit Flashprint, Standard Einstellungen, „niedrige Auflösung“. Filament ist das mit dem Flashforge mitgelieferte PLA. Überhänge sehr schön. Kann man absolut zufrieden sein mit. Aber ehrlich gesagt hatte ich keine Bedenken bei der linken Düse, die Rechte war es, wo ich bei PLA Zweifel hatte, weil die keinen eigenen Bauteillüfter hat.

was sich allerdings als unbegründet rausgestellt hat: der Omnom, gedruckt mit der rechten Düse, ist in Ordnung, auch wenn er hier mit Blitz und durch das glänzende PLA (ebenfalls Flashforge PLA) etwas holperiger ausschaut als er wirklich ist.

Ähnlich gehts mit dem Salmon Skin Tests, mit Blitz kann man ihn sehen, bei normalem Tageslicht wirds dann schon schwierig.

Überrascht war ich übrigens vom Flashforge PLA, das mich wieder sehr stark an Dremel erinnert – allerdings, und das hätte ich nicht erwartet, ist das Flashforge Filament mit das billigste „Marken-PLA“ am Markt: 19,- Euro kostet das Kilo PLA oder ABS bei Flashforge Germany. Also da kann man absolut nicht meckern. Ich werd mir ne Rolle des Flashforge PLA in Grün kaufen, das hat mir beim Dremel extrem gut gefallen, ich hoiffe es ist wirklich das Selbe. (Ausser dass die Rollenhalter ne doofe Form haben hat gibts bei Flashforge keinerlei Markenzwang bei Filament)

Wo Licht ist, ist aber leider auch Schatten

Die Druckqualität als Single Extruder ist hervorragend. Seit ich ihn ausgepackt habe läuft der nun Non-Stop, nicht ein einziges Problemchen, der druckt stur (und etwas langsam) vor sich hin und liefert tolle Ergebnisse…

.. aber im Dual Extruder Betrieb fürchte ich, können wir ihn abhaken. Ich hab  – fairerweise dazu gesagt – noch nicht viel Zeit in den Dualdruck investieren können, aber ich fürchte, das wird nix. Mein bestes Ergebnis bisher:

Wir haben hier schon sehr viel über den BCN3D Sigma geschimpft, weil er so unzuverlässig ist, aber wenn der Sigma druckt und nicht wegen irgendeiner Unpässlichkeit grad mal wieder streikt, dann liefert er im Dualdruck meilenweit überlegene Resultate. Zum Doppelten Preis, ja. Aber so kann ich das nicht verwenden, da hilft mir der Preis nix.

Ich fürchte, nachdem ich ein bissl mit dem Tarantula und hier die ersten Versuche mit dem FFCP absolviert habe: dieses Dual Extruder Prinzip: 2 starre Düsen bzw. „Chimera“ Prinzip ist nur bedingt bzw. vielleicht sogar gar nicht brauchbar. Ich werde es noch weiter versuchen, aber irgendwie glaub ich nicht mehr dran.

Als Single Extruder bin ich begeistert vom Flashforge, als DualExtruder können wir das glaub abhaken..

3 Kommentare

  • Deine Beschreibung des Heatbedaufklebers mit grober Oberfläche erinnert sehr an den des Ender 2. Der ist auch super und ich habe es noch nicht übers Herz gebracht ihn abzureißen. Ich lege einen Spiegel ggf. einfach drauf.

  • MagicBugsBunny

    Ich finde anhand „runden“ Probedrucken erkennt man keinen guten Drucker. Die CR Katze, dieser Moah Kopf usw. das kann fast jeder der einigermaßen druckt.
    Wenn man dann mal rein eckige Dinge hat, kommen die schwächen der Drucker deutlicher hervor.

    • Jo, guter Einwurf, ich werf mal noch ein paar eckige Teile rein, gerade auch mal das Ghosting nochmal dokumentieren und ein anderes PLA, das optisch besser auf den Fotos kommt.. allerdings habe ich ihn grad in Einzelteilen hier liegen, für die Detailfotos

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