Nachbearbeitung mit Epoxidharz Smooth-On

Wer mit einem Druckergebnis nicht ganz zufrieden ist und eine hochglänzende glatte Oberfläche haben möchte, der kann mal SmoothOn ausprobieren 

SmoothOn kommt in 2 Flaschen, die man in Verhältnis 2:1 anrühren soll, wer mag kann es mit Isopropylalkohol auch noch etwas verdünnen. Zum Mischen nutze ich kleine Plastik-Messbecherchen [Amazon] und Holzrührstäbchen aus der Kaffeebar [Amazon], die sind zwar recht dünn, aber günstig und geht. Ich mische mit einer kleinen Feinwaage [Amazon.de] nach Gewicht, das geht einfacher als über die schwer lesbare Skalierung der Mischbecher, zumal gerade die Kompenente A nicht so gut fließt.

Achtung Fehlerquelle: beim Mischen nach Gewicht erst auswiegen um die unterschiedliche Dichte zu erfassen.

Nach dem Mischen empfiehlt der Hersteller, das angerührte Harz in eine aus Alufolie gebastelte Schale zu kippen, weil es weniger schnell aushärtet, wenn es nur dünn auf großer Fläche verteilt ist anstatt alles in einem Becher.

Aufgetragen habe ich das mit dem billigsten Schulfarbkasten Pinsel den ich finden konnte, solang der keine Borsten verliert, ist das schon OK. Das ganze ist von der Konsistenz unverdünnt etwa honigartig und lässt sich gut aufpinseln, es macht eigentlich keine Nasen und zieht sich selber glatt, will sagen: man sieht keine Pinselstriche. Nach ca. 2-3 Stunden ist das soweit trocken und kann anschließend wenn nötig geschliffen oder lackiert werden.

Ich hab hier mal mit einem recht bescheidenen Fehldruck experimentiert, mancher kennt das Modell aus Thingiverse & Co, ich hab leider den Link verschmissen (Ich glaub der wars: „Copy of Dragon“ von „Kyrie-for-the-shotboii“). Der Druck auf einer Witbox2 ging etwas in die Hose und bot sich also als Testobjekt an.

Vorher

Vorher

Die einzelnen Schichten sind deutlich zu erkennen, wer genau hinsieht sieht auch Risse vermutlich Underextrusions, insgesamt ist das durchs runter skalieren auch noch zu dünn geworden, der Flügel auf Augenhöhe gebrochen und mit Uhu Hart geklebt. Alles in allem gar nicht schön und brüchig ist es dazu noch. Also hab ich mir mal den Spaß gemacht und die andere Seite mit SmoothOn bestrichen, die schaut (gespiegelt) nun so aus:

Nachher mit einer Schicht SmoothOn

Nachher mit einer Schicht SmoothOn

Risse und Schichtlinien sind weg, das Ganze wirkt in der Tat wie in Honig getaucht, hochglänzend (bis auf die Stellen, die ich beim Versuch das zu Knipsen gerade eben mit Fingerabdrücken verunstaltet hab). Die Farbe kommt schöner und ich bilde mir ein, dass es insgesamt auch etwas stabiler geworden ist. Jo, also ich find das jetzt eigentlich recht gut das Ergebnis, viel Mühe hab ich mir damit auch nicht gemacht, das ging also sehr flott und unkompliziert.

Der komplette Drache hat insgesamt 4g A und 2g B benötigt, gekauft habe ich die kleine Packung mit 120g A und und 60g B, für 19,99 Euro bei 3djake.de. Könnte damit also 30 Drachen beschichten, was doch überraschend ergiebig ist, oder anders gesagt: einmal Drache beschichten kostet inkl. Becher und Stäbchen und Folie etwa 0,70 Euro

Plastikmischbecher, Alufolie und das Rührstäbchen habe ich weggeschmissen, der Pinsel wurde im Isopropylakohol 70% Bad komplett sauber und kann gut nochmal benutzt werden. Den 70% Isopropylalkohol nutze ich eh schon zur Reinigung des Glasbetts und mit maximal 70% ist er auch zur Reinigung der Buildtak Druckfolien erlaubt.

Ja, ich glaube ich werde da mal weiter mit Smooth-On experimentieren, das ist schon recht brauchbar so.

Der Unterschied ist glaub gut zu sehen

Der Unterschied ist glaub gut zu sehen

2 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.