Zonestar Z5F Elektronik, Software und Inbetriebnahme

Nachdem der Rahmen also fest verschraubt ist und mit Winkeln mit der Y-Achse und der Grundplatte ordentlich verbunden ist und nichts mehr wackelt geht es an die Verkabelung.

verdeckte Winkel – leider korrigieren die keine falschen Ausschnitte

Möglicher Weise sind da ein paar Schildchen verschwunden. Während fast alle Kabel sauber beschriftet sind fehlen 3 Beschriftungen. Da die Kabel gut zusammengefasst sind, fällt die Zuordnung aber nicht schwer. In der Doku gibt es mehrere sehr schöne Grafiken verschiedener Boards und der Zuordnung der Kabel. Blöd nur wenn ausgerechnet das verbaute Board nicht dargestellt wird.

oder so ähnlich

Mit Hilfe der Beschriftungen auf dem Board ist aber schnell und auf Anhieb die richtige Buchse zum jeweiligen Stecker gefunden. Einzig die Kabelenden vom Hotend hätten abisoliert und gekrimpt sein dürfen.

Irgendwas fehlt am Ende der roten Kabel

Der Anschluß eines Filamentschalters und Bettlevelsensors ist vorgesehen. Für den Filamentschalter sind die stl-Dateien zum Ausdruck vorhanden. Leider fehlt die Angabe des passenden Schalters. Den Bettlevelsensor hab ich zunächst mal nicht verbaut. So richtig schön sieht das alles aber nicht aus!

der blaue Strumpf ist von den igus-Führungen

Ein Kabelmanagement gibt es nicht. Da auch kein Gehäuse das Board umschließt hängen die Kabel in den Bereich des Druckbetts hinein.

Da muß noch irgendeine Lösung her.

 

Für den ersten Versuch muß das erstmal so gehen. Mir schwebt eine integrierte 5V-USB-Steckdose mit Raspi-Zero vor und die Anschlüsse von Netzteil und 220V Anschluß müssen auch noch verdeckt werden. Jetzt wollen wir aber zunächst mal etwas drucken!

Also Karte in den Slot, 220V anschließen und einschalten. Wunder! Er funktioniert! Umstellen auf Deutsch ist kein Problem. Alle Achsen bewegen sich also Auto Home, Antriebe aus und das Bett ausrichten. Man ist das schief! Vorheizen und Filament laden. Leider paßt an den Stepper kein Knopf wie an meinem CR-10, der Stepper braucht viel Zeit zum Einziehen des Filaments. Jetzt endlich etwas drucken aber ich finde den Menu-Punkt nicht. Auch im Englischen Menu nichts. Speicherkarte erkannt aber im Menu nichts! Der Verzweiflung nahe setze ich mit einem Adapter die Karte vom CR-10 ein und plötzlich ist es da. Irgendwas an dem beigelegten Speicher scheint nicht OK zu sein. Was soll‘s! Also Modell wählen und Druck starten.

Das kleine Bett heizt deutlich schneller als beim CR-10 das gefällt! Wie nicht anders zu erwarten ist der Abstand zum Druckbett noch nicht optimal und da machen sich zwei Dinge negativ bemerkbar. Die Rändelmuttern am Z5 sind noch kleiner als am CR10 und im Betrieb nicht mehr zu verstellen. Das Menu ist zu verschachtelt. Schnell mal Geschwindigkeit reduzieren, Pause oder Stop drücken ist nicht möglich. Was haben Pause und Stop im Speicheruntermenu zu suchen. Die Einstellmöglichkeiten sind sehr gut, darunter leidet aber die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit.

Und nun muss ich doch zur Mechanik zurückkehren!  Ich reg mich halt gerne auf. Das ist wieder so ein Fall von, die Elektronik wird’s schon richten. Diesem Drucker liegt ein Bettlevelsensor bei. Es ist mir nicht gelungen das Bett so einzurichten, dass ein vernünftiger Druck möglich wird! Das Bett federt durch die Acrylplatte dermaßen herum da gibt es keine definierte Höhe! Jetzt denken da Spaßvögel der Sensor könne daran irgendetwas ändern.

In weiser Voraussicht wurde das Bett mit Krepp beklebt. Da haftet das Material bekanntlich besser als auf anderem Untergrund aber das ist irgendwann verschlissen und dann geht die Sauerei los. Nächste Kritik betrifft den Y-Verfahrweg. Irgendwie weiß der Drucker trotz Endlagenschalter nicht, wo er sich auf dem Druckbett befindet.

hier ist Schluß

die Rollen stoßen gegen die Umlenkung aber Schuld ist der falsche Ausschnitt

Als Krönung kann er nicht die gesamte Fläche des Druckbetts nutzen da er an die Umlenkeng des Zahnriemens stößt. Insgesamt ist aber genug Verfahrweg vorhanden. Die Aussparung in der Y-Achse für den X/Z-Rahmen sitzt an der falschen Position und läßt sich nicht korrigieren. Damit ist der angegebene Druckbereich von 220x220mm nicht nutzbar. Ich hab jetzt keine Lust mir eine Lösung auszudenken. Also sehen wir uns den letzten Punkt vom Druckertest an.

Chinesen lieben QR-Code und wer keinen PC sondern nur ein Smartphone besitzt findet es bestimmt ganz praktisch mir wäre eine Internetadresse im Klartext lieber und so richtig weiß ich auch nicht, wie das ohne PC mit dem 3D-Druck funktionieren soll.

Zonestar empfiehlt den Repetier-Host und gibt auch den Link zum Download an. Man landet tatsächlich auf der Downloadseite von Repetier die aber zur Zahlung nötigt und erst ganz versteckt einen Link zur eigentlichen Downloadseite enthält. Die Software ist frei und für Windows, Linux und Mac erhältlich. Der direkte Link zur aktuellen Windows-Version 2.0.5 von Repetier-Host darum hier .

Die Programmierer konnten sich wohl nicht entscheiden und haben gleich die gesamte Palette an Slicern integriert. Genau genommen ist Repetier Host kein Slicer sondern eine Oberfläche für diese. Das sieht dann so aus: It includes Repetier-Server, Slic3r, SLic3r Prusa Edition, CuraEngine, Skeinforge, Python and Pypy. Über den Repetier-Server hat Stephan bereits berichtet, Slic3r und Cura dürfte auch bekannt sein.

Für viele Modelle liefert Zonestar auch die ini-Datei für Cura, die Z5-Modelle gehören leider nicht dazu. Einen Versuch werde ich dennoch wagen zumal vermutlich nicht die neusten Versionen von Slic3r und Cura integriert sind und sich im Moment der Vorteil gegenüber den beiden Programmen noch nicht erschließt. Aber zunächst bleib ich mal bei der Empfehlung um es kennenzulernen.

Anleitungen gibt es unter
https://www.repetier.com/documentation/repetier-host/slicing/, http://www.reprap.org/wiki/Resources, http://www.repetier.com/documentation/repetier-host/
und in der Dropbox unter https://www.dropbox.com/sh/mib06e5v75cfkff/AACm93C6ebgy0h4MOw8x2Wzxa?dl=0.
Für die Einstellungen gibt es ein kurzes Video. Da werde ich den Repetier-Server wohl auch noch ausprobieren müssen. Das aktuelle Image vom 7.8.17 für den Raspberry gibt es unter http://download4.repetier.com/files/server/images/Repetier-Server-Image_0_86_2_v7.zip und die Anleitung dazu unter https://www.repetier-server.com/download-images/.

Ich schweif vom Thema ab.

Zunächst wird der Host installiert und im Anschluss das USB-Kabel mit PC und Drucker verbunden. Sollten die Treiber nicht automatisch gefunden werden findet Ihr sie in dem Google Drive. Nun Repetier Host starten und Printer Settings wählen. Die Einrichtung des Druckers wie folgt:

Solltet Ihr den Port nicht finden seht im Gerätemanager nach. Die Baud Rate ist 115200.

Setzt die Temperatur passend zum Material. Laut Zonestar für ABS 230°C Extruder und 80-90°C Bed Temperatur für PLA 200°C und 55-60°C. Das klingt schon verdächtig nach zu wenig Leistung auf dem Heizbett.


Die Anzahl der Extruder am Z5F ist 1


Der Druckbereich ist am Z5 220 mm in jeder Richtung. Nach den Einstellungen mit OK bestätigen.

Da Repetier nun mit verschiedenen Slicer im Gepäck kommt muss zum Slicen nach der Auswahl des Druckobjektes unter Slicer der gewünschte Slicer gewählt werden. Leider haben wir noch immer keinen Test der verschiedenen Slicer durchgeführt um sagen zu können, welcher nun der Richtige ist. Wir werden es endlich mal nachholen müssen. Die Configuration erfolgt wie von den Slicern gewohnt nur unter gemeinsamer Oberfläche. Nun kann der Druck wie gewohnt direkt über USB oder über SD-Karte gestartet oder gespeichert werden. Ganz so vorbildlich wie es zunächst schien ist die Dokumentation an dieser Stelle leider doch nicht. Zonestar liefert jede Menge Angaben zu allen möglichen Druckern Die G-Code Einstellungen für Start und Ende hab ich leider nicht gefunden. Da werde ich also wieder testen müssen. Immerhin gibt es eine Gesamtübersicht über mögliche G-Code Kommandos. Die sollte ich vielleicht mal hier ablegen.

Ja! das wichtigste fehlt noch! Leider kann ich hier noch kein Druckergebnis liefern. Ralph lässt sich gerade für seinen Wanhao eine neue Trägerplatte fertigen. So richtig Bock hab ich für solche Umbauten eigentlich nicht. Das Ergebnis hat einfach mit dem gekauften Drucker nichts mehr zu tun.

 

14 Kommentare

  • Durchbiegung ermittelt.

    • Wenn das rote das Druckbett ist, dann will ich das nicht 🙂 Wenn du schnell nen Ersatz willst, ich noch einen 3mm Aluträger hier liegen, der war eigentlich für den Wanhao, aber komm ich eh ned zu..

      • Danke Stephan! Zumindest wundert es mich nicht mehr, das ich keine Druckbetthaftung mehr hinbekomme. Das orange ist der Träger unter dem Druckbett im Maßstab 10:1. Wenn aber die Befestigungspunkte vom Druckbett bei gleicher Belastung fast 4x so tief abtauchen ist am Rand kein Widerstand mehr vorhanden um den Kunststoff auf das Druckbett aufzutragen. Der Benchy fliegt bei 1cm von dem Bett. Jetzt versuch ich irgend eine vertretbare Lösung um das ein wenig zu versteifen. Otto Normalkonsument braucht ja auch eine Lösung die nicht ausufert.

  • Uwe, was hälst du vom Repetier-Host? Ich kann mich mit dem Ding überhaupt nicht anfreunden. Ich find den elend Umständlich..

    • Ein Vorteil ist mir so eben aufgefallen. Er integriert sich in Fusion 360. Muß man nicht haben aber es geht wie beim PrintStudio.

      • Druckt er denn inzwischen? Die Integration ist ja vor allem dann nützlich, wenn am Ende auch was hinten, oder besser unten, rauskommt?

        • Die Integration von Repetier-Host in Fusion hat erstmal mit dem Zonestar nichts zu tun.
          Der Z5F spuckt mit Kunststoff. Ob ich das jetzt schon drucken nennen darf …ich weiß nicht. Mir macht das butterweiche Druckbett zu schaffen. Je weiter ich von der Mitte weg komme um so nachgiebiger. Damit bekomme ich selbst ohne Spalt zur Düse das Filament nicht auf das Bett gepappt während in der Mitte der Abstand schon zu gering ist. Ich muß das irgend wie aussteifen.

          • Ich sag ja: Wir bauen einen eigenen 3D-Drucker.
            Und ehrlich gesagt: macht man das sowieso, wenn man sich einen unbekannten China-Preisknaller importiert.
            Eine Wertung könnte z.B. sein: Wieviel Prozent ist der Drucker noch im originalzustand, als er den ersten brauchbaren Druck zustandegebracht hat.
            Wenn es beim TronXY X8 „nur“ das Mainboard, ein paar Schräubchen und drei Kabel sind, dann liegt der schonmal recht weit Vorne im Testfeld.

  • Das ist meiner Meinung nach nur der Preisdruck, der hier Schuld ist an dem Dilemma. Auf dem Weg, den billigsten Drucker als Bastelkit zusammenzuwürfeln kommt sowas bei rum.

    Und da ists nun die Frage, obs nicht gescheiter ist, gleich 350,- in die Hand zu nehmen, als es in 2 Raten zu machen: 200,-für ein Billigst-Kit plus nochmal 100,- Ersatzteile, um die Kisten zum Laufen zu bringen.

    Das hat auch mit Lerneffekt beim Basteln nix mehr zu tun. Lernen tue ich genauso viel, wenn ich ein vernünftiges Kit zusammen baue, anstatt so was.

    • Stephan ich gebe Dir voll Recht! Wenn das Blech verbogen ist weil es zu dünn ist sieht man das und weiß das man es übertrieben hat. Das hält die Chinesen aber nicht davon ab den Mist in ein Packet zu stopfen und zu verschicken. Mit den 100€ kannst Du nur die gröbsten Mängel beseitigen. Wenn ich tatsächlich die Trägerplatte und die Bleche der Z-Wagen austausche wird es teuer weil Sonderanfertigung.
      Von dem Repetier-Host halt ich nichts. Ich weiß nicht wozu ich eine Oberfläche für alle Slicer brauche und am Ende doch in jedem Slicer die Einstellungen erneut eingeben muß. Um die Firmware aktuell zu halten braucht es das Ungetüm bestimmt auch nicht. Unterm Strich kann ich doch nur einen Slicer nutzen und nicht alle zugleich. Da kann ich den Slicer auch einzeln ohne Repetier-Host starten und komm zum selben Ergebnis. Mir erschließt sich der Sinn nicht. Dinge die die Welt nicht braucht.
      Aber hast Du schon vom Geeetech A30 gehört? Der vergleicht sich unverhohlen mit dem CR-10 und sieht dabei nicht mal schlecht aus. Doppelte Z-Spindel, doppelte Y-Achse, Filamentüberwachung, 12V 500W, spezialbeschichtetes Glasdruckbett, Touchscreen, WLAN, Autoleveling 3D Touch, 320x320x420 mm Bauraum, Wiederaufnahme des Drucks bei Unterbrechung… und sieht dem 400er CR10 sehr ähnlich.

      • Oh ich guck besser gar nicht erst nach dem Geetech, Du weisst ja, wie das bei mir immer endet 😉

        Geetech scheint aber Allgemein eine interessante Marke zu sein, wo man wenig hört, aber glaub nicht verkehrt wäre, mal genauer hinzugucken.

      • Oh! ich ziehe meine Aussage zurück!

  • Deine Odyssey erinnert mich an den TronXY X8. Soviel Mühe und trotzdem habe ich das Gefühl, dass man soviel Liebe und Ehrgeiz in die Billig-China-Drucker investieren kann und dennoch sind die Dinger keine Empfehlung wert. Oder siehst Du das anders?
    Mit dem Wanhao hatte ich von Beginn an Freude, nur will ich halt das Potenzial, was noch in ihm steckt, rauskitzeln. Das macht mehr Spaß, als hektisch konstruierte Bauruinen zur Arbeit zu bewegen.

    • Ralph, so schwer mir das fällt! aber ich gebe Dir Recht! Selbst eine bedingte Empfehlung ist der nicht wert! Das ist nur noch der Ehrgeiz noch irgend wie etwas brauchbares daraus zu machen. Wenn ich die Wahl habe gebe ich ohne zu zögern die paar Euro mehr für einen CR-10 mini gerne aus. Was mich am meisten dabei ärgert sind die Kleinigkeiten die das eigentlich gute Grundkonzept restlos scheitern lassen. Würde ich einen von Zonestar in die Hände bekommen hätte der nichts mehr zu lachen. Die Krönung des Ganzen. Zonestar muß die meisten Probleme kennen sonst würden sie nicht den fast baugleichen D805S mit ordentlich verschraubtem Rahmen und Winkeln anbieten. Ob der Schlitz im Y-Rahmen dort auch an der falschen Stelle sitzt und die Acryl-Trägerplatte verbaut ist weiß ich nicht. Aber ich würde mich schämen so was zu verschicken.

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