Drucker mit der Ultrabase ausstatten lohnt sich

Als ich mich vor dem Kauf meines ersten 3D-Druckers informiert habe, war mir Angst und Bange, denn alle schrieben von Haftungsproblemen und merkwürdigen Lösungen: Zuckerwasser, Klebestift, Kreppband, ABS-Aceton-Mischungen, Buildtak, PEI, Spiegelfliese und so weiter…

Mannomann, ich war schon frustriert bevor ich mir überhaupt ’nen Drucker zugelegt hatte. Nach vielen Versuchen bin ich mit der Anycubic Ultrabase endlich glücklich geworden und das Anbringen auf den gängigen 3D-Drucker ist leicht.

Die Vorteile der Ultrabase sind eine Super-Haftung, sobald die Ultrabase heiß ist und dass die gedruckten Modelle nicht mehr oder kaum noch haften, sobald die Ultrabase erkaltet ist. Darüber hinaus werden auch leicht gekrümmte Heizbettflächen wieder gerade.

Einen Nachteil gibt es auch, denn wir verlieren ein paar Millimeter vom Rand. Wer also bis zum absoluten Rand drucken will (tut das einer?), der hat hier das Nachsehen. Es bleiben etwa 3mm je Seite unbedeckt.

Und so habe ich es gemacht:

1. Schritt: Der Abriss

Fummelt Euch mit Spachtel, Messer oder Fingernagel eine Ecke Eurer jetzigen Auflagen ab und rupft sie sanft runter.

2. Schritt: Klebereste entfernen

Die Klebereste mit dem Spachtel zu entfernen würde das weiche Aluminium ziemlich zerkratzen. Daher wäre Etikettenlöser das einfachere Mittel. Aufsprühen, kurz einwirken lassen und die Klebereste können sachte abgenommen werden. Legt Euch hierzu ein paar Papiertücher bereit.

3. Schritt: Heizbett säubern

Das Heizbett ist vom Kleber befreit, aber der Etikettenlöser ist so eine ölige und schmierige Angelegenheit, so dass das Heizbett noch restlos mit Aceton sauber gemacht werden muss.

Zum Schluß noch einmal mit einem Papiertuch das Heizbett trocken abwischen.

4. und letzter Schritt: Ultrabase aufkleben

Puhlt ’ne Ecke von der selbstklebenden Ultrabase ab und platziert sie so gerade wie möglich auf das Heizbett.

Jetzt könnt Ihr Euren Spachtel wegschmeissen und endlich in Ruhe drucken. Kein Fluchen mehr, weil irres Kratzen mal wieder notwendig ist oder der 27. Druck auch nicht haften will. Leveln dürft Ihr trotzdem noch, denn ohne ein ausgerichtetes Heizbett wird es auch nichts mit der Ultrabase.

Einkaufsliste:

Amazon: Anycubic Ultrabase

Aceton und Etikettenlöser aus dem Baumarkt. Preis wie der Berliner zu sagen pflegt: Für’n paar Mark fuffzich.

Update 18.04.2018:

Der Christian hat mich daran erinnert, dass ich schon immer mal ausprobieren wollte eine Ultrabase zu schneiden. Bei Youtube gibt es diverse Erklärvideo’s, die alle darauf abzielen das Glas an der Schnittkante stark zu erhitzen und durch die Abkühlung springt es dann an der erhitzten Stelle.

Also jetzt mal Butter bei die Fische und den Winkelschleifer rausgekramt. Saubere Linie auf der Ultrabase erhitzt und siehe da es klappt…. nein, doch nicht, denn zu den nicht gerade ansehnliche Schnittkanten aussen, springt die Scheibe leider auch in der Mitte. Naja, wie sagt der Peter so schön: Versuch macht kluch.

Hier das Ergebnis vom Winkelschleifer-Massaker, eine faltbare Ultrabase:

37 Kommentare

  • Ach mann, Ralph, das ist ärgerlich.
    Die erste Schachtel Ikea-Spiegelfliesen habe ich aber auch zur Hälfte geschrottet, bevor ich das erste Ender-Format rausgeschnitten hatte.
    Schmeiss die Scherben mal nicht weg. Die taugen noch für weitere Versuche. Man könnte es ganz schnöde mit einem Glasschneider probieren und so beherzt anreißen, dass der Aufdruck mit durchtrennt wird. Die Erfahrung sagt da leider, dass man nur einmal gut ritzen sollte. Mehrfaches Drüberfahren führt auch zu einem unsauberen Bruch.

    BTW: Ich habe eine 310x310mm Ultrabase mit vollständigen Ecken und ohne Löcher. Die passt perfekt auf den Tornado.

  • Hi Ralph,

    lassen sich die Ecken einfach abschneiden? Auf deinen Bildern sieht es so aus als hättest du da etwas nachgeholfen.

    Gruß
    Christian

    • Bei der kleinen Platte 200×200 sind die Ecken ab Werk schon weg. Bei der 300×300 Platte sind die Ecken dran. Selber schneiden weiss ich nicht, ist 3mm Glas und bei der schwarzen Beschichtung weiss ich leider immer noch nicht, ob man die geschnitten kriegt..

      Anycubic meinte, es gäbe bei Zeiten ne V2 der Ultrabase, aber gesehen habe ich die noch nirgends.

      • Dabei fällt mir ein: Ich kann doch mal eine Ultrabase versuchen zu sägen, damit der Ender auch eine bekommt. Ich kram schon mal das Equipment zusammen.

        • OK. Gesagt, getan und nun um eine Ultrabase ärmer 😉 Ergebnis siehe oben im Artikel-Update.
          Und die Lehre daraus: Ich geh demnächst mal zum Glaser.

          • Oh vielen Dank für den Versuch Ralph,
            jetzt fühl ich mich ja ein wenig schuldig 😉

            • Nein nein Christian, wir bloggen hier ja, weil wir gerne Dinge rund um 3D-Druck ausprobieren wollen, Spaß dran haben. Eure und unsere Erfahrungen wollen wir austauschen und dann noch mehr Spaß haben. Da passt so ein Ultrabase-Massaker gut rein 😉

              Also immer her mit den Ideen…

  • Hallo, habe auch die ULTRABASE im Einsatz – mittlerweile seit 2 Monaten – und drucke (fast) ausschließlich PETG.
    Das Material löst sich beim Abkühlen praktisch von alleine von der Ultrabase.
    Ich hatte allerdings eine kleine Ablösung des Trägermaterials, als ich zu ungeduldig war. Also „selbst verschuldet“ !
    Die Ultrabase funktioniert an sich klasse, man braucht halt die Geduld und Zeit, um sie wirklich vollständig abkühlen zu lassen.

    • ah, verdammt. Das tut mir leid für Dich, aber Ersatz ist nicht so teuer. Falls die Dinger bei Amazon ausverkauft sind, so kannst Du bei Aliexpress schauen. Da sind die auch häufig für 16-20 EUR zu haben und kommen aus dem Deutschland-Lager. Hatte da aber trotzdem etwa 8 Tage gewartet bis sie ankam.

    • Habe zwar gesucht aber nichts gefunden. Kann man die 310×310 Base auch auf 210×297 für den Sigma zR17 verkleinern?

      • Interessante Idee, der untere Teil is glas.. oben drauf klebt meiner Meinung eine Polycarbonat Plastikbeschichtung. Von ein paar Bildern habe ich gesehen, dass die auch Reißen kann, was reisst, kann man eventuell auch schneiden..
        Wir brauchen mal jemand mit nem Reststück und nem Glasschneider

      • Das klingt nach Verbundglas (Autoscheibe). Das macht sich eher besch***. Aber Versuch macht kluch!

  • Ich benutze seit Jahr und Tag eine Glasplatte mit Kaptonfolie drauf. Die wird immermal mit Aceton abgewischt und alle Jubeljahre mal gewechselt. War bis jetzt immer nur wegen mechanischer Beschädigung.
    Kapton ist eine chinesische 300mm breite Rolle (Markenname KOPTAN, lol) Glasscheibe ist eine zugeschnittene aus einem Clipglasrahmen 30×40 zu 4,59 €. die 10 cm an der einen Seite schneide ich immer ab. Darauf funktioniert ABS, PETG und PLA ohne Probleme

    • Ah, das gute Koptan, ja, das hab ich (in ner schmaleren Rolle) und nutze es für alle TPU & FlexPLA als Zwischenschicht. Ganzflächig auf Glas hab ich noch nicht probiert, aber Felixprinters nutzt das glaub ich auch so mit Kapton am Stück auf Glas. Gerade mit ner 300mm Rolle ist das auch ganz gut haltbar und dürfte auch ein paar Drucke halten.

  • Stand 12.12.2017: Wieder bei Amazon prime für 19,99 EUR lieferbar.
    Link: http://amzn.to/2j9VSgI

  • Eine Ultrabase in 300x300mm ist gesichtet worden.. Das wäre dann auch was für den CR10…

  • Leider ist der Preis der Ultrabase nach oben geschnellt. Nicht günstiger aber auch nicht teurer hab ich Geeetech Aluminum Substrate Heatbed Kit for 3D Printer with Superplate Glass und Geeetech Superplate 3D Printer Glass Platform with High-performance Microporous Coating entdeckt. Das gibt es in 220 oder 320mm Kantenlänge. Die Ecken sind nicht wie bei der Ultrabase ausgespart. Ansonsten scheint es sich um ein vergleichbares Druckbett mit Glasplatte zu handeln.

  • Falls jemand vor dem bearbeiten des eigenen Heizbettes zurück schreckt sollte auf der Amazon Seite auf Ultrabase Heatbed klicken.

    Für 30 EURO, anstatt 20 EURO, ist ein Heizbett mit dabei. So hat man das Alte Heizbett noch in Reserve 😉

    Gruß

  • Hallo Ralph,

    guter Beitrag! Wenn ich das richtig interpretiere beziehst Du Dich auf das Glas ohne Heizbett. Bislang hatte ich noch keine Ultrabase im Einsatz aber JPrusa warnt vor dem Säubern des Druckbetts mit Alkohol vor dem Druck von PETG. Die Haftung soll dadurch derart verstärkt werden, daß es zur Zerstörung der Folie auf dem Druckbett beim Versuch des Lösens kommt. Könnte das hier ähnlich sein?
    Die 3mm Verlust beziehen sich vermutlich auf die Standardgröße 220x220mm des MK3. Offensichtlich die einzige Größe der Ultrabase. Ich drucke nicht mit Absicht bis an den Rand aber wenn das Teil die Größe hat wird der Bauraum genutzt. Das Glas selber ist 214x214mm und die Ecken sind abgeschrägt um die Schraubenköpfe zugänglich zu halten.
    Wenn ich mit dem Zonestar nicht so ein Glück habe wie Du mit dem TronXY denk ich mal darüber nach.

  • Ui, na das war ein Kommentar in letzter Sekunde, denn ich habe das micro swiss allmetal hotend im Wanhao und gerade PET-G ausprobiert. Abends dann die Ultrabase rauf und ich wollte jetzt eigentlich genüßlich PET-G auf der Ultrabase drucken…

  • Ich bin was die Ultrabase angeht aktuell auch recht optimistisch. Also zumindest mit PLA macht das echt Sinn. Hast Dus mal mit anderen Filamenten versucht (Vorsicht mit PETG, PETG ist bekannt dafür, Glas zu zerbröseln, TPU könnte ähnlich sein)

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