Filament-Lagerung: Das kommt in die Tüte

Eine mit der Anzahl der Filamentrollen mitwachsende Aufbewahrung sollte es sein. Trocken! Und ich wollte wissen, wie trocken. Und sie sollte kein Vermögen kosten.

Hier ist meine Lösung.

Als Einsteiger weiß ich nicht, wieviel Filament sich in welcher Zeit anhäufen wird.
Da bei mir chronischer Platzmangel herrscht, wollte ich eine skalierende Lösung.

Damit schieden die verschiedenen Lösungen mit Plastikboxen aus. Ich habe auch keine wirklich überzeugende Box mit Dichtung und wenig Raumverschnitt gefunden.

Also eine Tütenlösung mit selbstabgefülltem Trocknungs-Granulat, am besten mit Farbumschlag und bezahlbar. Und Hygrometer, um zu schauen, ob der Farbumschlag hinhaut. Das braucht der Physiker in mir: Messwerte!

HeiZip ® 50 x Ziehverschlussbeutel 320 x 440 mm DIN A3, 70 mµ / MY
21,59 / 50 Stück = 34 ct / Stück

ST-Trockenperlen Orange, Dose a 1kg (regenerierbar)
15,00 / kg = 1,20 / 80g-Füllung eines Säckchens

Weiße Organza-Säckchen, 13 x 10 cm, 12er-Pack
4,75 / 12 Stück = 35 ct /Stück

Thermometer Indoor Hygrometer inkl. Batterie
2,49 / Stück

Summe:

4,38 EUR pro Filamentrolle inkl. Hygrometer.

Nach einem halben Jahr dann noch 1 Ersatzbatterie LR44 / Halbjahr, ca. 0,20 / Stück.

Wahrscheinlich reichen mir die vier Hygrometer auf Dauer. Es geht ja nur darum, ein Gefühl für das Granulat zu bekommen und vielleicht später mal besonders kritisches Filament wie Nylon zu überwachen. Für Standardrollen reicht dann der Farbumschlag des Granulats.

Die Hygromenter kommen portofrei aus China inkl. Batterie. Gut abzulesen zeigt das Bild oben, dass sie sich ziemlich einig sind. Für das Geld allemal erstaunlich.

Das Ergebnis nach einigen Stunden in der Tüte: 16% Luftfeuchtigkeit bei 73% im Raum.

Jetzt bin ich gespannt, wie konstant das bleibt.
Ich werde berichten, falls ich nicht vorher wieder rotes PLA verdrucken möchte.
Real printing geht vor blogging. Da muss man Prioritäten setzen.

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Update 08.01.2018: Ein Filamenthalter muss auch in die Tüte:
Filamenthalter – Robust, freistehend und für alle Rollenbreiten

Update 02.07.2017: Die mitgelieferten Batterien der Hygrometer geben jetzt auf und haben also ein halbes Jahr durchgehalten. Es wird jeweils ein LR44-Zelle benötigt.

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Update 14.07.2017: Regenerierung der Trockenperlen

Nach einem halben Jahr ist die Feuchtigkeit auch in den wenig geöffneten Tüten auf etwa 40% angestiegen.

Ich habe die Trockenperlen nach Anleitung des Herstellers drei Stunden bei 140° im Backofen regeneriert, selbstverständlich ohne die Organza-Säckchen. Da die Farbe danach noch ein Stück dunkler blieb als das ursprüngliche helle Orange, habe ich noch eine Stunde drangehängt, jedoch ohne weitere sichtbare Steigerung.

Für einen ersten Test kamen je 80g neues und regeneriertes Granulat über Nacht in leere Zip-Beutel. Das Ergebnis seht Ihr im Foto. Zumindestens in der Anfangswirkung kann das regenerierte Granulat mit dem neuen mithalten. Der rechteckige Ausschnitt zeigt die Farbe vorm Regenerieren.

36 Kommentare

  • Update 14.07.2018: Inzwischen habe ich das Granulat regeneriert und den Beitrag oben am Ende ergänzt.

    • MagicBugsBunny

      Im normalen Backofen wo du auch deine „Pizza“ bäckst?
      Da habe ich echt noch Hemmungen 🙁

    • Ich hab bei mir jetzt auch die ersten Säckchen frisch aufgebacken. Im Organza Säcken bei nur ~80°C, dauert entsprechend länger.

      Im normalen Backofen., ja.. Die Hemmungen habe ich auch, aber nun..

  • Hi,
    ich habe früher beim Bund Analog-Rechner betreut, die zur Vorbeugung gegen Rost mit Silikagel-Patronen bestückt waren. Das Silikagel habe ich dann in einer offenen Heizschale wieder getrocknet.
    Es gibt inzwischen aber auch Silikagel-Kissen, die man in der Mikrowelle trocknet. Man sieht bei den Teilen keine Indikatoren, aber in Kombination mit einem Hygrometer macht das sicher auch Sinn…. Bei Pearl als „Lescars Entfeuchterkissen“.

    Gruß
    Marc

    • Hi,
      es hat mir keine Ruhe gelassen…. Das Silicagel, also das Trocknungsgranulat, ist regenerierbar. Das bedeutet, man kann das Wasser wieder rausverdampfen. Laut https://www.giebel-adsorber.de/images/unternehmen/neue-produkte/GIEBEL_Regeneration%20von%20Silicagel_DE.pdf sollte die Temperatur dabei 140 Grad nicht übersteigen, damit man den Farbindikator nicht zerstört, aber auch deutlich über 100 Grad sein, damit das Wasser verdampft.
      Wenn man z.B. eine Heizplatte nimmt, der man direkt die 120 Grad als Zieltemperatur mitgibt, dann kann man das Silicagel wieder in den Urzustand zurückversetzen. Ich bin dabei, Google mag wohl Pearl, über eine Heizplatte gestolpert, die gerade mal 40 Euronen kostet(https://www.pearl.de/a-NX3793-3000.shtml). Noch eine günstige Pfanne dazu (man sollte für die Trocknung natürlich die Oberfläche maximieren), dann kann man recht lange damit schaffen und so schrecklich teuer ist das ganze auch nicht.

      Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende. Mein Drucker ist anscheinend unterwegs. Ich hoff’s einfach mal

      Marc

      • Ist das nicht biissl viel Aufwand mit extra Heizplatte, der Ofen müsste es auch tun, oder? Ich hab die orangen von Peters Link, die gehen zur Not auf dem Heizkörper.. im Sommer allerdings eher weniger.

        • Hi,
          für mich in jedem Fall. Aber es mag den ein oder anderen geben, der Filament in größeren Mengen hortet.

          Ich hatte beim Bund jede Woche etwa 2kg Silikagel zu Wechseln und zu Trocknen. Da machte das Sinn. Bei den Mengen… Aber eine kleine Kochplatte schadet NIE. Wir machen zu Walpurgisnacht/Helloween ein kleines Strassenfest, bei dem ich immer Kartoffel- oder Gemüsesuppe im 15L-Topf koche. Bisher nehme ich zum Warmhalten dafür meinen Primus Grisu (2,7kw Gaskartuschenkocher), aber wenn ich was flammloses habe, nehme ich das lieber. Übrigens auch für den Glühwein am 31.12. …

          So long
          Marc

  • MagicBugsBunny

    So, ich habe es auch mal getestet. Zip Beutel + ca. 35g KC-Perlen … nach einem Tag Perlen fast „klar“, also gesättigt?
    Was für Erfahrungen habt ihr damit?

    • guter Monat hälts bei mir bei mir jetzt schon.. oder wart, ich geh nacher nochmal guggen 😉

      Frage könnte auch sein, wie feucht es am Anfag war..

    • Ich packe 80g Perlen rein. Die Beutel halten gut 1 Monat bei 20% und bewegen sich nach 2 Monaten bei 30%. Das Granulat oben aus dem Blogbeitrag kippt bei 30% von Orange nach braungrüngrau :-), das bestätigen die Hygrometer in den Beuteln.

  • MagicBugsBunny

    Passen eigentlich auch die Beutel eine Nummer kleiner?

    • Nein. 1xRollendurchmesser + 1xRollendicke = Beutelbreite. Und ein bisschen Zugabe, damit die Rolle nicht zu stramm rein geht.
      Für Kilorollen ist es schon fast eng.

  • Alter Schwede! Ich habe vier Kaffeelöffel in das Organza-Säckchen gemacht und nach zehn Minuten ist die Luftfeuchte von 58% auf 41% runter. Funktioniert also bestens und die Kügelchen haben noch nicht die Farbe verändert.
    Ich habe hier noch aus Uhrzeiten 8 Funkhygrometer mit Basisstation und das ist jetzt der perfekte Einsatz dafür.
    Ich danke für diesen Artikel 😉

    • Ich habe zum Test am 06.01. ein Rolle PLA mit 80g Kügelchen eingetütet, und die ist immer noch schön auf 15%.
      Aber nicht foppen lassen, die Anzeige schwankt mit der Temperatur. Feuchte-Werte also nur vergleichen und Trends ableiten, wenn alle bei der gleichen Temperatur abgelesen wurden!

      • Du beschreibst relative Luftfeuchtigkeit 😉 und die Ungenauigkeit der Sensoren tut ja sein Übriges dazu. Aber ich denke schon, dass die Variante gut hilft. Ich habe drei Tüten jetzt über Nacht „einwirken“ lassen und die Perlen sind vom Orange ins etwas blasse fröhliche Sonnengelb mutiert und die Hygrometer zeigen von ursprünglich 58-60% nun 23%, 28% und 33% an.

  • Bei Aliexpress kann man dazu noch die Hygrometer sehr billig im Zehnerpack ordern.
    Guckst Du hier: Aliexpress Hygrometer

  • Update 08.01.: Ein Filamenthalter muss auch in die Tüte.

  • Sehr schöner Tipp!! Ich hatte gedacht, dass das nur mit Vacuumbeutel geht. Die Zip-Lock-Beutel tun es also auch. Liegt auch schon in meinem Einkaufskorb.

    Die Kügelchen von Steiner Chemie sind beim Artikel „ST“ aus China ( 15 € ) und mit „KC“ von BASF ( 19,60 € ). Ich nehme mal vorsichtshalber die von BASF.

  • Benjamin Lakeit

    Moinsens,
    der Indikator der KC Trockenperlen ist zwar umweltfreundlich, aber krebserregend. BASF hat deshalb ein Produkt mit analoger Funktion herausgebracht (Chameleon), welches einen nicht krebserregenden Indikator verwendet und nur geringfügig mehr kostet (https://www.amazon.de/dp/B00A2NXOJ4). Bin damals bei meinen Recherchen in irgendeinem 3D Druck Forum drüber gestolpert, habe hiervon diverse Kilos bei mir im Einsatz, wobei ich die Perlen aber nur für die wasseranziehenden Filamente (PETG, TPU, PA, ABS) verwende.
    Grüssle, Benni

    • Hi Benni,

      aha.. es gibt also 2 Sorten von Steiner..

      1. Farbumschlag Orange zu Blau
      2. Farbumschlag Orange zu Transparent (BASF)

      Langsam kommt Klarheit in die Perlengeschichte. Ich danke Dir 🙂

      • Beide Varianten sind bedenklich, auch die KC sind von Lebensmittel fern zu halten.
        Und ein blauer Indikator ist Kobaltchlorid.

        Wie sieht es eigentlich mit Silicat Katzenstreu aus?

        • Bei Amazon gab es die Frage und Steiner Chemie hat geantwortet:

          Sind die Perlen für den Lebensmittelbereich geeignet?

          Antwort: Sehr geehrte Ann-Kathrin,
          die KC-Trockenperlen haben keine Lebensmittelfreigabe.
          Wenn Sie mir Ihre e-Mail Adresse zukommen lassen kann ich Ihnen gerne ein Schreiben des Herstellers bezgl. der Unbedenklichkeit bei Lebensmittel zusenden.
          Mit freundlichen Grüßen
          Steiner GmbH Weniger anzeigen
          Von Steiner Chemie VERKÄUFER am 16. März 2017

  • Ah, jo, das gefällt mir sehr gut. 🙂

    Zum Vergleich: die 70 Euro Polybox funktioniert nach dem selben Prinzip, kommt übrigens auch auf ~16% Luftfeuchtigleit braucht dazu aber nen guten Tag, steigt dann im Laufe von mehren Wochen wieder an.. Der einzige Unterschied, damit kann man auch aus der Box raus drucken, ist aber sehr viel Kohle, die Polymaker dafür verlangt.

    Ich benutze auch die Trockenperlen von Steiner, eben weil diese kein Kobaltchlorid enthalten, aber gehen tuts auch mit denen ohne Farbumschlag, zur Kontrolle kann man ja so nen Hygrometer mit rein legen. Umweltbelastung, hmm, ich hab noch keine Perlen weggeschmissen..

    • Hab mir zu dem Thema bislang noch keine Gedanken gemacht. Bisher hatte ich aber auch noch keine Probleme mit feuchtem Filament. Interessant ist es dennoch auch wenn ich da jetzt nicht in Panik verfalle. Nach meiner Meinung kann ein geschlossener Behälter aber kritischer sein und die Verwendung dieser Salze erforderlich machen. Wenn bei höheren Temperaturen der Behälter verschlossen wird und durch abnehmende Temperatur die relative Luftfeuchtigkeit darin ansteigt.

  • Hmm, mit diesen Trockenperlen wäre ich vorsichtig. Dieser Indikator ist sehr sehr giftig … würde diese auch nie im Backofen trocknen.

  • Vielen Dank für den Beitrag! Gerade die ZipLoc Beutel sind ideal und werden gleich mal bestellt.

    Ich konnte an PETG übrigens gut festmachen das auch ein bisschen Feuchtigkeit was ausmacht – gerade im Bezug auf Stringing.
    Hab es einfach mal 6 Stunden bei 70°C in den Ofen geschmissen und danach hatte ich kein Stringing mehr! Also lohnt sich diese Investition auf alle Fälle!

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