Probleme mit dem ersten Layer

Wenn die erste Schicht schon nicht toll gedruckt wird, steht unter Umständen das ganze Druckwerk auf der Kippe. Typische Schicht 1-Probleme im Bild

Eine hoffentlich nur sehr langsam wachsende Sammlung an Problemen mit der ersten Ebene, so wie sie mir vor die Flinte laufen.

Beispiel 1: Ungleichmäßiger Druck

Hier haben wir eine lustige Kombination aus „Druckkopf zuweit unten / Luftblasen unter der Druckbettfolie“, dort wo die Blasen sind kommt nicht genug geschmolzenes Filament raus, darum ist das so ungleichmäßig in der Deckung hier. Das, was nicht raus kann, staut sich, kommt dann später umso dicker, zieht gerne auch mal Fäden oder tropft.

Nicht gleichmäßig extrudiert

Nicht gleichmäßig extrudiert

Der Druck hätte womöglich trotzdem funktioniert, aber ich wollte das Foto haben. Hätte vermutlich bombenfest auf dem Druckbett geklebt und sich nur mit Gewalt lösen lassen. Düse zu dicht auf dem Buildtak des Dremel = klebt wie einbetoniert. Und zu dicht dran, dann ist die Oberfläche der ersten Schicht rau, weil dort, wo sich die Linien überlappen, Material nach oben quillt. Eine perfekt erste Schicht hat keine Lücken und ist wenn man mitm dem Finger drüber fährt glatt.

Die Blasen krieg ich auf die schnelle nicht weg, aber mit etwas mehr Abstand zum Druckbett neu nivelliert oder in Simplify3D versuchsweise den Z-Achsen Offset um 0,05 mm erhöht, sieht das Ganze zwar immer noch nicht perfekt, aber schon etwas freundlicher aus:

Nachher: schon besser, immer nochn tacken zu dicht dran (und etwas zuwenig gefüllt)

Nachher: schon besser, immer nochn tacken zu dicht dran (und etwas zuwenig gefüllt)

Langfristig gehört die Folie blasenfrei neu aufgeklebt, aber der Schwabe sagt: die ist schon noch gut.

Beispiel 2: Bett schief, Temperatur zu kalt, Abstand schlecht

rot: 200°C, gelb 210°C

rot: 200°C, gelb 210°C

Dieses Fehlerbild im roten Kasten kam von einer zu geringen Temperatur kombiniert mit wieder mal falscher Abstand für die gewählte Schichtdicke, hier war die Düse zu weit weg. Zu kalt und zu weit weg haftet die gedruckte Linie nicht und löst sich stellenweise ab. Mit der hoppeligen Oberfläche einher ging dann gleich noch absolut miese Haftung auf dem Druckbett. Der Druck könnte fehlschlagen, weil sich das Druckobjekt im späteren Verlauf vom Bett löst.

Das wellenförmige Muster im gelben Kasten ist dagegen typisch für Düse zu nah dran, ferner hatte ich die Temperatur auf 210°C, das ist besser, aber so richtig gut wars dann erst nach kompletter Neuausrichtung des Druckbetts und bei 220°C, da hab ich dummerweise das Bild verschmissen.

Man sieht hier schön wie von vorne links (zu weit weg) nach hinten rechts (zu nah dran) ein schiefes Druckbett beide Fehlerbilder in einem Druck gleichzeitig zu Tage bringt.

Beispiel 3:  Ungleichmäßiges Druckbett

Hinten links zu nah dran

Das graue Filament in diesem Bild wird in den hinteren linken Ecke zunehmend dünner und durchsichtiger. Auch das ist wieder eine Folge von Düse zu nah dran. Das doofe ist: rechts ist gut und vorne links wirds wieder zunehmender besser. Wenns möglich ist, sollte man versuchen, nur die hintere linke Ecke weiter weg zu bekommen, um das ein bissl auszugleichen, notfalls geht man insgesamt etwas weiter weg mit der Düse, riskiert dann halt rechts zu weit weg zu sein.

Alternative: etwas weiter weg mit der Düse und die erste Schicht dicker Drucken. Z.b. für die erste Schicht 0,2 oder gar ne 0,3mm Schicht nehmen. Um eine schöne erste Schicht in 0,1mm hinzubekommen, muss das Bett wirklich topfeben sein. Mit dickeren Schichten für die erste Schicht kann man so unebenheiten besser ausbügeln.

Bei diesem Drucker war das Problem, dass das Druckbett in sich nicht ganz eben ist und die Wellen nicht die geradesten sind. Fährt man das Bett mit ner Messuhr ab, sieht man an den hier durchsichtigen Stellen eine Erhebung. Einfacher Test obs am Druckbett oder den Wellen liegt: einfach das Bett drehen, wandern die Fehler mit dem gedrehten Bett, ist es das Bett, bleibt der Fehler an der selben Stelle sinds vermutlich die Wellen.

2 Kommentare

  • Christian Ruckerbauer

    Hallo Stephan einen Herzlichen dank für Deinen Beitrag.
    Mit meinem neuen Dremel 3D40 hatte ich das Problem von Anfang an, mit der Einstellung von 0,20 mm auf der Z Achse ist nun das Proplem behoben. Danke

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