Dremel IdeaBuilder auspacken und in Betrieb nehmen

Der Dremel wird nahezu komplett betriebsbereit geliefert, da gibt es fast nichts zu basteln dran. In 15 Minuten kann man das schaffen, wenn man sich von den kleinen Fallstricken beim Aufstellen nicht aus der Ruhe bringen lässt. Hier meine Anleitung zur Einrichtung

 

1. Auspacken und das Verpackungsmaterial

… herauswürgen. Ganz oben auf liegen Handbuch (deutsch, ausführlich), Quickstart-Anleitung, oranges Blatt Papier als Nivellierhilfe und die 2 schwarzen Druckbettfolien. Den oberen Styroporkeil kann man bequem von oben rausnehmen, sobald man den blauen Deckel des Dremels abgenommen hat. Da sind noch paar weitere Zubehörteile mit drin: Strom- & USB Kabel, SD-Karte, Spachtel, Stocher für den Extruder –  diese nicht verlieren – und ein Testwürfel.

Aber der untere Teil des Styropor-Berges wird von Druckkopf und dem Druckbett eingeklemmt. So, den Druckkopf schiebt Ihr einfach in die Ecke hinten rechts und das Druckbett müsst ihr nur von Hand nach oben schieben, da hatte ich auch zuerst Bedenken, aber das ist echt kein Ding. Einfach von vorne mittig da drunter greifen, da ist extra ne Aussparung im Styropor und sanft aber bestimmt nach oben ziehen, dann könnt Ihr die Styropor-Teile aus dem unteren Teil des Druckers nehmen. Im Inneren liegt noch ne Rolle Filament und der Querbolzen für den Filament Rollenhalter, kaum zu übersehen, aber ich sags der Vollständigkeit halber.

Nachdem das Styropor draußen ist,  könnt Ihr vorsichtig den saublöden gelb-schwarzen Warnungs-Aufkleber vom Plexiglasdruckbett ablösen. Vorsichtig weil: der hinterlässt eklige Klebespuren, die weggemacht werden müssen, das Druckbett muss absolut eben sein und Kleberreste würde stören. Ihr könnt das Druckbett ruhig rausnehmen dazu, notfalls könnt ihr das Druckbett auch einfach umdrehen, wenn Ihr die Klebereste gar nicht loswerdet, aber bei mir gings mit etwas Geduld und einem weichen Tuch das alles weg zu polieren. Etwas verdünnter (50%) Isopropyl Alkohol hilft evtl. auch.

Außen findet ihr an mehreren Stellen: die Tür und die Lüftungsgitter an den Seiten mehrere dicke Tesa Streifen als Transportsicherung, diese bei Gelegenheit abziehen und die Schutzfolie vor dem Touchscreen grad mit. Transportsicherungen im Innern gibt es sonst keine.

Hier gibts das Original Auspackvideo – hab es leider nur in Englisch gefunden:

2. Druckbettfolie aufrakeln:

Nehmt das Druckbett raus, holt Euch eine der 2 schwarzen Druckbettfolien, zieht die weiße Schutzschicht der Folie ab und rakelt die Folie wie eine Handyfolie auf das gereinigte Druckbett. Achtet drauf: keine Blasen! Blasen sind schlecht und können später beim Druck arge Probleme machen, weil da wo eine Blase ist, da stimmt der Abstand Düse zu Druckbett nicht.

So eine schwarze Druckbettfolie hält viele Drucke aus, aber irgendwann werdet Ihr Ersatz brauchen, Ihr habt ja noch eine Zweite und wenn die auch aufgebraucht ist: als Ersatz gibt es im Handel z.B. Buildtak in passender Größe (235 mm x 159 mm), das ist die selbe Folie. Wenn die passende Größe gerade nicht lieferbar sein sollte, kauft die nächst größere und schneidet sie mit der Schere passend.

3. Filamentrolle einsetzen

Der erste Teil des Rollenhalters links ist ja schon montiert, da muss noch die Spule eingesetzt und mit dem Querbolzen arretiert werden. Grundsätzlich zunächst: das Druckbett am besten ganz nach unten oder oben fahren/schieben – da ist es vom Rauswürgen des Styropors vermutlich sowieso noch. Die Filamentrolle aus der Plastikfolie nehmen und in die Mulde links legen und zwar so, dass das lose Filament-Ende von unten kommend zur Rückwand des Druckers zeigt. Dann den Querbolzen durch die Rolle in den Halter stecken und arretieren.

So und da hatte ich auch etwas gestutzt: der Bolzen oder besser dessen Griff wird in „waagrechter Position“ durch die Spule gesteckt und dann 90° zu Euch hin gedreht, um ihn zu arretieren.

Nun nehmt ihr eine Schere oder einen Seitenschneider und knipst den Anfang des neuen Filaments ab, der Anfang ist meist verbogen und verknaddelt, wir wollen aber ein schön gerades Stück. Dieses Ende stecken wir nun unten durch den weißen Teflonschlauch an der Rückseite des Druckers, dieser Schlauch dient als Führung für das Filament, welches dann oben wieder austritt. Von dort muss das Filament dann noch in das Loch beim Extruder (= der „Druckkopf“), das schauen wir im nächsten Schritt.

Soweit haben wir das Filament schonmal

von unten durch den Teflon Schlauch nach oben: Soweit haben wir das Filament schonmal

Video für die letzten 2 Schritte:

Dremel hat für die 2 Schritte „Rolle einsetzen“ und „Druckbettfolie aufrakeln“ ein eigenes Video, schaut mal hier:

Im Video sagen sie: den Bolzen nach rechts drehen, meiner Meinung ist das aber links. Drum sag ich weder rechts noch links sondern: „zu Euch drehen“.

4. So, Zeit, den Drucker das erste Mal einzuschalten

USB Verbindung zum Rechner brauchen wir noch keine, Strom reicht erst mal.

Beim ersten Mal einschalten ist mir selber und ein paar Anderen auch folgendes passiert: das Druckbett rattert mit Höllenlärm über das Ziel hinaus, der Endstop-Schalter schaltet nicht ab – obwohl schon ganz oben angekommen, ein beherzter Griff zum Ausschalter sobald das losrattert wie blöde stoppt den Unfug und beim 2. Mal einschalten war dann bei allen alles OK. Also nicht erschrecken, kann passieren, ist nix passiert.

 

5. Filament in den Extruder einfädeln:

Das Filament-Ende lacht uns ja inzwischen oben aus dem Teflonschlauch entgegen und soll nun in den Extruder – aber da ist der nächste Stolperstein: da steckt ja schon was drin!

Oh Schreck, da steck noch was drin!

Oh Schreck, da steck noch was drin! (Bei Euch vermutlich weiß, aber mein weiß is grad alle)

Im Werk wurde mit dem Drucker bereits der kleine Testwürfel, der mit in der Packung liegt, gedruckt. Und da steckt nun noch ein Rest Filament im Druckkopf und muss erst raus, bevor wir unser Filament einführen können. Das Handbuch lässt einen da etwas im Regen stehen. 2 Varianten gibt es an der Stelle:

A) Dremel sagt: die „Filament Entladen“-Funktion benutzen, dabei wird die Düse aufgeheizt, dann kommt am Display das Kommando „Ok, nun entfernen“, da drückt Ihr dann den Hebel am Extruder runter, lässt ihn gedrückt und zieht mit der anderen Hand und etwas Schwung den Stummel des übrig gebliebenen Filamentes nach oben heraus. (Der Hebel ist die Kupplung für den Filamenteinzug, solang der gedrückt ist, kann das Filament lose herausgezogen werden).

Die neueste Firmwareversion drückt in der Entladen Funktion jedoch bevor man das Filament raus ziehen kann erst noch 1 cm Filament unten raus, das macht zwar Sinn, aber dabei kann der verbleibende Rest dann schon etwas knapp werden, um das noch nach oben raus zu ziehen. Daher meine Variante:

B) Das was oben drüber steht mit der Schere abschneiden und dann einfach solange die Filament Laden Funktion laufen lasse, bis das komplett weg (unten rausgelaufen) ist und Ihr dann Euer neues Filament hinterher schieben könnt. Und keine Sorge, wenn er leer läuft passiert auch nichts. Einfach das neue Filament nachschieben, Ihr merkt dann schon, wenn das Extrudergetriebe greift und selber beginnt das Filament einzuziehen. Zum Einführen des Filaments wird der Hebel übrigens nicht gedrückt, der Extruder soll das ja greifen.

Diese Variante verhindert auch, dass ihr Euch beim Rausziehen geschmolzenes Filament durch das Extrudergetriebe zieht und ihn damit womöglich blockiert. Das wäre dann gleich schon mal eine ordentliche Verstopfung, die man als Einsteiger jetzt nicht unbedingt gleich haben mag. (Die Lösung für das Verstopfungs-Problem hier)

6. Druckbett nivellieren und ausrichten.

Damit vernünftig gedruckt werden kann, muss das Druckbett auf einen gewissen Abstand von der Düse ausgerichtet sein. Man spricht auch vom Nivellieren. Der korrekte Abstand ist in etwa so dick wie das orange Stück Papier, die Nivellierhilfe, die mitgeliefert wurde. (Wenn ihr das mal verliert, könnte ihr auch ein anderes Stück Papier nehmen – das Cover eines Magazines z.b.).

Ist der Abstand zu groß, klebt das ausgedruckte Filament nicht auf dem Druckbett (meist fällt es dann so nach 3-4 Stunden Druckzeit um und man kann von vorne anfangen) oder das Druckstück verzieht sich („Warping“) bis zur Unbrauchbarkeit.

Ist der Abstand zu gering kommt es zu ner teilweisen Blockade und das geschmolzene Filament kann nicht richtig raus fließen, das kommt dann zu Stau, zu Tropfen, unsauberen Rändern bzw. Kanten und vor allem zu Ausdrucken, die man nicht mehr vom Druckbett bekommt, weil sie viel zu fest dran kleben.

Die goldenen Mitte ist, was wir hier suchen. Am Aussehen der ersten Druckschicht, auch Layer 1 genannt, kann man meist schon gut erkennen, wie es um den Druck und die Nivellierung bestellt ist.

Den Vorgang werdet ihr in Eurem Druckerleben noch sehr oft wiederholen.

Ablauf der Nivellierung:

  • Der Dremel fährt dazu nacheinander 3 Punkte auf dem Druckbett an, an jedem Punkt versucht Ihr die Nivellierhilfe zwischen Druckbett und Düse zu stecken. Geht das zu einfach, dann ist die Düse zu weit weg und ihr müsst die blaue Rändelschraube etwas nach links drehen, damit der Abstand geringer wird.
  • Geht es zu schwer oder gar nicht, dann dreht die blaue Schraube etwas nach rechts, dann wird der Abstand größer.
  • Achtet darauf, dass ihr nicht mit der Hand beim Testen das Druckbett nach unten oder oben drückt, sonst verfälscht ihr das Ergebnis.
  • Ideal ist es, wenn das Papier gerade mit einem leichten Kratzen zwischen Druckbett und Düse gleiten kann. Die Düse muss dazu sauber sein – eventuell anhaftende Klumpen vorher abkratzen (ne kleine Messingbürste ist praktisch dafür).
  • Es ist gar nicht mal so wichtig, wie stark es kratzt, es ist wichtiger, dass es an allen 3 Punkten gleich stark kratz.
  • Am Schluss fährt der Kopf in die Mitte, da könnt ihr jetzt nochmal kontrollieren, es gibt aber keine Schraube, die man hier verstellen könnte, der Abstand an der 4. Position ist Ergebnis der 3 vorherigen Messpunkte.

Und weil der Vorgang so wichtig ist, hat Dremel auch dazu ein Video gemacht:

7. Software Installation:

Die benötigten Treiber und das Druckprogramm („der Slicer“) ist auf der mitgelieferten SD-Karte gespeichert. Wohl dem, der einen Kartenleser an seinem PC hat. Wer keinen hat, lädt sich die Software von der Dremel3D Homepage. Würde ich definitiv immer von da holen, dann habt ihr auch sicher die neueste Version. Die Dremel Software gibt’s für Windows Vista oder neuer, 32 oder 64 bit, MAC und auch Linux. Ich nutze nur noch Windows 10, meist 64 bit.

Dremel Slicer Software

Dremel Slicer Software

8. Firmwareupgrades (optional):

Frühe Firmwareversionen sprechen noch kein Deutsch. Das wäre für einige sicherlich eine wichtige Verbesserung und Grund für ein Firmware Upgrade. Firmwareupgrades sind ja immer etwas heikel. Nun, zumindest kann man sie mit der Dremel Slicer Software sehr einfach erledigen: den Dremel per USB Kabel mit dem PC Verbinden und dann im Hauptmenü der Software den Punkt: Update Firmware. Easy.

Aus. Fertig, das wars!

Der Dremel Ideabuilder ist nun fixfertig druckbereit. Das ist in 15 Minuten zu schaffen oder?  (Ich hab etwas länger gebraucht, ich bin am Rollenhalter verzweifelt 😉 )

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