TronXY X5S

TronXY X5S Mechanik

Richtig abenteuerlich wie der Tronxy X5S seinen Weg zu mit gefunden hat. Da kleben die Aufkleber von UPS, Amazon-Logistic, DHL und Hermes auf der Kiste. Jeder durfte mal anfassen. Bestellt haben Stephan und ich am 11.11. als „Bastelbude“ bei gearbest und kurz vor Weihnachten war er da. Selbst vor Lithium-Batterien wird gewarnt. Da Stephan die Auspackvideos immer so schön macht und ich keinen Bock auf Untertitel habe überlasse ich ihm das Video und kann mich auf den Druckerzusammenbau stürzen. Ihr dürft schon mal in die Kiste blicken!

Die Batterie ist wohl ausgelaufen, ich kann sie nicht finden


Das Hotend ist identisch mit dem des CR-10 nur der Bauteillüfter ist etwas anders. Etwas bescheiden für meinen Geschmack! Der pustet erstmal gegen die Wand und wenn wir Glück haben kommt auch etwas davon am Bauteil an. Selbst Zonetar kann das besser!

Der Extruder wird Stephan wohl nicht vom Hocker reißen. Nach Flexfilament sieht das nicht aus. Auf dem Board sind alle Anschlüsse die der Drucker braucht, mehr nicht. Zusätzliche Extruder lassen sich damit nicht ansteuern. Bei den Führungen konnte Tronxy sich nicht entscheiden und hat einen Mix aus Rollenführungen und Kugelgelagerter Silberrundstahlführung für die Z-Achse verheiratet. Das Druckbett gibt sich als 300×300 MK3a RepRap 12V Bett aus und mißt 330×330 ohne Leistungsangabe. Das Netzteil ist wie beim CR-10 mit 12V 360W angegeben. Ich vermisse ein Mosfet. Das Hotend mag noch ohne auskommen aber das Heizbett? Das obligatorische blaue USB-Kabel, eine Micro-SD mit USB-Adapter, Netzkabel und Werkzeug mit Seitenschneider liegen bei. Auch 10m schwarzes ABS oder PLA wurden großzügig beigelegt. Wenn jetzt noch jemand ran schreibt was es ist kann man es sogar noch nutzen. Eine gedruckte Anleitung gibt es nicht nur ein Blatt mit irgendwelchem elektrischen Kram. Der interessiert erst später. Auf dem beiliegenden Speicher liegen ein paar pdf-Dateien. Eine Packliste in Chinesisch und die 18 Seiten Montageanleitung in Englisch. Wer die Prusa Drucker kennt weiß wie man schön in Tütchen mit Nummern und Buchstaben so etwas abpacken kann. Hier gibt es das nicht. Alle Schrauben in der einen Tüte, die Muttern in der anderen Tüte und jetzt suchen wir mal. Naja! Das könnte schlimmer sein. Der Witz ist mal zur Abwechslung der Rollenhalter in Form einer Sechskantschraube M6x100. Da denken wir uns später was aus.

Der Rahmen aus Aluprofilen wird mit M5er Schrauben in den Profilbohrungen verschraubt. Das mag ich eigentlich aber das reicht bei diesem Drucker nicht aus! Es gibt keine Winkel welche die Rechtwinkligkeit sicherstellen. Jedes Profil ist pro Seite nur mit einer Schraube befestigt (eine Schraube ist keine Schraube sag ich da immer). Auch die Linsenkopf-Kreuzschlitzschrauben mag ich überhaupt nicht! Für den Rahmen hätte ich doch Inbusschrauben, vorzugsweise mit Senkkopf erwartet. Kreuzschlitz läßt sich nicht wirklich fest ziehen. Und so wundert es nicht, daß ich nach der Montage des Rahmens diesen ohne Mühe von Hand zum Parallelogramm verschieben kann.

Nach meiner Definition ist das 2040er Profil ein Gelenk für den Rahmen aus 2020er Profilen. Hätte ich das geahnt hätte ich bei meinen Versuchen am Zonestar gleich einige verdeckte Winkel mehr bestellt. Die Senkkopfschrauben hätten zudem die Nuten nicht blockiert. Eine Grundplatte als unteren Verschluß des Druckers in den inneren Nuten könnte die Aussteifung auch übernehmen oder ich drucke Winkel wie an meinem MK2X mit einstellbaren Füßen und verhindere gleich noch das Kippeln. Nutensteine hab ich noch ausreichend hier liegen. Das kann auf keinen Fall so bleiben! Die Gummifüße sind auch nicht grad der Hit. Auf unebenem Untergrund wird der Rahmen kippeln.

Dann kommen die Laufschlitten. Schön daß die vormontiert sind und nicht erst wie in der Anleitung beschrieben mühselig zusammen gebastelt werden müssen. Leider gibt es mal wieder nichts zum Nachstellen der Rollen. Im Moment sind sie aber Spielfrei. So richtig sauber laufen die Lager in den Rollen aber nicht.

Jetzt fehlen paar Angaben. Die Acrylbefestigungen für X und Y Antrieb sehen bis auf die X/Y Beschriftung identisch aus und da X und Y von unten betrachtet auch X und Y ergeben hilft das kein Stück weiter. Eine Zahnriemenscheibe muß nach unten und eine nach oben zeigen. Ich fühl mich grad wie beim Lotto und weiß nicht wer auf welche Seite gehört. Es wär doch ein Leichtes das in der Anleitung mit X und Y wie auf den Acrylteilen zu kennzeichnen! Das mag ich so nicht! Spätestens bei der Elektrik wird sich herausstellen das ich falsch geraten habe.

Als nächstes sollen die Zahnriemen verbaut werden. Da ich bestimmt die Motoren vertauscht habe kommt das zum Schluß. Aber ich vermisse jetzt schon einen Riemenspanner. Bei der Länge der Riemen wird das nicht lustig. Zahnscheiben an den Umlenkungen gibt es auch mal wieder nicht. An einigen der Umlenkungen könnte das sogar richtig sein. Macht ja nur auf der verzahnten Seite des Riemens Sinn.

Da hier noch ein Link zu Youtube auf dem Datenträger ist sehe ich mir das Montagevideo an. 18 min im Schnelldurchlauf mit nervigem Hintergrundgedudel. Also Ton aus und schneller Finger an der Maus sonst ist der interessante Moment im Video schon wieder vorbei. Dieser Schauspieler schafft es fantastisch die interessanten Punkte zu verbergen! Stattdessen fuchtelt er mit dem Schraubendreher herum. Was will er wohl damit sagen. Das hilft auch nicht weiter also zurück zur pdf.

An jedem der 4 Rahmenteile für das Druckbett gibt es 2 unsymmetrische Bohrungen und wieder wird nicht verraten wo die hinzeigen. Das artet zur Lottoorgie aus. Ich könnte mir vorstellen, daß diese Profile ein Rechteck bilden sollen aber ohne Aussteifung wird das wieder zum Parallelogramm. 6 Senkkopfschrauben mit Feder und Flügelmutter halten das Druckbett auf Abstand. Wo Stephan bereits bei 4 Schrauben jammert kann ich mir seine Freude darüber grade richtig vorstellen. Wieder Rätselraten was kommt auf welche Seite? Die Lager und Trapezgewindemuttern haben Spiel in den Bohrungen. Das kann beim Ausrichten helfen. Wie überall an diesem Drucker wieder Kreuzschlitzschrauben. Da man die nicht ordentlich festgezogen bekommt werde ich wohl später noch mit Loctide eine Schraubensicherung durchführen müssen. Aber erst wenn alles ausgerichtet ist.

Das Board sitzt Sandwich zwischen 2 Acrylplatten, eine davon mit Lüfter und wird mit Plasteröllchen auf den Schrauben auf Abstand gehalten. Wer an das Bord gelangen möchte muß nicht nur die Lüfterplatte abschrauben sondern hat gleichzeitig die Distanzröllchen, das Board und die hintere Acrylplatte in der Hand. Für diese Zwecke hat mal jemand Distanzhalter für Leiterplatten deren korrekte Bezeichnung ich leider nicht kenne erfunden aber das kennen die von Tronxy leider nicht oder es war zu teuer. Das sieht schon besser als bei Zonestar aus aber glücklich macht mich das nicht zumal die Röllchen zu klein sind und so der Lüfter gegen das Board stößt. Also erstmal paar passende Röllchen drucken und später brauch ich da noch ein Gehäuse. Und jetzt fällt mir auch wieder ein, daß ich dieses Board schon bei Anet gesehen habe. Anders als üblich ist der Kartenleser auf das Board gelötet. Ich frag mich, wofür dann der 2. Hasenträger zum Display gut sein sollen. Da beide nebeneinander montiert werden ist das alles nicht so tragisch aber vielleicht sollten Board und Display besser oben montiert werden?

Nun stell ich fest, daß ich tatsächlich X und Y vertauscht habe. Ich werde mir erstmal Winkel für den Rahmen drucken und Senkkopfschrauben M5x25 besorgen, die Senkungen nacharbeiten und dann alles von Anfang. Stephan was hast Du mir da wieder eingebrockt! Ja das ist etwas doof mit dem Bohren. Ich hatte gehofft der Stufensenker würde helfen aber paßt nicht. Der Bohrer verhakt sich sofort und ich hab den Akkuschrauber gequält. Rückwerts hat es dann funktioniert. Hat sich der Bohrer dann erstmal Platz geschaffen geht es zum Senken in die richtige Richtung weiter. Zum Glück ist es nur weiches Aluminium. Besser Ihr versucht es zunächst auf der Unterseite. Wenn es nichts wird sieht es keiner. Ich hab die 4 Winkel, Rändelknöpfe und Muttern mit 50% Füllung aus PET gedruckt und montiert. Der Rahmen ist jetzt stabil und rechtwinklig und kann auch auf schiefem Untergrund grade stehen. Gefällt mir schon deutlich besser! Alternativ hatte Stephan mal Gummifüße mit Gewinde rausgesucht. Die könnten auch meine selbst gebastelten Rändelschrauben (Sechskantschraube und Rändelknopf) ersetzen. Auf weitere Winkel hab ich zunächst verzichtet.

Rahmen für Heizbett vormontiert und die 6 Stangen eingefädelt. Ich hätte dann jetzt ganz gern 2 Hände mehr. Irgendwie gelingt es doch den Kram in den Rahmen und die Flex Kupplungen der Z-Stepper zu pfriemeln. Die Angabe 3mm Abstand Spindel zu Führung in der Höhe kann kein Mensch prüfen da das Flanschlager davor ist. Die Führungen werden an deren Stirnseiten oben und unten mit dem Aluprofil verschraubt. Hoffentlich stimmen die Bohrungen im Profil denn einstellen läßt sich nichts. Der gesamte Kram ragt an den Seiten aus dem Rahmen heraus. Da wir vorhaben den Drucker einzuhausen ist das nicht unbedingt von Vorteil. Platz wäre innerhalb des Druckers ausreichend vorhanden um nicht über den Rahmen hinaus aufbauen zu müssen. Druckbett mit 6 Schrauben. Federn, Muttern und Flügelmuttern montieren.

Jetzt kommen die Energieketten. Es scheint den Chinesen eine große Freude zu bereiten diese falsch montiert an Heizbett und Hotend zu bammeln! Alles wieder raus, Kette öffnen, drehen und wieder einfädeln. Wir stellen fest die Kette ist länger als benötigt. Genau! Fädeln wir mal. Die angegebenen Schrauben gibt es nicht in der Tüte also nehme ich metrische und schneide Gewinde in das gedruckte Teil. Stephan wird seine Freude haben!

Kabel vor den Löchern und Profilen

So sollte es sein
Wenn die Schraube außen sitzen würde
So geht’s auch

Nun wo die Endlageschalter an der Reihe sind sehe ich wofür die Bohrungen am Druckbettrahmen sind und stelle fest, ich tauge nicht zum Lotto spielen. Die Bohrung für die Schraube zum Auslösen des Z-Endschalters müßte nach außen zeigen. Jetzt könnte ich den ganzen Kram wieder auseinander reißen oder mir fällt was ein. Letzteres. Die Endschalter kommen mit etwas Gebastel auf die Innenseite des Rahmens. Die Anschlüsse der Schalter müssen alle verbogen werden um den Halter am Rahmen zu verschrauben. Für den Spulenhalter hab ich schnell ein Teil gedruckt. Die M6er Schraube ist mir doch etwas arg chinesisch. Halbzeit!

Den Rollenhalter (M6er Schraube) unter einer Hülse versteckt
und mit gedruckten Distanzhülsen funktioniert auch das
Mechanik bis auf die Zahnriemen montiert

Der angenehmere Teil ist geschafft. Da ist noch viel Potential für Verbesserungen. Der Strom ist an der Reihe. Die Energieketten find ich ja recht gut aber wie die Kabel weiter verlegt werden sollen verrät Tronxy nicht. Da liegen wieder unsere begehrten Zipties in der Tüte! Keine Kabelhalter! Und das offene Etwas von Gehäuse am Board! Das gibt wieder einen Kabelsalat! Kabelenden ohne Schuh wie ich das haße! Ich bin doch kein Elektriker! Ich mach Pause!

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