PLA von Extrudr aus Österreich

Nachdem ich bereits Extrudr GreenTEC im Test als gut empfunden hatte, wollte ich auch mal ein Blick auf das PLA von Extrudr für Ultimaker 2+ und den Dremel 3D20 werfen…

Mit dem PLA von Extruder verbindet mich eine gewisse Hassliebe. Ich drucke sehr gern damit, weil die Druckqualität mit diesem PLA bei meinen Standardsettings (210°C Düse, 60°C beim Ultimaker in 2,85mm, bzw. 205°C auf Buildtak in 1.75 mm auf dem Dremel 3D20 – Rest Standard PLA Settings) eigentlich mit das Beste ist, was ich bisher getestet habe. Entsprechend habe ich davon einen kleinen „Vorrat“ angelegt – siehe Bild oben. Ich find es vom Ergebnis besser als das hoch gelobte Colorfabb PLA/PHA – und das zu einem geringeren Preis.

Hier ein Problem, dass ich auf dem Ultimaker (wohl bauartbedingt – Kühlung) mit vielen PLA Marken habe, aber beim Extrudr PLA eben nicht auftritt:

Ein Problem, dass ich mit vielen PLAs, aber nicht Extrudr habe: hochstellen der Layer

Ein Problem, dass ich mit einigen PLAs, aber nicht mit Extrudr habe: Hochwellen der Layer am Bug

Klar kann man nun sagen, wie auch schon in einem der Foren geschehen, das liegt am Drucker, da musste halt umbauen. Aber da ich wenig Lust auf Umbauen habe, nehme ich halt einfach andere PLA Marken, eben wie das Extrudr PLA, wo ich keine Probleme habe. Frickeln ist nicht mein Ding, wenns auch anders gelöst werden kann, einfach mit anderer Filamentmarke.

Aber warum denn nun Haßliebe?

Nun, mit einigen Farbvarianten habe ich im langen Bowden des Ultimakers doch so meine Problem, je nach Farbvariante (ganz schlimm ist bei mir z.B. das Grau) ist das Filament von der Rolle teils doch sehr brüchig, gerade wenn die Rolle dem Ende entgegen geht, bricht mir das Filament entweder noch vor dem Feeder oder aber spätestens dann im Bowden. Ersteres ist dann das (vorzeitige) Ende des Druckjobs, im letzteren Fall wars das dann mit Retractions während dem Druck, was nun am Ende auch nicht unbedingt die Resultate schöner macht. Stellenweise, nicht über die gesamte Länge komischerweise, lässt sich das Filament fast nicht biegen und bricht sofort.

Wohlgemerkt: das Problem kommt erst auf den letzten 10% der Rolle etwa so richtig  zu tragen – und nicht bei allen Farben. Gold z.B. ist wesentlich weniger steif und kann ich bis zum letzten Rest problemlos durchdrucken.

Bröckeln für Fortgeschrittene

Bröckeln für Fortgeschrittene – in Transparent und Grau

Nachdem ich auf diese Weise bei 2 Rollen „grau“ 2,85mm dann schon jeweils die letzten 100g entnervt entsorgt hatte, hatte ich dann mal mit dem Hersteller Kontakt aufgenommen, welcher mir super schnell auch geantwortet hatte: Ja, das sei bekannt, neue Produktionschargen haben eine andere Rezeptur und sollten besser laufen.

Gold, eine recht neue Farbe läuft ja auch hervorragend (wobei ich die Bezeichnung Gold ja eigentlich etwas unpassend für diese Farbe finde). Also habe ich wohlgemut ein paar Wochen später nochmal eine (gedacht) frische Rolle in Grau gekauft und, nunja, das Problem ist nicht besser geworden. Und auch die inzwischen 4. Spule zeigt das selbe Bild: Das ist immer noch extrem brüchig, im Vergleich zum weichen Colorfabb PLA/PHA bröckelt mit das graue Extrudr PLA schon beim schief angucken, gerne auch mal beim Rücklauf zum Materialwechsel – auch frisch aus der Vakuumverpackung genommen schon. An der Lagerung kann es also nicht liegen. Leider gibts auch keinerlei Chargennummer, an der man Produktionsdatum erahnen könnte. Und meine schlaue Idee: Jetzt warteste, bis die SKU mal ausverkauft und wieder neu eingestellt wurde hat auch nix gebracht.

Keine Probleme im Dremel 3D20

Keine Probleme dagegen habe ich in 1,75 mm auf dem direkt angetriebenen Dremel 3D20. Da funktioniert das wunderbar. Die große 1.1kg Spule passt halt wie üblich nicht ins Innere des Druckers und muss von außen zugeführt werden. Aber der Dremel Drucker-Nutzer kennt das Problem ja schon.

Haftung:

Auf dem beheizten Glasbett des Ultimakers haftet das Extrudr PLA sehr gut, nur bei Drucken, die nahezu die gesamte Breite des Druckbetts benötigen heben sich die Ecken leicht an, dort hilft dann Haarspray.

Null Warping mit dem Teststück

Kein Warping mit dem Teststück

Die Haftung auf dem kalten Buildtak des Dremel 3D20 ist einwandfrei, eher schon etwas fest, wenn man die Düse zu nah am Druckbett hat.

Fazit:

Ich mag das Extrudr PLA trotz allem sehr gerne, auch wenn es mich immer wurmt, wenn ich bei einer Rolle die letzten 100g dann in die Tonne treten muss, die ersten 1000g drucken dafür auf meinen 2 Kisten sehr gut und den Preis empfinde ich selbst nach 100g Abzug noch in Ordnung. Sicher, es gibt auch billigere PLAs da draußen.

Preise:

Die 1.1kg Spule kostet bei Extrudr 35,00 EUR (= 31,82 Euro / kg). Noch etwas günstiger wird es, wenn man statt der 1.1kg Spule gleich die Maxi-Version mit 2,3kg kauft, dann kommen wir auf einen Kilopreis von 26,09 EUR.

Bezugsquellen:

Extrudr Filament gibt es auf der (arg verbesserungswürdigen) Homepage des Herstellers: extrudr.eu, leider scheint er es zum Teil mit dem Ausliefern nicht ganz so eilig zu haben, oder zeigt eine Warenverfügbarkeit an, die dann doch nicht stimmt. Ich kaufe daher lieber bei 3djake.de, die neben extrem schneller Lieferung auch kleine Mengen als Muster von Extrudr PLA anbieten. Oder wer es mag, kann auch bei Amazon.de, teilweise im kostenlosen Prime Versand fündig werden.

PS: Spulengewicht leer

Die 1,1kg Spule hat ca. 260g.
Die 2,3kg Spule ca. 600g

Ein Kommentar

  • Hallo Stephan,

    danke für den tollen Beitrag. Das die Farben und damit die Zusammensetzung des Filaments Einfluß auf das Druckergebnis hat hab ich schon bei Dremel-Filament festgestellt. Durch den kleinen Spulendurchmesser ist da bei niedrigeren (Zimmer-)Temperaturen auch eine zunehmende Bruchgefahr zu erkennen. Das Platzproblem mit den großen Rollen im Innenraum hab ich nahezu vollständig beseitigt. Eine leicht in der Höhe, Dornlänge und Befestigung modifizierte Halterung nimmt mühelos jede 1kg Rolle im Innenraum des Dremel auf und ist auch weiter zu den Dremel-Spule kompatibel. Eine Anpassung an den Innendurchmesser hat sich als überflüssig herausgestellt. Obwohl – ich kaufe kein Dremel-Filament mehr. Wer es möchte kann die Originalhalterung auch an der rechten Mulde montieren. Das ermöglicht einen schnelleren Filamentwechsel beim Drucken. Die Bohrungen sind schon vorhanden. Die Einschränkung stellt nur die Breite der Mulde dar. Leider wird die Abmessung der Spule nur selten angegeben. Ich hab mich auf PLA von Filamentworld eingeschossen. Mit einer Breite von knapp 70mm passen die 1kg-Rollen genau in die Mulde, die von mir bisher verwendeten Farben schwarz und weis funktionieren tadellos und der Preis ist auch OK. Mir gefällt auch die Angabe der Spulenabmessungen auf deren Seite! Einzig für Teile mit höherer Belastung greife ich auf PolyMax zurück. Zum vorgenannten um einiges teurer aber die Verarbeitbarkeit im Dremel ist top und mit einer deutlich höheren Festigkeit. Einziges Problem: Es haftet schon zu gut an der Druckmatte (beim ersten Versuch hab ich die Matte beim Lösen des Bauteils zerrissen). Also vorher unbedingt mit Tape abkleben! PolyFlex liegt noch immer da und wartet auf eine passende Anwendung zum testen.

    Gruß Uwe

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