Creality Ender 2 – Bauteilekühlung

Beim Creality Ender 2 kann ein per Software steuerbarer Bauteillüfter wie beim CR10 einfach und günstig nachgerüstet werden.

Mit kulantem PLA lassen sich aber auch schon ohne Lüfter auf dem Ender 2 sehr gute Ergebnisse erzielen.

Als Zwischenlösungen bieten sich ein fallweise einsetzbarer provisorischer PC-Lüfter an, oder eine dann selbstverständlich bei jedem Druck wirkende verbessere Luftführung für den vorhandenen Hotend-Lüfter.

Werkszustand

Der Hotend-Lüfter vom Ender 2 kühlt das Druckteil „irgendwie“ mit. Das funktioniert tatsächlich schon sehr gut. Mit kulantem PLA lassen sich Benchys fast so gut drucken wie gekühlt, wie das Vergleichsbild ganz unten mit den grünen Benchys zeigt.

Aber es gibt Situationen, in denen ein Lüfter hilfreich wäre, wie das linke Benchy im folgenden Bild zeigt. Die Wärme des Heatbeds hat hier den unteren Bereich des Bugs nicht rechtzeitig erstarren lassen.

Lüfterprovisorium

Das rechte rote Benchy zeigt den gleichen Druck, dieses Mal aber mit einem provisorisch aufgestellen 12V-Lüfter aus der PC-Schrottkiste.

Werks-Kühler mit veränderter Luftführung

Wer ohnehin erste sinnvolle Druckobjekte sucht, greift zu dieser Luftführung: Ender 2 3D Fan Duct by razer35, published on May 21, 2017

Sie teilt den Luftstrom des vorhandenen Lüfters auf und führt die Luft besser gerichtet auf das Hotend und auch auf das Druckstück.

Die Luftführung kann aus PLA auf dem Werks-Ender ohne weiteres gedruckt werden. Für mich war das zudem der erste Druck mit Support, den ich in CURA eingeschaltet und sonst nicht weiter verändert habe. Er ließ sich nach dem Druck recht gut entfernen.

Auch aus PLA hält die Luftführung den Temperaturen im Einsatz stand, weil der Lüfter des Hotends immer läuft, wenn es heiß wird.

Für den Einbau werden keine weiteren Teile benötigt. Die vorhandenen Schrauben werden wiederverwendet. Da die Schrauben des Lüfters einfach in die PLA-Bohrungen gedreht werden, sollte man sie nur sehr vorsichtig anziehen.

Im Ergebnis brachte diese elegante Lösung etwa so viel wie der daneben gestellte PC-Lüfter. Sie hat aber den Nachteil, dass sie sich nicht abstellen lässt, wenn z.B. PETG oder ABS gedruckt werden soll.

Aktiver Lüfter

Letztlich habe ich mich entschieden, einen per Gcode gesteuerten Lüfter wie beim Creality CR10 oder Tevo Tornado zu verbauen. Das Ergebnis ist im Aufmacherfoto ganz oben zu sehen.

Die Blechabdeckung des Ender_2-Hotends hat bereits vier Befestigungslöcher mit fertig geschnittenen M2,5-Gewinden.

Die Nachrüstung ist auch elektrisch recht unproblematisch, weil der mit „LASER“ beschriftete, im Foto markierte Anschluss auf dem Brainboard bereits für einen Bauteillüfter vorgesehen ist.

In der Firmware des Ender 2 ist der Bauteillüfter bereits voll eingerichet und für erste Funktionstests auch über das Menü des Enders zu erreichen. Für Hinweise hierzu geht mein Dank an Marthen Bishob.

Für die Maße des Lüfters habe ich mir die zum CR10 bauähnliche Lösung meines Tevo Tornados angeschaut. Gekauft habe ich diesen hier: Monkeyprints.de: 40x40x10 Radial Lüfter Brushless 40mm.

Der Lüfter läuft recht leise. Er läuft bei einem Ansteuerungswert von ca. 90 von 255 an.

Der Stecker passt auf die Buchse des Brainboards, aber das Kabel ist zu kurz. Man kann es mit Zwillingslitze, Schrumpfschlauch und Lötkolben verlängern. Ich habe einen neuen Stecker an Zwillingslitze gecrimpt und am Lüfter eine zweite Steckverbindung vorgesehen.

Als Luftführung habe ich ein STL-File von der SD-Card des Tornados verwendet und mit PETG gedruckt, das grade ohnehin eingelegt war. Hier gibt es auch eine ganze Reihe leicht variierter Modelle auf Thingiverse für den CR10.

Die Düse lässt ausreichend Lichtraum nach unten, um nicht an das Bauteil zu stoßen.

Zum Vergleich habe ich ein erstes Benchy sowohl ohne als auch mit eingeschaltetem Lüfter gedruckt. Zum Einsatz kam das grüne PLA von YourDroid bei 205° Düsen- und 50° Heatbed-Temperatur.

Links das Benchy ohne Lüfter, rechts mit Lüfter.

Auch in der Hand bei gutem Licht sind die Benchy völlig identisch. Mit Lüfter hängt lediglich der Sturz des vorderen Fensters etwas weniger durch.

Mein persönlicher und mangels großer Erfahrung noch unmaßgeblicher Eindruck ist, dass dieses PLA-Filament von YourDroid recht kulant ist, kulanter als das rote oben von DasFilament, das sich dafür etwas präziser drucken lässt.

 

Der Lüfter wird eingebaut bleiben. Sollte er einmal nicht mehr ausreichen, werde ich aufwändigere Lösungen mit doppelten Luftkanälen oder ähnliches probieren.

Tatsächlich ist der Ender2 aber auch im Werkszustand schon sehr gut.

 

Bezugsquelle & Coupon Code:
Aus China:
Ender – 2 Desktop 3D Printer Kit
Gutscheincode: Ender2MARDE  €140.24

16 Kommentare

  • Hi,

    welche Schrauben müssen denn verwendet weden, wenn man den 40*40*10 an den original Käfig dran schrauben will. So kleine habe ich nun wirklich nicht zu hause und muss erst mal kaufen gehen 🙂

    • Moin Marcus, M2x8 passt oben und unten und ist dann auch lang genug, unten die Düse mit zu halten. M2 Inbus wird dann mit einem 1,5mm Schlüssel gedreht. Ich hatte mir so ein Minischraubensortiment bei A$ aus China bestellt.

    • Super, Danke. Inbus in der Größe habe ich, bloss die Schrauben fehlen 🙂
      Mal sehen, ob es die bei uns im Bauhaus gibt. Sonst muß ich für sowas doch wieder das Internet bemühen.

      Seit dem ich mit den Druckern baste, merke ich, was mir alles an Werkzeug/Material fehlt.
      Erschreckend

      • 3d ist Ausrüstungs- und damit qualifizierter Männersport. Das ist super. Aber man haut so oft 20-50 Euro raus, wenn man nicht aufpasst, dass man schon ein wenig Budgetmanagement betreiben muss. 😉

      • Bin dann schon auf die ersten Ligaspiele gespannt

        • Der Wettkampf der Drucker läuft schon zum Thema Bauteilekühlung im Forum.

        • Ja, schon gesehen 🙂 Lese ja schon seit einiger Zeit hier mit. Respekt für die Ausdauer, sowas alles auszuprobieren. Kann man ja nur von profitieren.

          Bisher war ich mit dem Druckergebnis auch schon so sehr zufrieden. Und was mich am meisten beeindruckt: Ich mach die Kiste an und kann drucken. War bei meienm A8 selten so. Da musste ich meistens irgendwas neu einstellen

          • Experimentalphysikergene und zufällig viel Zeit im Moment. 😉

            Letztlich hat der Vergleich der Kühlungen ja auch ergeben, dass die Unterschiede nicht soo groß sind, wie man vielleicht erwarten würde. Damit ist der Ender schon unbebastelt ein prima Kerlchen.

          • ja, viel machen muss man an der mechanik nichts. Ich kämpfe mich noch durch die Curaeinstellunegn. Da habe ich noch verbesserungspotential.

            Und irgendwann muss ich mal die eStzeps messen. Den traue ich im moment nicht ganz. Aber erst mal den Lüfter antackern.

  • Das Problem dieses Lüftermods und auch aller mir bekannten Mods mit 2 Lüftern ist, dass die Anbauten nur mit den 2 Schrauben des Hotends befestigt werden und die originalen Befestigungspunkte des Blechkäfigs nicht genutzt werden. Das hat bei meinem Ender2 zur Folge, dass nach ca. 10 – 20 Stunden Druckzeit sich diese Befestigungsschrauben lösen und die Düse dann 2-3 mm Spiel hat. Was ist die Lösung? Locktite? Hat einer eine Vorlage für 2 Lüfter welche die zusätzlichen Befestigungspunkte nutzt?

  • Dann müssen wir wohl nur noch das Netzteil etwas intelligent verbauen. Oft ist mir der CR-10 einfach zu groß und braucht zu lange zum Aufheizen. Da könnte so ein modifizierter Ender 2 schon eine recht gute Alternative sein.

    • Ich denke schon über eine Gehäuse für das mitgelieferte Netzteil nach, wo auch gleich ein oder zwei Mosfet-Module reinpassen. Ich bin mir aber noch im im Klaren über die Wahl der Steckverbinder für die Heiz- und Steuerleitungen.

      • Keine Steckverbinder f. Heizleitung. Lüsterklemme! Am CR-10 ist nur das Heizbett mit Mosfet versehen.

        • Stecker sollen es schon sein, wenn das Netzteil nicht fest in einen Sockel unter dem Ender wandert, sondern eine separate Einheit bleibt. Man kann ja auch 10A stecken. Jeder Schukostecker macht es vor. Wenn ich nichts anderes finde, nehme ich Bananenstecker,wahrscheinlicher verpolungssichere Bullet Plugs. Die gut 3A vom Hotend über das Brainboard laufen zu lassen, kann man überlegen. Aber wenn ich schon ein Gehäuse baue, dann sollen für alle Fälle 2 Mosfets reinpassen und auch von den Anschlüssen vorgesehen sein.

          • Hallo. Als Steckverbindungen kann ich die Stecker für die Lipo-Akkus aus dem RC-Modellbau. Diese halten bis zu 50A aus.
            Gruß

            • Die meinte ich mit Bullet Plugs.
              Für meinen Ender habe ich das inzwischen entschieden. Er ist – wie hier an anderer Stelle berichtet – in ein Gesamt-Gehäuse eingezogen und zur Labormaschine mutiert.

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