Ender 3 Lüfter tauschen (Netzteil & HotEnd)

Da es zuviel wird für den Kommentarbereich im Anycubic Beitrag, hier ein eigener Post zum Ender 3 und seine Lüfter und wie tauschen. Nun inkl. HotEnd

Teil 1: der Netzteil-Lüfter

Achtung – der guten Ordnung halber:
Arbeiten an 230V sind Fachleuten vorbehalten.
Hier arbeiten wir am offenen Netzteil: also ausschalten und Stecker ziehen und dran denken, was ein Kondensator macht!

Als erstes Fahren wir mal die Z-Achse an eine Position, die den Zugriff auf die 2 Netzteil-Schrauben erlaubt:

Dann schalten wir den Drucker aus, ziehen den Netzstecker (ich schalte ohne Netzstecker nochmal kurz ein, ist aber glaub ne Binsenweisheit) und lösen diese beide Schrauben, schon fällt uns das Netzteil entgegen.

Ich hab noch eine ganz frühe Version mit gedruckter Netzteilabdeckung, die wird mit 2 Schrauben gehalten (und sitzt eher miserabel) – neuere Ender 3 haben hier ein Spritzguss Teil. Keine Ahnung, wie das gehalten wird.

Damit sich besser arbeiten lässt, trennen wir die Stromverbindung zum Mainboard durch Ausstecken des XT Steckers hinten und haben das Netzteil nun komplett lose.

 

Weiter gehts mit der Blechabdeckung des Netzteils, diese wird mit 6 Schrauben gehalten:

Die 6. Schraube ist unter dem gelben Garantieaufkleber… Danach kann der Deckel ganz einfach abgenommen werden:

Der Lüfter ist mit einem 2poligen JST XH 2.54mm Stecker (Amazon.de) aufs Board des Netzteils gesteckt. An dieser Buchse liegen im Ruhezustand 21V an. Während aktiv geheizt wird, geht die Spannung noch nach oben, der Lüfter ist also lastabhängig geregelt, wird mal lauter und mal leiser.

Und jetzt wirds spannend. Wer sich gefragt hat, warum der Lüfter des Ender3 genauso kagge ist, wie der Lüfter des Anycubic i3 Megas, der erhält nun hier die passende Antwort:

Die haben beide den exakt selben Lüfter drin. Links aus dem Sompom Netzteil des Ender3, rechts aus dem Netzteil des Anycubic i3mega. Und was noch auffällt: der Lüfter ist mit 14V angegeben – ich messe aber 21 – 24V an der Buchse.

Nun hat mir Kollege x-cube schon verraten, dass ich auch einfach wie beim Anycubic den Sunon HA60151V4-0000-999 (Amazon.de) hier nutzen kann, obwohl der nur bis ~14V laut Datenblatt zulässig ist. Also im Grunde genau das, was Sompom auch macht; einen 12V (ok „14V“) Lüfter im 24V Netzteil betreiben.

Ich habs auch ausprobiert, zumindest einen 2,5 Stunden Druck hat der Lüfter problemlos überlebt, aber irgendwie stört mich das. Nun bin ich leider kein Elektriker, ich kann mir nicht vorstellen, dass es auf Dauer gut ist, einen Lüfter deutlich über seiner angegebenen Spannungsgrenze zu betreiben – und nen Multimeter an 2 Pins halten schaffe ich gerade noch, es sind nunmal (unbelastet) 21V und keine 14V.

Ich hab mich daher nach dem ersten Test umentschieden und statt dessen einen justierbaren DC-DC Wandler für 2,50 Euro mit eingebaut:

 

an die 2 Kontakte rechts im Bild kommt der JST XH 2.54 Stecker und an die noch offenen Lötpads links im Bild wird dann der eigentliche Lüfter angelötet. Zunächst stelle ich aber an der kleinen Justierschraube auf dem blauen Klötzchen meine gewünschte Lüfterspannung von 12V ein, durch den Einsatz des Buck/Boost Konverters kann ich am Ende also auch die Spannung weiter reduzieren, falls er mir bei 12V dann immer noch zu laut sein sollte. Das ist wahrscheinlich Overkill, aber wenn die Teile eh schon rumliegen…

Hier mal fliegend provisorisch verdrahtet:

Einem Tipp von Peter O folgend habe ich das Lüftergitter mit einem besseren Seitenschneider entfernt, da kommt nun noch ein ein 3D-gedrucktes Lüftergitter drauf, das kann ich jetzt schon sagen: das reduziert die Geräuschkulisse nochmal deutlich. Ich bin nicht nur kein Elektriker, ich bin auch kein Lüftergitter-Designer, aber hier ist mein selbstgebautes Gitter: 6060_lueftergitter.zip, wers mag, kanns gerne nutzen

Der Buck/Boost Konverter eliminiert die lastabhängige Regelung der Netzteillüftersteuerung, will sagen: der Lüfter läuft nun immer gleich schnell und damit gleich laut. Ob ich das nun gut oder schlecht finde, weiss ich nicht. Ich glaub, ich finds gut.

Ich werde mir den Konverter so wie hier im Bild gezeigt in einem 3D-gedruckten Halter an die Aussenseite des Netzteils basteln, damit ich noch weiterhin an die Justierschraube komme, um eventuell noch weiter mit der Lüfterspannung runter zu gehen. Optisch hübscher siehts aus, wenn wir den (hier der 2. im Bild – provisorisch mit Kapton „isoliert“) irgendwo im Netzteil unterbringen.

Soweit der Stand heute morgen. Vorne sehen wir auch schon die Netzteilabdeckung von Uwe, frisch gedruckt in rigid.ink ASA, mein Lüftergitter, ebenfalls ASA (Ich hab 28kg Versandrückläufer bekommen… ich muss drucken, ich hab kein Platz mehr), den provisorisch befestigten DC-DC Konverter und den Sunon Lüfter.. Soweit so gut.

So umgebaut, ist das bei Netzteil bei 12V nicht mehr hörbar.

 

Kapitel 2: der HotEnd Lüfter

Das HotEnd Cover lässt sich durch Entfernen der 2 rot markierten Schrauben lösen. Hier sieht man auch gleich meine alternative Schlauchkleme PC4-M10 (Amazon) und der transparent-blaue Wunderschlauch Capricorn TL (3D-Jake)

Danach lässt sich das Cover zur Seite klappen (vorsichtig, nicht zu sehr an den Kabel reissen) und gibt den Blick frei auf.. mein Microswiss AllMetal HotEnd (Amazon) in der PTFE freien Version (nicht unbedingt Ideal für Flex & PLA) und den hirschenden Lüfter.. Ebenfalls 24V, 40x40x10.. Gelabled Creality3D.

Der muss weg.

Ich kappe so knapp es geht am Lüfter selber, damit wir etwas Kabel zum arbeiten bleibt, dann abisolieren, Schrumpfschlauch drauf stecken und eine JST XH Buchse anlöten:

Als Ersatz verwende ich hier den Papst 414F (Reichelt), aber ich sags gleich, der ist teuer (14 Euro) und mit 22dB immer noch zu laut. Gleichmäßig, aber er lüftet halt doch gut hörbar. Meine Suche nach einem flüsterleisen HotEnd Lüfter in 24V geht also weiter..

Zum Einbauen brauchts leider 4 etwas längere M3 Schrauben als die original. M3x14 Linsenkopf hatten dann gepasst. Blasrichtung: Etikett nach innen.. Papst sagt dazu „er blässt über die Stege…“ aufs HotEnd.

Nun können wir das HotEnd schon wieder zusammenschrauben, die Kabelenden etwas kürzen und einen JST XH Stecker ancrimpen.. rot zu rot und blau zu schwarz.. Voila:

Passt, funktioniert, ist aber immer noch gut hörbar.. Aber: er klingt nicht mehr wie ein Traktor und falls mir demnächst noch ein anderer 24V 40x40x10 Lüfter in die Hände fällt, hab ich schon gleich die Buchse hier..

Im Moment bin ich zufrieden… Jetze müssmers nur noch hübsch machen.

Und nochmal schamlose Werbung:

Die Zange ist zwar ein Billigteil um 24 Euro auf Amazon, aber sie hat sich bewährt, insofern als dass man damit die Steckerchen mit nur wenig Gepfriemel angecrimpt bekommt..

10 Kommentare

  • Oh! es geht weiter! Stecker und Buchsen mit ohne löten! Das gefällt mir schon besser! Gibt es einen Unterschied zwischen XH und XHP? Die XH kosten für 100 Stck. weniger 1€+Versand mehr. 24V-Lüfter am Hotend klingt auch schon besser. Ich hab beim Hotendlüfter festgestellt, der schleift irgend wo an der Abdeckung und ich hab Scheiben untergelegt. Vermutlich ist das Blech etwas durchgebogen obwohl da eigentlich noch die Gewindebuchsen abstehen.

    • Die Buchsen sind bei mir (XH) leider noch gelötet 🙁
      Die von dir verlinkten (XHP) sehen auch mit Zange gecrimpt aus.. Ist das vielleicht der Unterschied?

    • – „JST“ („Japan Solderless Terminals“) ist der Hersteller

      – „XH“ ist korrekt die gesamte Steckverbinder-Serie, so nennt sich generell die Baureihe beim Hersteller JST

      – „XHP“ ist abgeleitet aus der Bestellnummern der Steckergehäuse für die Crimp-Kontakte,
      z.B. „JST XHP-2“ (Steckverbindergehäuse, Baureihe XH, weiblich, 2-polig, 2.5 mm, Crimpkontakte / Connector Plug Female)
      https://www.tme.eu/de/details/xhp-2/signalsteckverbinder-raster-250mm/jst/

      – „XH“ ist abgeleitet aus der Bestellnummer der Löt-Buchse,
      z.B. „JST B2B-XH-A“ (Wire-To-Board Buchse, vertikal, Baureihe XH, männlich, 2-polig, 2.5 mm, Stiftleiste / Connector Plug Male)
      https://www.tme.eu/de/details/b2b-xh-a/signalsteckverbinder-raster-250mm/jst/

      Auch auf die Gefahr hin, dass niemand Klugsch…. mag, „JST XH 2.54“ im obenstehenden Text ist genau genommen inkorrekt.
      Selbst wenn das die China Verkäufer so hinschreiben: https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/71H3R8ZsxQL._SL1500_.jpg
      Das Kontaktraster (Pitch) Maß ist 2.5 mm und nicht 2.54 mm (0.100 in).

      Übrigens, was Stephan oben im Artikel verbaut hat, ist auch kein „Buck/Boost Konverter“.
      Das verwendete LM2596 Modul ist ein Abwärts-Schaltreglern (englisch: buck-converter, step-down-converter).
      Der kann die Spannung nicht aufwärts (boost) regeln. Habe das Gefühl, die Chinesen wissen selbst nicht, was sie uns da verkaufen.

      Stephan, ist ein schöner Artikel geworden. 🙂
      Der Sunon HA60151V4-0000-999 kann laut Datenblatt 8 – 13,8 Volt auf Dauer ab, also auch fast 14 Volt.
      Die aufgedruckten 12 Volt sind die Nominal-Spannung. Nein, auf Dauer wird es 21 – 24 Volt nicht überleben.
      Deine „Lösung“ mit dem Abwärtsregeler ist technisch also genau die Richtige.
      Sei froh, dass du für das Hotend keinen Sunon KDE2404PFV2-11AB versucht hast wie ich.
      Bei einem Geräuschpegel von 27,1 dBA fallen dir die Ohren ab und der Netzteillüfter gar nicht fällt nicht mehr ins Gewicht.
      Kann es sein, das du bei deinem ebmpapst 414F Lüfter längere Schrauben benutzen musstest, da die Gewindebuchsen der Abdeckung nicht in die Bohrungen im Lüfter passten? Kann man auf den Bildern schlecht erkennen.
      Ist auf jeden Fall beim Sunon KDE2404PFV2-11AB so. Da muss man von hinten auf ca. 6mm aufboh…. ups! 🙂

      • Ich lerne immer gerne dazu.. Das Buck/Boost kam von mir, da ich meinte, er könne auch den StepUp – entweder hab ich mich da verlesen oder die Chinesen hab falsch getippt.. Ich werds mir fürs nächste Mal merken 🙂 Hättest Du ein Beispiel für ein ähnlich günstiges Boost Konverterchen?

        Jetzt wo Dus sagst.. der Originallüfter hatte Boh.. erm.. Löcher, der Papst hatte die nicht, daran dürfte es in der Tat liegen, dass die Schrauben nicht gepasst haben.

        Ich hab jetzt grad Lüfter bestellt fürs HotEnd, kugelgelagert bei 18dBA. Ich werde berichten, ob die was taugen.

        Was uns auch noch fehlt, sind die Radialteile für die Bauteilkühlung an den CR10 & Ender.. das muss es doch auch in gut geben.

    • Ich danke Dir x-cube! und mach Dir keine Sorge! Ich war an anderer Stelle auch schon wieder drauf und dran zu klugsch***. Aber sag Stephan bloß nicht, daß er im letzten Video die Führungsstangen fälschlich als Wellen bezeichnet hat 😉 Und im Maschinenbau sind die 4 Hundertstel bei 2,5mm absolut innerhalb der Toleranz. Ja dann bestell ich wohl mal diese JST XH-Irgendwas zum krimpen. Kann ja nicht schaden wenn es hier liegt.

      • Ach herrje, schon wieder falsch.. Ich schwör, ich sag künftig wieder „Smooth rods“, dann kann nix schief gehen 😉
        Denglisch is so ne trolle Sprache

        Aber ich sehe, ich hab den Unterschied immer noch nicht verstanden. Wie wärs damit: Welle is nur, wenn was angetrieben wird, ansonsten ist nur ne Stange?

        Hilfe, wer erklärts 🙂

  • … Vorne sehen wir auch schon die Netzteilabdeckung von Uwe, frisch gedruckt …
    Ja da fehlt aber die USB-Steckdose. Die muß beim Druck mit Pause-Befehl auf richtiger Höhe eingesetzt werden… brauchst?

    Ich muß endlich mal das Netzteil öffnen und nachsehen was bei mir verbaut ist und an Spannung anliegt. Ich hab die billige Billigvariante von Noname mit ohne Lüftersteuerung.

    • Ich hab keine USB Steckdose.. Da ich Deine Lötallergie kenne, kann ich dir son Lüfter mit DC-DC Wandler und Steckerchen fertig gelötet innen Umschlag stecken. Löten is ja kein Bohren 😉

    • Ich hab doch gar kein Geburtstag! Ich hab da was bestellt. und Lüsterklemmen hab ich auch… Dann steck ich mal was in einen Briefumschlag. Leider mußt Du nochmal drucken aber garantiert ohne Löten! und die Klemme für den 24V-Stecker.

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