Simplify3D v4.0 ist da!

Nach einer gefühlten Ewigkeit gibts nun eine neue Version v4.0 von Simplify3D.

Was ist Neu in Simplify3D v4.0?

Eine vollständige Liste aller Neuerungen in Simplify3D v4.0 findet Ihr hier: https://www.simplify3d.com/software/release-notes/version-4-0-0/ (wenn die Seite ausnahmsweise lädt, die Server scheinen hoffnungslos überlastet heute)

  • Verbesserungen für Multi-Extruder Drucker:

    Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, nur die Verbindungsschichten zwischen Support und dem eigentlich Druckobjekt mit dem zweiten Extruder zu drucken. Dazu wurde die Möglichkeit geschaffen, die bereits aus früheren Versionen bekannten „Dense Support Layers“ einem bestimmten Extruder zuzuweisen (und noch ein paar mehr Einstellungen dazu). Auf diese Weise kann man das sehr teure wasserlösliche PVA nur für diese Zwischenschichten verwenden und für den Hauptanteil der Supportstrukturen billiges PLA nutzen. Das spart ungemein.
  • Verbesserungen bei den Supportstrukturen:

    Einzeln stehende, schmale, aber sehr hohe Support-„Türme“ sind mir gerne mal umgefallen. V4.0 erlaubt nun, diesen Supportstrukturen ein eigenes Brim zu spendieren. Bisher bin ich im Zweifelsfall dazu übergegangen, die Supportstrukturen dichter als nötig zu drucken, hier kann man nun auch alternativ mehre geschlossene Boden-Schichten zur Stabilisierung nutzen. Auch gibts nun neue Rafts, die besser an die tatsächliche Fläche der Objekts angepasst werden, so Material und Druckzeit sparen und noch leichter zu entfernen sein sollen. Ich kann mich allerdings nicht mehr dran erinnern, wann ich zuletzt ein Raft gebraucht hatte.
  • Verbesserungen im Umgang mit mehreren Prozessen.
    Mit dem Splitting Assistenten können die Start- und Endlayer bequem mit einem Schieber definiert werden, das war vorher ein arges Gefummel. Wer mal schnell 5-6 Prozesse anlegen wollte saß da gefühlt ne halbe Stunde dran. Simplify3D v4.0 machts nun recht bequem und sorgt dabei nun automatisch für „nahtlose“ Übergänge (= ohne wie zuvor erst mal Top und Bottom Schichten einzufügen, die erst umständlich wieder entfernt werden mussten). Ebenfalls wurde das sequentielle Drucken mehrere Objekte gleichzeitig verbessert. Auch der „Vasen“-Modus kann nun in Prozessen genutzt werden.
  • Variable Extrusionsweite: Simplify3D kann nun die Breite der gedruckten Linie dynamisch anpassen. Dies ist vor allem beim Drucken dünner Wände hilfreich, die so besser ausgefüllt werden können. Simplify3D nennt als anderes Beispiel das Drucken von Rotoren, wo dynamisch die Extrusion angepasst wird, um die einzelnen Rotorblätter durch Anpassen der „Linienbreite“ sauberer drucken zu können.
  • Mehr Kontrolle beim Bridging:

    Neue Einstellungen erlauben u.a. die genaue Angabe der Druckgeschwindigkeit, Füllrate, Temperatur und auch den Winkel der Füllung von Brücken.

Mein Ersteindruck

Ja, das sind ein paar nette neue Funktionen und wenn ich mich irgendwann mal dazu aufraffen kann, das MultiMaterial Upgrade für den Prusa tatsächlich einzubauen (oder auszupacken), dann wird das sicherlich interessant werden. Die Verbesserung bei den dünnen Wänden hätte ich jetzt schon öfters Mal brauchen können und Brim und Bodenschichten bei Supportpfeilern ist auch nett. Alles in allem, da das Upgrade eh nix kostet: Ja, finde ich gut.

Weiterhin unverändert ist die Verwaltung mehrere Drucker- & Materialprofile. Die ist immer noch Grütze. Und auch weiterhin gibt es keine Demo Version.

Simplify3D ist nach wie vor mein Lieblings-Slicer, auch wenn Slic3r und Cura inzwischen deutlich aufgeschlossen haben und eben keine 150,00 Euro kosten. Aber immerhin, das Update zeigt vor allem eines: es lebt noch jemand bei Simplify3D, das ist doch auch schon mal recht positiv 😉

5 Kommentare

  • Extra Beitrag? da müßte alle 14 Tage einer kommen. Prusa hat am 28.07. die neue Version 1.8 des Treiber und Software Paketes veröffentlicht und zeitgleich Slic3r 1.36.2 – Prusa Edition unter https://github.com/prusa3d/slic3r/releases zur Verfügung gestellt. Bei dem Tempo kann man fast sicher sein, daß man eine alte Version auf dem Rechner hat.

    • Jo, bei Prusa geht das etwas flotter als bei S3D 😉 Ich hab da nich so ein Auge drauf, wenn sich da was interessantes ergibt, dass ein Blogpost wert ist, warum nicht. Bits sind noch geduldiger als Papier..

      Neue FW hat Prusa ja auch schon wieder, aber ich hab grad keine Zeit, das zu testen.

      Den IdeaMaker von Raise (gratis Slicer) müsste man sich auch mal anschauen..

      • Stephan war wieder fleißig!
        Schneller muß nicht zwangsläufig besser sein. Mich persönlich nervt es wenn ich alle 14 Tage eine neue Version präsentiert bekomme aber ich hab in der Tat das Gefühl, es geht etwas schneller voran. Allein die variable Layerhöhe vor Jahren von Autodesk erdacht ist in der Autodesk-Software bislang nicht angekommen. Was sich konkret bei Prusa geändert hat hab ich noch nicht entdeckt. Wenn ich den Prusa jetzt umbaue muß ja ständig die aktualisierte Firmware wieder angepaßt werden!
        IdeaMaker, noch nie gehört. Leider finde ich auf der Seite keine Angaben zu unterstützten Geräten. Wer sind die Meisten? Kann man ja mal ausprobieren. Ich hab das Gefühl ich kenn kaum eine Hand voll von den Slicern.

        • Ja, einmal zum Uwelix 😉 oder Haribo umgebaut, müssen wir jede FW Version, die installiert werden soll, auch erst wieder anpassen. Also Max Z und der Filament Sensor ändern. Da muss schon was wirklich Tolles kommen, sonst fürchte ich, bin ich zu faul dazu 😉

          IdeaMaker: Vermutlich gibts ausser den eigenen Raise Druckern keine fixfertig konfigurierten Drucker, aber das kann man im Grunde aus Slic3r abschreiben.

          Weniger bekannte gratis Slicer:

          IdeaMaker
          KISS-Slicer
          Repetier-Host
          Craftware

  • Klingt sehr interessant! Ich frag mich seit Prusa und CR-10 auch ständig welches ist eigentlich der beste Slicer. Beim Dremel war die Auswahl nicht vorhanden aber jetzt schon und allein wenn ich mir die Dateigröße der erzeugten gCode-Dateien ansehe gibt es große Unterschiede und das muß doch auch Auswirkungen auf den Druck haben. Das große Druckbett des CR-10 eignet sich super alles voll zu stopfen und den Drucker dann einfach seine Arbeit machen zu lassen. Allein wenn ich dann sehe wie der Drucker dann ständig von einer zur anderen Seite wechselt um die einzelnen Körper zu erstellen und dabei mit der inkontinenten Düse die anderen Objekte besudelt anstatt systematisch sich von einer zur anderen Seite zu arbeiten läßt mich schon etwas fluchen. Zusätzlich kommt dabei eine große Menge sinnloser Druckzeit zu Stande. Ein richtiger Vergleich der Slicer währe doch mal eine tolle Sache. Und wenn dabei heraus kommt, daß der Simplify3D wirklich besser ist all die Anderen leg ich doch gern das Geld dafür auf den Tresen.

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