(frustrierender) Zusammenbau Tronxy X8

TronXY X8
Rahmen: Acryl
Drucker: 48x48x38cm
Druckbett: 22x22cm
Druckhöhe: 20cm
LCD-Display: 128*64px
TÜV/CE: sicher nicht
Mit dem TronXY X8 flattert der nächste geclonte Clon in die Werkstatt unermüdlicher Bastler. Diesmal bin ich an der Reihe, die schier unendlich vielen Teile (ich meine es sind etwa 100.000) zusammenzubauen.

Also los geht es…

Zu Beginn werden die Acrylteile in Wasser mit etwas Spülmittel eingeweicht (aber nicht zu lang!), damit die braune Schutzfolie einfacher abzuziehen ist. Während die vor sich hinbaden, sortiere ich mir die Schrauben, damit das  zusammentüfteln später mehr Spaß macht.

 

Ich weiß ja, dass ich zu dem Zusammenbau hier einen Artikel verfasse möchte und gehe penibel nach Anleitung vor, aber dennoch kommt etwa zur Hälfte das erste Problem: das Display sitzt schief und passt nicht in die Acrylaussparung. Problem ist, dass das Display etwas ausladender ist, als die Aussparung und zudem auch noch etwas schief aufgelötet wurde. Na toll. Also feile ich und feile und feile, bis alles gerade mal so passt.

 

Dann der nächste Clou: Eines von zwei benötigten Display-Kabel fehlt im Karton. Zum Glück habe ich diese Spezialstecker hier und auch genug Flachbandkabel. Also stelle ich mir das Ding selbst her.

Problem Nummer drei: Bei den Kugellagern fallen die Kugeln raus, sobald ich mit der Welle nur in die Nähe des Lagers komme. Purzel, purzel und auf Nimmerwiedersehen sind die winzig kleinen Kügelchen im Zimmer verstreut. OK, auch da habe ich ne Lösung und krame ein paar IGUS-Lager hervor, die eigentlich für meinen Wanhao gedacht waren.

Und was glaubt ihr… das vierte Problem folgte sogleich: Ein Coupler passt und verbindet Stepper-Motor und Welle wie die Faust aufs Auge und in den zweiten Coupler passt die andere Trapezspindel einfach nicht rein. Das Loch ist 0,3mm zu klein. Also Akkubohrer und zack, auch das Problem gelöst.

Das beim Stromanschluss weder Aderendhülsen noch verzinnte Adern existieren ist ja typisch China. Hab ich da und klemme da die Aderendhülsen rauf. Dabei fällt mir aber auf, dass das Kabel einzelne Adern verliert. Da hat es wohl jemand zu gut gemeint mit dem Abisolieren in China. Kabel gekürzt, abisoliert, verzinnt und weiter geht’s.

Dem Drucker liegen drei Stop-Schalter für jede Achse bei. Alle mit derselben Kabellänge. Problem #5: Blöd nur, dass die für die X-Achse nicht reichen, wenn der Druckkopf ganz nach rechts gefahren ist.

 

Auch blöd (Problem #6) das bei einem Stop-Schalter ein Kabel lose rumhängt und nicht im Steckerpin bleiben wollte. Diese Freiheit konnte ich ihm nicht lassen und da der Pin nicht aus dem Stecker wollte, habe ich also einen neuen Stecker angebracht. Den hatte ich auch da.

 

Problem  #7: Jetzt konnte ich den TronXY X8 endlich anschalten und siehe da, die Sicherung fliegt nicht raus, aber das Display bleibt tot. Laut Anleitung alles richtig gemacht, aber wenn ich Display-Port 1 mit Display-Anschluß zwei verbinde und das andere Kabel auch über Kreuz, dann lächelt mich Marlin Version 1.0.5 an. Wer wäre da drauf gekommen? (Ich hab etwa ne halbe Stunde nach dem Fehler gesucht). Aber bei den viel zu langen Kabeln (außer eben beim Stopschalter) bildet sich ohnehin ein Kabelchaos besonderer Güte.

 

 

Jetzt spiele ich mit den Achsen… move hierhin und move mal da hin. X, Y und Z geht. Problem  #8: Der Extruder-Stepper bleibt tot. Nach 12 Stunden aufopfernder Liebe zum TronXY verliere ich so langsam meine Engelsgeduld.

Das das Mainboard qualmt fällt mir erst auf, als ich den TronXY aus dem Fenster werfen wollte und dabei hätte ich mir noch fast die Hand verbrannt, denn wie eigentlich immer, fehlt ein passendes Mosfet auf dem Board.

Das muss ich bestellen und bis dahin steht die Herausforderung auf meinem Tisch und sagt nur noch leise: Eins zu Null für TronXY.

 

Achtet auf die Einstellung des Netzteils. Hier ist die Einstellung 110V und 230V möglich. Nicht, dass Ihr Euch gleich das Netzteil zerstört.

Fortsetzung folgt, sobald der Mosfet bei mir angekommen ist…

Und die Mosfet-Platine ist angekommen, aber offensichtlich ist das Board genauso durchgebrannt, wie es viele im Netz auch berichten. Beim ersten Betrieb ohne Mosfet scheint das Board dann bei Extruder und Heizbett irreparabele Schäden zu nehmen. Na super TronXY… ganz schlechte Leistung.

21 Kommentare

  • Hi,
    Super Tutorial

    Mir ist leider das gleiche wie dir passiert, die Kugeln aus den Lagern sind auf Wanderschaft gegangen.
    Nun zu meiner Frage, kannst du mir sagen welche ich genau bei IGUS bestellen soll?
    Besten Dank für deine Hilfe.

    Gruß Tobi

  • Andreas Bulkens

    Den Tronxy X8 habe ich am WE zusammengebaut,
    soweit kein Problem – nur bekomme ich kein ACK auf gesendete Befehle.
    Immer wieder timeout in der Kommunikation (Win7, USB-Treiber vom Stick installiert).

    • Probier mal die Baudrate zu ändern. Es gibt so ein paar gängige wie z.B. 115200.
      Vom chinesischen USB-Stick würde ich ungerne Treiber installieren. Du hast einen Virenscanner in Windows laufen?
      Hast Du schon probiert von der SD-Karte zu drucken? USB-Probleme haben viele mit den unterschiedlichsten Druckern. Auch bricht gerne mal die Kommunikation zwischen Windows und Drucker während des Drucks ab.
      Falls Du einen Raspberry Pi hast, dann wäre Octoprint die eleganteste Lösung. So musst Du Deinen PC während des Druckens nicht anlassen und hast eine schicke und erweiterbare Lösung über den Webbrowser. Da gibt es dann auch keine Probleme mit Treibern/USB.

  • Leider will der TronXY das Heizbett nicht steuern. Er jagt es auf 100 Grad hoch. Unerbittlich! Einstellungen am Gerät oder über Octoprint, quittiert er brav mit OK, aber es ändert sich nichts. Habt Ihr einen Tipp?

    • Nachtrag: Der Hitzesensor funktioniert. Er zeigt ganz genüßlich die steigenden Temperaturen. Der funktioniert also.

      • Auch die X-Achse will manchmal und manchmal nicht. Dann zittert sie nur hektisch hin und her und in der nächsten Sekunden läuft wieder alles prima. Hab die Kabel alle nochmal gecheckt und es sieht alles gut aus. Ganz erfinderisch habe ich auch mal an verschiedenen Stelle Kabel abgeklemmt, bis nur noch das Heizbett dran war. Keine Änderung. Auch mal die Pole vertauscht beim Mosfet und Heizbett: keine Änderung. Es heizt und heizt bis brav auf 100 Grad.

      • Ralph das klingt irgend wie frustrierend. Wir hatten doch eigentlich auf ein großes Happy End gewartet! Statt dessen lese ich irgend was von Temperaturen die steigen aber scheinbar nicht sollen und Motoren die Sprachstörungen haben. Also mal ganz langsam und zum mitschreiben. Was ist denn bei Dir los? Ich bin zwar nicht der Experte für die Themen aber ich glaube, andere können den Kommentaren auch grad nicht recht folgen.

        • OH? War das unverständlich? Sorry.
          Der Drucker ist fertig, aber das Heizbett lässt sich nicht steuern und der Motor der X-Achse spinnt.
          Beim Heizbett verhält es sich so, dass er immer auf 100 Grad erhitzt.
          Der Motor hat das Problem, dass er normal funktioniert und dann mitten in der Bewegung plötzlich 2-3 Sekunden lang schnelle Schritte von etwa 2-3mm nach links und rechts macht.
          Ich habe daraufhin die ganze Verkabelung abgezogen und Schritt für Schritt nochmal zusammengesetzt. Exakt dasselbe Verhalten.
          Anschließend habe ich an der Heizbettsteuerung Plus und Minus-Pol vertauscht. Keine Änderung. Ich habe alle Motoren und Endstopschalter abgezogen, so dass nur noch die Heizbettsteuerung verkabelt war und auch das ergab keine Änderung beim Verhalten.
          Also entweder Software-Problem oder das Mainboard.
          Bin ich verständlicher rübergekommen?

          • Ralph jetzt hab auch ich es verstanden. Das macht mir jetzt ein wenig Angst da Stephan und ich am Wochenende einen Tronxy bestellt haben. Ich hab wie gesagt von Elektrik und Steuerung nicht den leisesten Schimmer. Bestimmt hast Du die Punkte alle schon geprüft.
            – hast Du bereits Änderungen an der Hardware vorgenommen?
            – Handelt es sich bei dem Verhalten um eine g-Code Datei welche vom Hersteller beigelegt wurde?
            – Hat der Hersteller eine g-Code Datei zum testen beigelegt? und hast Du es mal mit der versucht?

          • Ich hab das Gefühl, Ralph schmort im eigenen Saft. Also schreib ich mal einen Kommentar in der Hoffnung, ein wenig Unterstützung hier her zu locken. Ralph, hast Du denn irgend etwas erreichen können?

            • Ich hab ja alles kontrolliert und bin der Meinung, dass das Mainboard eine Macke hat, also habe ich ein neues bestellt. Allerdings bei eBay und das ist noch nicht angekommen.

              • Oh man, bei eBay bin ich überboten worden. Habs nicht mitbekommen, aber 40 EUR für nen Board hätte ich eh nicht bezahlt. Jetzt googel ich die ganze Zeit nochmal nach dem Problem, aber ich scheine der einzige zu sein, der das Problem hat. Auch die Suche nach einem Firmware-Download scheiterte.
                Ich bin ratlos. Das nächste was ich gefunden habe, ist ein MKS-Board für 49,95 EUR. Das Board will Amazon nicht über die Packstation schicken, obwohl Prime. und draußen regnet’s… toll

                • Der Verdacht, das könnte eine Gurke sein scheint sich also zu erhärten. Nun, dass ist doch auch ne Aussage, mit der man was anfangen kann.

                  Zitternde Motoren könnte Wackler oder Kabelbruch sein, der nur an bestimmter Position auftritt. Heizbett fällt mir im Moment asuch nix gutes ein. Firmware könntest Du mal ein Standard Marlin drüber bügeln, kann ja nur besser werden.

                  Ich überleg grad, ob es Sinn macht mal bei Gearbest oder TronXY reklamieren und schauen, was die dazu sagen.

              • Wenn ich das mal kurz zusammenfasse. Eine ganze Reihe Druckerteile aber für Otto Normalverbraucher nicht zu gebrauchen?

                • Ja, leider. Habe mich heute mit dem TronXY nochmal beschäftigt, aber bekomme das Problem nicht weg. Und google find nur das gegenteilige Problem: Heizbett heizt gar nicht oder der Hitzefühler ist defekt.

        • Hi.

          Ich hab einen Tronxy X8 von Gearbest vergangenes Weihnachten von meiner mir Angemahlten geschenkt bekommen.

          Der MosFET für das Heizbett war/ist bei mir viel zu klein dimensioniert. Das Heatbed zieht bei 12V etwa 8,6 Ampere.

          Unglücklicher Weise habe ich das zu spät bemerkt und er ist, wie bei Euch, abgeraucht. Ich habe bei meinem Controllboard das Gate des betroffenen FET abgelötet und den Pluspol der Steuerleitung des neuen FET direkt auf das Pad der Platine gelötet. Das Gate ist wenn man von oben auf das Board schaut das linke Beinchen, welches näher am Spannungseingang ist.

          Glücklicher Weise hat der Atmel / Microcontroller das Debakel überlebt denn der gestorbene FET auf dem Controllerboard hat auf den Ausgang 12V durchgelassen…

          Seit dem habe ich mit dem HeatBed keine Probleme mehr und die Temperaturen steigen auf die im Slicer angegebenen Temperaturen und bleiben dort…

          Derzeitig drucke ich mir Erweiterungen um den Drucker stabiler zu machen und X- und Y-Belts leichter zu spannen…

          Viele Grüße

  • Hallo mar….Ralph!

    hab ja schon die Bildchen beobachtet mit etwas Text drumherum läßt sich natürlich mehr heraus lesen. Ich hätte Dir wirklich gewünscht, daß Du den Drucker einfach nur zusammen schraubst und losdruckst. Ist wohl leider nicht so einfach. Erleichterung bei mir, Trappel bei Dir. Die Zeit hätte ich im Moment nicht gefunden den Teilehaufen zusammen zu pfriemeln und zum laufen zu bringen! Beim Extruder hab ich den Verdacht, daß Dir die Technik den selben Streich wie mir am CR-10 spielt. Der CR-10 bewegt den Extruder erst ab einer Temperatur von 185°C am Hotend. Ist das Display mit Kartenleser? Wenn nicht ist das 2.Kabel nicht erforderlich. Mein Mosfet für den CR-10 soll morgen eintreffen. Mal sehen wann ich die Zeit finde zum Einbau. Im Moment wartet noch ein Kabelwust am Prusa MK2-X. Dessen Kabel sind aber zu kurz.

    • Hi

      Das mit dem Extruder hatte ich auch, wenn der aber vorgeheizt ist (190°C, eventuell auch schon weniger), dann wird der stepper angesteuert.

      Im Zweifelsfall einfach mal den Stepper auf X oder Y stecken und versuchen ob er sich dann bewegt.

      Viele Grüße

  • Sehr cooler Beitrag geworden. Vielen Dank dafür!

    Eine Klitzekleinigkeit muss ich noch ergänzen: der Drucker, den Ralph hier testet, wurde von uns Gearbest zur Verfügung gestellt.


    TronXY X8
    https://www.gearbest.com/3d-printers-3d-printer-kits/pp_624058.html?wid=21&lkid=11351670
    Gutscheincode: Tipps3DE01 ergibt einen Preis €123.54

    Wobei, wenn ich das so lese, so ganz überzeugt mich das ja nicht mit dem TronXY X8. Sicher, der effektiven Endpreis um 124,- Euro ist ein Kampfpreis, aber das sind mir dann doch zuviele Probleme auf einmal. Wenn mans streng betrachtet ist der TronXY ja so „out of the Box“ kaum nutzbar und Bedarf weiterer Ersatzteile.

    Und bei weniger bastlerisch begabten Käufern dürfte das TronXY X8 Kit also massivste Probleme machen. Hmmm..

    Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf den zweiten Teil, ob er dann am Ende tatsächlich brauchbar druckt oder ob das wie mein Tevo Tarantula auch zur ewigen Dauerbaustelle mutiert.

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