Frisch gedruckt: Dr. Who Adipose

Ich hatte für nicht ganz billiges Geld die Adipose Figur aus der Fernsehserie Dr. Who für meine Frau gekauft. Nach 6 Monaten im Regal stehen ist diese zunehmend in sich zusammen gesackt – also die Figur, nicht die Frau – weil sich der Kunststoff aufgelöst hatte. Da war ich dann schon etwas angefressen. Meiner Meinung ist das dann doch irgendwie Abzocke. Aber als 3D Drucker / Scanner Besitzer hat man ja Möglichkeiten..

Auf Thingiverse.com findet man leider auch nur eine Version des Adipose, welche das selbe Schicksal erlitten hat und ebenfalls schon arg eingefallen aussieht, war also als Druckvorlage auch nicht wirklich zu gebrauchen.

Ich habe dann die Figur zunächst notdürftig mit Silikon abgedichtet und mit Luft aufgeblasen (ganz dünne Kanüle aus der Apotheke und dann  kräftig pusten), um nochmal eine halbwegs stabile Form zu erhalten und dann so gut es eben ging mit dem Einscan-S Scanner von Shining 3D gescannt (Test folgt), in der Freeware Autodesk Meshmixer (Win/Mac) nachgearbeitet und auf dem Ultimaker 2+ in Extrudr PLA Grau gedruckt und dann mit SmoothOn [Test hier] geglättet. Die Schichtlinien sind komplett weg, aber nun glänzt er wie ne Speckschwarte. Weil er mir nun doch viel zu stark glänzt warte ich nun auf die Lieferung von matter Modellbau Farbe, um ihn vernünftig zu lackieren.

Problem beim Scannen war vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Figur sich verformt und die Luft nicht mehr hält, dadurch kann die eh schon nicht wirklich optimale Scansoftware des Einscan-S die Einzelscans nicht mehr wirklich zusammensetzen, da war dann doch einiges an Handarbeit gefragt. Die original Exporte vom Scanner hab ich irgendwie verbeutelt, aber hier ein Zwischenschritt:

Körper geht schonmal, im Gesicht muss noch nachegebessert werden

MeshMixer: Körper geht halbwegs, im Gesicht muss aber noch nachgebessert werden

Ich weiss jetzt nicht, wie das rechtlich aussieht, das ist am Ende ein Scan, den ich doch nicht unwesentlich bearbeitet habe, da steckt also auch eine gewisse Eigenleistung drin, aber irgendwie ich kann das STL glaub doch nicht frei verlinken, denke ich mal.

Aber wenn Dein Adipose auch kaputt gegangen ist, schick mir mal ne Mail. Weil das finde ich unmöglich, so ne beschissene Qualität für teuer Geld zu verkaufen und kein Ersatz anzubieten.

2 Kommentare

  • Sehr interessanter Beitrag! Ich besitze keinen 3D-Scanner. Dank Autodesk-Software auch nicht erforderlich. Ich könnte jetzt versuchen die Funktionsweise zu beschreiben aber das hat der Heise-Verlag bereits in einer sehr guten Form erledigt. Den Artikel findet Ihr unter http://www.heise.de/ct/artikel/Datenmetz-2216188.html. Einzige Änderung – ich verwende ein mit Auto-CAD erstelltes Kalibriermuster als Unterlage. Damit hab ich die Möglichkeit die genaue Größe des Objektes zu ermitteln. Leider gibt es hier keinen Upload um das zur Verfügung zu stellen. Der Vorgang läuft über viele Bilder welche in der Cloud zu einer 3D-Punktewolke gewandelt werden und ist in eingeschränkter Form kostenfrei. Die Ergebnisse sind stark abhängig vom Modell. Transparente oder spiegelnde Objekte sind problematisch. Nachbearbeitung erfolgt mit der 123D-Software von Autodesk.

    Gruß Uwe

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