Gute und nicht so gute DualGear Feeder

Ich empfehle oft und gerne den roten „Creality“ DualGear Extruder als unkompliziertes Upgrade für den Standard Creality Feeder – übrigens nicht nur für Creality Drucker. Den gibts in 2 Qualitäten, eine geht mittelfristig gerne kaputt, die andere läuft ewig. Wie unterscheiden?


Der Standard Creality MK8 Feeder besteht aus einem „Zahnrad“ auf dem Motor-Schaft und einer passiven Andruckrolle auf der anderen Seite. Der DualGear kommt dagegen mit 2 ineinander greifenden Zahnrädern und hat so einen besseren Grip.

Die Dual Gears wurden damals von Bondtech im BMG Extruder (siehe auch hier) erstmals auf den Markt gebracht (dort allerdings mit Untersetzung), auch Josef Prusa hat den Vorteil schnell erkannt und dann auch seine Prusa MK3 damit ausgestattet. Bei Creality erschien der DualGear das erste Mal im CR10S Pro, aber in den günstigeren Modellen liefert Creality immer noch den MK8, bei den Ender Modellen sogar nur in einer Plastikversion:

Das Nachrüsten des DualGear Feeders ist recht simpel, wichtig sind dabei zwei Sachen:

  • Das Zahnrad am jetzigen Extruder muss geschraubt und darf nicht verklebt/verpress sein, denn das muss getauscht werden.
  • Der Drucker muss eine Möglichkeit bieten, die Extruder Steps/mm neu einzustellen (Anleitung hier), das kann am Druckermenü direkt, über den Befehl M92 & M500 über ein Terminal oder aber auch im Startcode des Slicers geschehen. Der Standard Feeder nutzt um die 90 Schritte/mm, der Dual Gear benötigt 130-140 Schritte/mm.

So, nun wäre alles prima, gäbe es da nicht ein kleines Problem:

Der DualGear Extruder wird von vielen unterschiedlichen Anbietern verkauft und es gibt da 2 Qualitätsstufen: gute und weniger gute Kopien:

Schlechtere Dual Gear Feeder

.. fallen mittelfristig gerne aus, weil sich das zweite Zahnrad in das Alugehäuse des Feeders frisst. Grund dafür ist, dass die Anbieter, um ein oder zwei Cent Kosten zu sparen, die Achse für das 2. Zahnrad durch eine simple (meist silberne) Schraube ersetzt haben.


Das durchgehende Gewinde dieser Schraube beschädigt mit der Zeit das Lager des Zahnrads, das wiederum steht dann zunehmend schief, schleift am Alugehäuse, bzw. frisst sich da mit der Zeit rein. Das ist nix.

Bessere Exemplare des Dual Gear Feeders

.. benutzen an der Stelle keine Schraube, bzw. keine mit durchgehendem Gewinde, sondern einen (meist schwarzen) Bolzen. Die Lager dieser Zahnräder sind recht anfällig und aus Plastik, laufen die permanent über das Gewinde einer Schraube, gehen die kaputt.

Ein guter DualGear – von Redrex

Bei den besseren Exemplaren ist der Bereich des Lagers glatt.

Zusätzlich haben gute DualGear Feeder über und unter dem Zahnrad noch jeweils eine dünne Unterlegscheibe, damit das 2. Zahnrad auch nach oben/unten auf der Achse kein Spiel mehr hat.

 

Leider ist es beim Online Einkauf nicht immer einfach in der Produktbeschreibung zu erkennen, ob man einen guten oder einen schlechten DualGear Extruder vor sich hat, auf die Fotos kann man sich manchmal auch nicht verlassen. Zum Zeitpunkt dieses Posts ist ein Beispiel eines guten Dual Gear Extruder auf Amazon.de dieses Angebot von Redrex

Wir sehen zum einen auf allen (!) Fotos und im Video den schwarzen Bolzen und es wird auch schön auf die Unterlegscheiben hingewiesen:

Hier nochmal ein Beispiel eines nicht so guten DualGear:

Also Augen auf beim DualGear Kauf und genau hingucken, die Beschreibung lesen. Leider haben auch ein paar namhafte, sehr beliebte Anbieter die nicht so gute Variante im Verkauf.

Werbung nochmal:

Zum Zeitpunkt dieses Posts ist das ein Guter:
Amazon.de: DualGear von Redrex 21,- Euro

 

 

55 Kommentare

  • Friedrich Wilhelm

    Hallo

    Ich habe einen Kywoo Tycoon und jetzt wird ein Dual Gear dazu angeboten: https://www.kywoo3d.com/products/kywoo-3d-printing-extruder-dual-gear-extruder-for-tycoon-series?utm_campaign=emailmarketing_142214791325&utm_medium=email&utm_source=shopify_email

    So wie ich es auf den Bildern erkenne, wäre die Schraube nicht durchgehend und insoferne in Ordnung, nur die beiden Scheiben fehlen. Ist dies als Upgrade also empfehlenswert?

    LG
    Friedrich

  • Achtung, aufpassen! Gerade ist mir bei Ebay ein angeblicher Dual Drive Extruder über den Weg gelaufen, der – zumindest nach den Bildern – in Wirklichkeit ein ganz normaler einfacher Extruder ist:

    https://www.ebay.de/itm/384546224151

  • Inspiriert von diesem Artikel habe ich ein Video über den Einbau des hier erwähnten Redrex-Extruders in den Creality CR6SE gemacht. Lief alles sehr gut und ich bin sehr zufrieden. Danke nochmal für die Erklärung und den Tipp!

    https://www.youtube.com/watch?v=XkNi6cOwng

  • Keine Ahnung, ob ich was erzähle, was schon bekannt war
    https://www.ebay.de/itm/393558525310
    Schwarze Schraube und halber Preis gegenüber Amazon. (Oder ist dei schwarze Schraube ein Fake? 😉

    • Schau dir mal die Detailbilder an, da ist keine „schwarze“ Schraube dabei, und die lange Schraube hat Gewinde bis Kopf.

    • Moin,
      da die Unterlegscheiben mit keinem Wort erwähnt sind und diese auch auf keinem der Detailbild auftauchen, würde ich hier auch von einem „weniger guten“ DualGearExtruder ausgehen…
      viele Grüße,
      Oliver

  • Ich, absoluter Anfänger mit defektem Anet A8 (Bett heizt nicht, KEIN Kabelbruch), der gerade dabei ist den Drucker durch einige Neuteile aufzurüsten und zu verbessern möchte auf Bowden Extruder umrüsten. Diesen Extruder will ich bestellen. https://www.amazon.de/dp/B08RJ14TCJ/
    Meine Frage wäre ob ich den vorhandenen Schrittmotor verwenden kann oder soll ich einen neuen nehmen und wenn ja welchen.
    Der ganze Um/Neubau ist nur just for Fun, um zu lernen wie das Ding im Einzelnen funktioniert, damit ich mir meinen Artillery Genius pro den ich bestellt habe aber erst ende Feb. 22 bekomme nicht kaputt optimiere.

    • Moin,

      ich denke, mit dieser Frage bist Du im Forum besser aufgehoben, da Du ja beispielswiese gar nicht den hier behandelten Extruder verbauen willst. Ich habe gerade mal in den Std-Config nachgeschaut. Der A8 hat wohl Standardmäßig 100 Steps/mm am Extruder und scheint daher nicht „untersetzt“ zu sein, daher sollte der Stepper wohl mit dem normalen Alu-Extruder-Bowden-Setup (93 Steps/mm) klarkommen können.

      viel Glück,
      Oliver

    • die 7.-EUR Aufpreis für den DualGear wäre es mir aber auf alle Fälle Wert, zumal der mit 140 Steps/mm auch wieder etwas weniger Last auf den Steppermotor erzeugt..

  • Was habt iht mit dem Filamentsensor gemacht? Mit dem REDREX muss er höher sein

  • Danke für den Beitrag. Bei den etlichen beinahe identischen Angeboten auf Amazon ist mir fast schon schwindelig geworden. Ich habe aus Instinkt einfach mal den teureren bestellt und das deckt sich nun mit eurem Blog-Post. Da ich selbst Anfänger bin, wäre ich in der Situation relativ aufgeschmissen. Der original Platstikextruder von Creality hat aber einfach nicht genug Grip für besondere Filamente.

  • Vielen Dank für den tollen Bericht.
    Der Extruder von Redrex ist wieder verfügbar…meiner kam heute bereits an.

  • Hi,

    super Info. Danke. Wird direkt bestellt, sobald wieder verfügbar.

    Allerdings solltet ihr dann auch mal den Link z.B. in der Aquila Vorstellung anpassen.
    Da ist nämlich noch ein „schlechter“ DDG empfohlen.
    https://drucktipps3d.de/voxelab3d-aquila-test/

    • jo, ist geändert, Danke 🙂

    • el-constructor

      Moin, hat jemand einen alternativen Lieferanten für den Feeder (Extruder)?
      Ich hab noch einen bekommen und der ist wirklich gut.
      Leider findet man selbst mit googeln keinen „richtigen“ .

      • Den hier habe ich noch auf meiner Liste, Plusreprap in Gehärtet – das ist aber nur die „Griffseite“, Variante „rechts“, dafür kost er auch nur die Hälfte.. Gedacht hatte ich den zum Umrüsten eines „Schlechten“, der auch noch hier liegt. Ist aber noch nicht getestet, weil ist noch nicht da:

        https://s.click.aliexpress.com/e/_AoERua

      • Moin,

        der Redrex ist gerade gekommen. Dass die Lager auf der Bundschraube exakter laufen wage ich zu bezweifeln, die Rolle sitzt auf der Bundschraube genauso wackelig, wie auf der Gewindeschraube des „alten“ Extruders.
        Das ein Lager auf einer glatten Achse sitzend natürlich deutlich weniger Verschleiß erfahren wird, steht außer Frage…
        Da ich meinen alten DualGear, bei dem sich das Antriebsrad schon in den Hebel gefressen hat bereits modifiziert habe (Hebel mit der Feile bearbeitet, dass „nur unten“ eine M3-Unterlegscheibe zwischen Führungsrad und Alu passt) und ich somit das Zahnrad genau wie beim Redrex auf Abstand halte werde ich den alten weiter verwenden und beizeiten mal eine Bundschraube bestellen…

        viele Grüße,
        Oliver

        • el-constructor

          Sicher das dies eine Bundschraube ist?
          Das sieht eher wie eine „abgeschrittene“ normale Schraube ist.
          Ab einer bestimmten Länge ist das Gewinde nicht mehr bis zum Kopf.

          • Mir egal was andere dort verwenden…
            Ich werde im ersten Versuch Passschrauben/Bundschrauben bestellen bzw. ausprobieren. In der Hoffnung, dass die 4mm am Bund dann besser zum Innendurchmesser der Lager passen…

            • mist… 4mm passt nicht…

              • el-constructor

                Weil es M3 ist, oder die Passung zu stramm ist?

                • Die Schraube ist nach wie vor M3, das Lager sitzt aber extrem locker auf der Schraube, hat also ein Innenmaß. größer 3mm. Die Hoffnung war, dass das Lager evtl. ein Innenmaß von 4mm hat, was bei genauerem Nachdenken/Fühlen aber eigentlich auszuschließen war…

                  Eine 4mm Schraube passt nicht durch das Lager, daher kann eine ISO-M3-Bundschraube, wie ich sie angedacht hatte nicht verwendet werden…

                  • Ein (Resin) gedrucktes Röhrchen? Muss ja nicht viel aushalten?

                  • el-constructor

                    Ich muss mal nachsehen, hab ein Kit von Trianglelab da, was hier für ein Durchmesser drin ist.
                    Vielleicht sind es auch nur Gurkenlager. 🙁

                  • messen hilft, das Lager sollte mit meinen bescheidenen Möglichkeiten grob gemessen/berechnet ein Innenmaß von ca. 3.1mm haben, was evtl. als gewollte „Lagerluft“ durchgehen könnte. Abgesehen davon, dass das glatte Ende einer M3 Schraube unter 3mm liegen sollte ist das eine Toleranz mit der man leben muss, bzw. ich auch leben kann…
                    Dachte bloß, man könnte das Ding mit einfachen Mitteln genauer führen… Aber es ist ja auch bloß die „Gegendruckrolle“ da kommt es ja auch gar nicht auf das letzte hundertstel an…

                    War ne unnötige Idee…

      • Im Flohmarkt ist war grad einer…

  • Dann zählt dieser hier wohl auch nicht zu den guten, oder? den eine Unterlegscheibe hat dieser auch nicht extra.
    mein Exrtuder

  • Ich habe auch einen schlechten erwischt. Aber es scheint noch mehr Probleme bei den Teilen zu geben. Die gelbe Feder ist so stark das selbst in der schwächsten Einstellung bei Feinen Details bei nach einigen retracts die Förderräder so tief in das Filament eingraben das gar nichts mehr geht. Der Originale single Gear hat das auch aber nicht so stark. Muss ich sagen hatte ich bei Anycubic Extrudern noch nie, egal ob MK8 Klon oder Titan Klon, was das angeht sind die um Welten besser. Ich denke ich werde meinen CR 10 V2 auf einen Trianglelab BMG umrüsten. Kaum teurer aber nochmal deutlich besser.

    • el-constructor

      Der Trianglelab Kost mit Versand aber min. 35€.
      Und wenn die Feder zu stark ist, einfach die alte nehmen.
      Und wenn das Prinzip gleich ist, warum sollte der BMG besser sein?

      • naja die sind schon völlig verschieden. Da ist zum einen die Übersetzung beim BMG die aber für die genannten Probleme keinen unterschied macht. Der große Unterschied ist die sehr viel bessere Einstellbarkeit der Anpresskraft UND die Qualität der Förderräder. Ich hätte das nicht geglaubt bis ich die Räder nebeneinander gelegt habe. Der BMG Klon (Trianglelab) hat sehr präzise gefertigte Räder mit Zähnen die in das Filament greifen ohne es nennenswert zu verformen. Der genannte Extruder hat fast abgerundete „Zähne“ die im Zusammenspiel mit der extrem hohen Anpresskraft das Filament verformen. Das hat zumindest in meinem Fall einen Capricorn sofort unbrauchbar gemacht weil das Filament quasi sofort soweit verformt wurde das es nicht mehr durch passte. uBei Benutzung des normales Bowdens brauchte es nur einige Retracts innerhalb weniger mm um aufgrund der Zahngeometrie und der Anpresskraft das Filament zu zerstören.

        • Also ich sehe da auch größere Unterschiede bei den Dual-Gear-Extrudern. Ich habe einen Usongshine Dual-Drive Extruder, einen Trianglelab BMG und den originalen Bondtech BMG. Auf den ersten Blick sehen die alle ziemlich gleich aus. In der Praxis zeigen sich dann aber doch Unterschiede:
          – Das Einführen von Filament funktioniert bei Trianglelab und Bondtech eindeutig besser als beim Usongshine, wo das Filament schon mal den „falschen“ Weg nimmt.
          – Die Filamentführung bezüglich flexiblen Filament scheint mir beim Bondtech besser gelöst zu sein als beim Trianglelab, wo flexibles Filament bei großem Druck hinter den Antriebsrollen ausweicht und dann blockiert. Ich hatte vor, Trianglelab und Bondtech diesbezüglich bei TPU-Druck unter schwierigen Bedingungen zu vergleichen. Das hat dann aber leider nicht geklappt. Allerdings macht der Bondtech auf mich den subjektiv besseren Eindruck und ich traue ihm bei TPU-Druck mehr zu.

  • Klaus Massler

    Danke für die Info- ich habe da leider auch die Billigversion erwischt.
    Trotz der schwarzen Schraube in den Abbildungen des zusammengebauten Teils.
    Nur bei genauem Hinsehen hätte man das im Bild mit den Einzelteilen erkennen können- wenn man den Unterschied kennt und darauf achtet.

    • el-constructor

      Wer feilen kann, kann sich den selbst umbauen.
      Einfach ne Messingunterlegscheibe und eine Schraube bei eBay bestellen.
      Bei den Schrauben hört die Gewindelänge bis zum Kopf irgendwann auf.
      Da muss man nur die richtige finden und absägen..
      Den Platz für die Unterlegscheibe muss man sich dann „freifeilen“ oder schleifen.

      • Klaus Massler

        Habe mir auch den Redrex gegönnt, keine Lust zum Feilen, und die Schaftschraube müsste ja auch erst mal besorgt werden.
        Nach dem Ausbau habe ich den Schaden erst richtig gesehen: Das Ritzel hat sich ca. 0,6mm tief in die untere Fläche gefressen. Das Lager sieht noch gut aus, aber naja.

        Aber auch mit dem Redrex ist nicht automatisch alles gut: Die kleine Madenschraube hat gleich beim ersten Versuch sie anzuziehen den Geist aufgegeben.
        Also wieder das Antriebsritzel vom alten Extruder genommen, jetzt läufts.

        • el-constructor

          Ich hätte aber nur die Madenschraube getauscht.
          Die Redex sind zwar kein Bondtech Gear, aber besser als das „normale“ Chinagelumps.
          Hab das Gefühl, das Redex mit in den „guten“ Herstellerhimmel von Trianglelabs und Mellow will. 🙂

          • Klaus Massler

            Die Mühe habe ich mir gespart.
            Optisch und maßlich sind beide Ritzel gleich. Und die butterweiche Madenschraube des Redrex zeugt ja auch nicht von besserer Qualität. Besser ist nur die Konstruktion, nicht das Material oder die Verarbeitung.
            Egal, es läuft!

  • Woher bekommt man eine Schaftschraube mit Schlitz und Kegelkuppe, ohne davon gleich 100 Stk. kaufen zu müssen…?

    • Ich hatte meine damals von schiener-edelstahl.de. Kann länger dauern die Dinger /DIN 427) auf der Homepage zu finden…..

      • Meine Güte, der Shop ist ja wirklich unübersichtlich… 😀
        Aber DIN 427 hat schon mal sehr weitergeholfen, habe auch welche bei online-schrauben.de gefunden.

  • Sollte man, wie ich damals, sie „schlechte “ Variante erwischt haben kann man die auch fixen, z.B. mit einer:

    Schaftschraube mit schlitz und kegelkuppe m3x20:

    Das Gewind etwas kürzen damit es nicht unten über den Hebel raus schaut.

    Die hat dann den korrekten Durchmesser für das Lager. Da die bei mir im oberen Loch etwas Spiel hatte, habe ich da einfach ein Stück Messingrohr mit dünner Wandung draufgebastelt.

  • Guter Bericht mit genauen Details – wieder mal klasse. Danke!

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