Creality Print 6.3.1/7.0.0 wo ist… geblieben?
Ich sag, wie ich es sehe: keine Ahnung, was ich davon halten soll. Version 6.3.1 lässt kaum große Änderungen vermuten. In aller Regel freut man sich über neue Software und die neuen Funktionen. Tatsächlich ist da auch eine recht nützliche Funktion hinzugekommen. Die verschwindet aber in der Masse der Einstellungen, und es fällt zunächst nur die neue Oberfläche für die Geräte auf. Und darüber kann man sich wohl streiten. Bei 7.0.0 erwartet man hingegen viel und findet sich scheinbar in Version 6.3.1 wieder.
Scheinbar hatte ich wohl als einziger keinen Scrollbalken in der Dateiliste, und nach erneuter Installation ist das Problem behoben. Also ignoriere ich das mal.

Obwohl es auf der Seite von Creality als offizielle Version zum Download angeboten wird, ist es auf GitHub noch als Vorabversion gekennzeichnet. Die Versionsnummer ist identisch, und die Creality-Cloud verlinkt zum GitHub.
In den Erklärungen zur Version 6.3.1 wird fast ausschließlich auf die neue Darstellung der Geräteseite verwiesen, welche nun „Im Einklang mit dem Firmware-Update der K2-Serie mit Gerätedetails in Creality Print entsprechend optimiert wurde“. Wirklich neu sind die CFS-C Geräte der K1-Serie und die 1-Layer Trennschicht für PLA/PETG Stützstrukturen. Was mit der Sparkx-Serie ist, wird die Zukunft zeigen. Für Spekulationen sind andere zuständig. Drucker wie der Ender-3 V4 fehlen noch in der Auswahl.
Ich beginne mal mit der uneingeschränkt positiven Neuerung für die Stützstrukturen. Fragt mich bitte nicht, warum Creality diese tolle Funktion mit einem Satz am Ende fast verschweigt. Schließlich warten wir seit dem Erscheinen der CFS darauf.
Worum geht es? Wird PLA und PETG in die CFS geladen, kann das jeweils andere Filament als Stützmaterial verwendet werden. Der Vorteil liegt klar auf der Hand. PLA und PETG haften schlecht aufeinander. Dadurch kann eine glatte Auflage, ohne Abstand gedruckt, als Stütze verwendet werden, was zu einer sauberen Unterseite des Druckteils führt. So weit ist das nicht neu, führt aber zu sehr viel Filamentwechsel. Neu ist, daß nur die Kontaktfläche mit dem anderen Filament gedruckt wird, was die Filamentwechsel stark reduziert und damit Zeit und Material spart.

Das ist natürlich auch im Orca-Slicer möglich. Damit sind auch Weihnachtskugeln kein Problem mehr.
Jetzt zu der Geräteansicht. Größeres Livebild, größere Vorschaubilder, alles auf einem Bildschirm. Soweit würde ich dem Eigenlob von Creality noch zustimmen. Dafür verstecken sich bekannte Anzeigen, sind damit nicht unter Beobachtung, und eine Funktion ist verschwunden. Die größeren Vorschaubilder sind halt nicht Vollbildgröße wie zuvor, wenn auf das Vorschaubild geklickt wurde.

Geht man mit der Maus über die Info der Temperaturanzeige, bekommt man im kleinen Fenster den Temperaturverlauf eingeblendet. Im Vergleich zur Fluidd-Oberfläche wird weiterhin der Großteil der Funktionen ausgeblendet. Sehr versteckt ist auch die Möglichkeit, einzelne Objekte des Druckes auszuschließen.

Die Funktion ‚Modell überspringen‘ erscheint nun erst beim Druck und als unscheinbares Symbol neben der Fortschrittanzeige. Ich bin der Meinung, Creality hatte zuvor die Geräteansicht bereits so stark „eingedampft“, daß hier keine weitere Reduzierung zur Übersichtlichkeit erforderlich gewesen wäre. Ich würde mir eher wünschen, daß Creality hier, wie beim Mainsail, dem Nutzer eine Einstellmöglichkeit bieten würde, selber die angezeigten Elemente auszuwählen, und dabei die Auswahl erweitert.
Mit Version 7.0.0 kommt die KI in den Slicer. Es klingt nach mehr als es tatsächlich ist und versteckt sich in der Kopfleiste.
Mehr als eine Entscheidung über Stützen verbirgt sich hier nicht. Hingegen werden mit Optimierung von Layerlines, Ringing-Artefakten, Kurzstreckenbeschleunigung sowie zahlreichen Möglichkeiten der Infillanpassung oder der Optimierung der Spülmenge bei Filamentwechsel, wieder viele verborgene Funktionen eingeführt. Auch soll nun die Schätzung von Druckzeit und Verbrauch verbessert sein.
Ein Punkt auf den Creality wohl den meisten Wert legt, ist die Anbindung an die eigene Cloud mit neuer Oberfläche und das mögliche Feedback auf der Startseite.
Es wurden auch eine Reihe Fehler beseitigt. Wen es interessiert, der liest die Readme dazu im GitHub. Nicht überprüft hab ich die Aussage: ‚die Erstellung benutzerdefinierter Materialien wurde optimiert‘. Leider hat es Creality noch immer nicht geschafft, die Post-Processing Scripts sauber zu implementieren. BrickLayers wird nur mit einer Fehlermeldung quitiert, was darauf verweist, daß es die Variable für den Pfad nicht sauber an Python übergibt.
https://forum.drucktipps3d.de/filebase/file/136-creality-print/
Ich hoffe ich konnte wieder etwas Klarheit in den zunehmenden Funktionsumfang bringen oder auch zur Nutzung der neuen Funktion beitragen.


