Wort zum Sonntag

Spätestens jetzt beim elektrischen Teil wird Stephan mich sicher am X5S überholen aber ich gebe ihm etwas Zeit unsere Bastelbude zusammen zu schrauben. Er dreht bestimmt wieder ein Auspackvideo dazu und bis dahin könnt Ihr ja schon in meinem ersten Bericht zur Mechanik nachsehen was wir uns da angelacht haben. Beschweren kann er sich nicht! Stephan wollte ein Bastelprojekt und das wird es auch.
Ich wollte eigentlich über das Patent von Amazon diskutieren für On-Demand-3D-Druck-Service auf dem LKW, ob der CR-10 dringend einen Touchscreen benötigt, Firmware flashen am CR-10 mit dem Raspi und über eine geniale Radiuslehre berichten aber…
Ganz plötzlich kam der Beitrag Neuer Dremel aufgetaucht: 3D45 Digilab wieder hoch und als Wilhelm uns von seinem Dremel berichtete, Stephan um einen Benchy-Druck bat und dabei wieder ins Schwärmen kam mußte ich bei der Rückfrage schmunzeln. Worauf genau soll ich achten? Stephan und ich haben unabhängig voneinander mit dem Ur-Dremel 3D20 mit dem 3D-Druck begonnen. Dem lag der Slicer mit dem komplizierten Namen Dremel 3D bei. Und genau so kompliziert war dessen Bedienung. Also hab ich so vor mich hin seniert und zurück geblickt und mich gefragt, welcher Slicer ist nun besser? Stephan hat mir da zugestimmt und meinte, das wäre ein Thema zum Sonntag.

Liebe Einsteiger in Sachen 3D-Druck. Wenn Ihr meint, nur ihr habt mal angefangen mit dem Thema und uns wäre das bereits in die Wiege gelegt worden dann irrt Ihr! Auch wir haben mal angefangen und jetzt wird es komisch! Wir hatten die Probleme nicht! Wir hatten den Dremel und können uns trotz all der Unzulänglichkeiten an diesem Drucker nicht davon trennen. Der hatte kein beheiztes Druckbett, automatisches Bettleveling, Filamentsensor oder was auch immer und konnte zunächst nur PLA-Rollen von Dremel verarbeiten. Dremel hat dem seinen Slicer Dremel 3D beigelegt und wer beim Blick auf das Bild nach den Einstellungen schreit, das sind bereits die erweiterten Einstellungen! Stl rein g3drem raus mehr gab es nicht! und welch Wunder er hat gedruckt!

Irgendwann wollten auch wir mehr und man erhörte unser Flehen und Autodesk brachte das Print Studio für den Dremel. Plötzlich gab es Stützstrukturen und jede Menge Einstellmöglichkeiten. Bei den Modellkorrekturen hatte ich den Eindruck, daß Autodesk die Fehler selber einbaut um diese beseitigen zu können. Andere Slicer haben mit den stl-Dateien keine Probleme. Zumindest gab es nun etwas zum Probieren und Verstellen und der Dremel hat es ausgedruckt.

Um Autodesk ist es still geworden und andere Slicer haben das Feld abgeräumt. Auch Dremel scheint das erkannt zu haben. Jetzt gibt es eine modifizierte Version eines älteren Cura für die Dremel Drucker. In dem Beitrag Neue Cura Version von Ultimaker hab ich erklärt, wie die Einstellungen in die aktuelle Cura-Version übernommen werden können und die erforderlichen Dateien beigelegt. Es ist also kein Problem die aktuelle Version von Cura für den Dremel zu nutzen. Über die vielen Möglichkeiten von Cura wurde bereits ausführlich berichtet und es gibt ein Kopf an Kopf Rennen mit Slic3r um das beste freie Slicer-Programm. Die Programme lassen fast keine Wünsche offen und alles läßt sich irgendwo einstellen ABER! wollen wir das überhaupt? Immer mehr Einstellungen machen den Druck kompliziert und versauen möglicher Weise das Druckergebnis. Man ist frustriert weil man nicht das erhält was man erwartet. Wo ist das Einfache aus dem Dremel 3D geblieben bei dem wir ohne große Einstellorgien das Modell geladen und den Maschinencode abgespeichert haben. Diese sehr gute Viewer Funktion für g3drem im Dremel 3D vermisse ich bis heute in den aktuellen Slicern für gCode! Cura schafft es nur sehr selten seinen selbst erzeugten gCode darzustellen und die Anderen sind nicht besser.

So sei mir nochmals die ketzerische Frage erlaubt: Welches ist der bessere Slicer? Dremel 3D oder Cura? Einer der Wenigen der sich dieser Frage stellt ist JPrusa! Seit einiger Zeit bietet er für den Prusa Drucker eine modifizierte Slic3r Version mit dem Namen Prusa Control. Das Programm ist noch eine Beta-Version aber für mich schon jetzt der Geheimtipp. Die Funktionen sind stark beschränkt gegenüber Slic3r und es läßt sich nicht für fremde Drucker anpassen aber es liefert gute Ergebnisse ohne irgendwen mit Einstellungen zu überfordern. Es hat sich sehr viel in den letzten 2 Jahren getan. Für die weitere Entwicklung würde ich mir von den Programmierern wünschen, daß sie auch mal zurück blicken.

Ahmen.

2 Kommentare

  • Ja Benjamin,
    ich habe auch an IceSL gedacht aber es ging nicht darum alle Slicer aufzuzählen. Die variable Layerhöhe kann Slic3r auch und der Pinselstrich heißt glätten in Cura. Ich freu mich auch über neue Funktionen aber leider werden die Programme dabei immer unbedienbarer. Oft will ich einfach nur schnell etwas drucken und muß mich durch unzählige Einstellungen wühlen. Es gibt schon so einige Funktionen die ich mir noch vorstellen kann aber ich möchte mich nicht ständig damit belasten und das währe doch mal eine Funktion die keinen riesigen Programmieraufwand erfordert.

  • Benjamin Lakeit

    IceSL ist auch ein interessanter Slicer. U.a. variable Einstellungen für Infill, Layerhöhe, Temperatur mit Pinselstrich auf das Modell anwenden und slicen lassen. Wäre toll, wenn diese Funktionalität auch in den anderen „großen“ Slicern Einzug hält – würde bei manchen Drucke sehr viel helfen.

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